Wirtschaft

Filuxx-Deckendose für Sicherheit bei Installationen

Hans Richard Fischer, Erfinder und Geschäftsführender Gesellschafter von Filuxx-Systems mit der Steckdose (rechts) und dem passenden Stecker (links), der Leuchteninstallationen ab kommendem Jahr sicherer machen soll.

Hans Richard Fischer, Erfinder und Geschäftsführender Gesellschafter von Filuxx-Systems mit der Steckdose (rechts) und dem passenden Stecker (links), der Leuchteninstallationen ab kommendem Jahr sicherer machen soll.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Der Balver Erfinder Hans Richard Fischer will mit seiner Deckensteckdose die letzte Sicherheitslücke bei Leuchteninstallationen schließen.

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Geht es nach dem Balver Erfinder Hans Richard Fischer, dann brechen bei der Installation von Deckenbeleuchtung ab kommenden Jahr neue Zeiten an. Fischer will mit seinem Unternehmen Filuxx-Systems im Frühjahr 2018 seine patentierte Deckenleuchten-Steckdose auf den deutschen Markt bringen. Sie könnte die Welt der Heimwerker ein gutes Stück einfacher und sicherer machen.

Wer kennt nicht die Situation, in den eigenen vier Wänden mal eben eine Leuchte unter der Decke installieren zu wollen und beim Verkabeln auf der Leiter ins Wanken zu geraten. Eine Gefahr, die mit Hilfe der „Fischer-Dose“ weitgehend gebannt sein dürfte. Die Technische Hochschule Darmstadt habe in einer Untersuchung festgestellt, dass im Zusammenhang mit solchen Installationen in Deutschland rund eintausend Unfalltote jährlich zu beklagen seien – weniger durch Stromschlag als vielmehr durch Sturz. Eine konservative Schätzung, sagt Fischer.

Grundidee in Frankreich verbreitet

Ende der 90er Jahre hatte Tüftler Fischer sich des Problems schon einmal angenommen. Schließlich sei die Grundidee mittlerweile in Frankreich verbreitet. Rund 20 Millionen ähnlicher Dosen würden demnach im Nachbarland jährlich verbaut. Aber nur dort, weil das französische Modell keine Zulassung EN ICE oder gar nach strenger deutscher VDE Norm habe – im Gegensatz zum Filuxx-System, das Fischer mit Partnern vom Firmensitz im hessischen Bad Camberg bald vertreiben will. Der wesentliche Unterschied in Bezug auf Sicherheit ist, dass der Haken zum Befestigen einer Deckenleuchte beim französischen Modell nicht geerdet ist, beim Fischer-Modell sehr wohl.

Zudem biete das Filuxx-System weit mehr Möglichkeiten, als nur eine Deckenleuchte daran anzuschließen. Filuxx-W-Lan, vernetzte Rauchmelder oder Kameras, vieles sei möglich. Fischer bezeichnet seine Erfindung als „den Mercedes“ unter den Deckendosen. Jetzt müsste nur die Produktion einmal ins Rollen kommen.

Eine erste Anerkennung für die von ihm entwickelte Leuchtendose ist die Einladung für kommenden Dienstag zum Hessischen Unternehmertag im Kurhaus in Wiesbaden, wo die „Hessen Champions 2017“ geehrt werden. „Auch wenn wir nicht zu den Preisträgern gehören sollten, ist dies für uns schon eine Auszeichnung“, sagt Hans Richard Fischer. Für den pensionierten Offizier und nach wie vor ambitionierten Tüftler ist es nach all den Jahren in jedem Fall eine Anerkennung. „Ein Erfinder muss kein Ingenieur sein, der Ingenieur versteht nur, was der Erfinder macht.“ So sieht es der Balver.

Und was Fischer da entwickelt hat, wird sogar vom VDE selbst durchaus mit Wohlwollen betrachtet: „Bei der Leuchteninstallation gibt es tatsächlich eine Sicherheitslücke. Wenn die nun geschlossen wird, ist das hervorragend. Der Markt kann sichere Dinge gebrauchen“, sagt Experte Jürgen Ripperger vom VDE-Institut gegenüber der Westfalenpost.

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