Nahverkehr

Eurobahn steht in Westfalen unter Zugzwang

Die Eurobahn wurde wegen häufiger Verspätungen abgemahnt.

Die Eurobahn wurde wegen häufiger Verspätungen abgemahnt.

Hagen/Unna.   Wegen Zugausfällen, Verspätungen und mangelhafter Fahrgastinformation hat die Eurobahn nun die Quittung bekommen: in Form einer Abmahnung.

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Einstimmig hat die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in einer Krisensitzung in Unna die Eurobahn wegen zahlloser Zugausfälle, Verspätungen und mangelhafter Fahrgastinformation abgemahnt. Mit diesem Beschluss ist eine spätere Kündigung des erst im vergangenen Dezember abgeschlossenen 15-Jahres-Vertrages möglich. In der Hauptsache geht es um Versäumnisse der Eurobahn im Teutoburger-Wald-Netz.

„Die Frist für die Eurobahn läuft bis zum 31. März“, sagt Uli Beele, Sprecher vom Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) dieser Zeitung. „Bis dahin ist die Eurobahn aufgefordert, die Zugausfälle abzustellen, den Verkehr sicherzustellen und die Informationen für die Fahrgäste deutlich zu verbessern. Wir wollen einen stabilen Betrieb.“ Auch sollten die betroffenen Fahrgäste zeitnah angemessen entschädigt werden.

Vertrauen in die Eurobahn hat gelitten

Das Vertrauen in die Eurobahn, ein deutscher Ableger der französischen Staatsbahn Keolis, hat in den vergangenen Wochen bei den Mitgliedern des NWL stark gelitten. „Juristen arbeiten bereits heute intensiv daran, alle denkbaren rechtlichen Schritte zu prüfen“, sagt Beele, „wenn keine Verbesserung eintritt.“ Frank Beckehoff, Landrat im Kreis Olpe und Vorsitzender der NWL-Verbandsversammlung, wird mit dem Satz zitiert: „Wir sind ziemlich angefressen.“

Der NWL arbeitet seit 2008 mit der Eurobahn zusammen. „Mit der Übernahme des Hellweg-Netzes hat es begonnen“, sagt Beele. An eine vergleichbare Situation kann er sich vor Jahren in Ostwestfalen erinnern. „Dieses Mal ist es viel schlimmer.“ Nach einer Statistik des NWL hat die Eurobahn zwischen dem 10. Dezember und dem 5. Februar den Ausfall von 1250 Fahrten verschuldet.

Magali Euverte, Geschäftsführerin Keolis Deutschland, hat sich dafür entschuldigt und Besserung gelobt: „Wir sind uns unserer Verantwortung voll und ganz bewusst und tun alles, in unsere Macht stehende, um den Betrieb schnellstmöglich störungsfrei zu gewährleisten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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