Stadtentwicklung

Gammel-Stempel – Schrottimmobilien in Südwestfalen

Seit den 90er Jahren gammelt die ehemalige Discothek HT in Rüppershausen vor sich hin.

Seit den 90er Jahren gammelt die ehemalige Discothek HT in Rüppershausen vor sich hin.

Hagen.  Ob Schimmelhochhaus in Siegen oder altes Arbeitsamt in Meschede - wenn Gebäude verfalllen und Besitzer nichts tun, hat die Kommune ein Problem. Ein Überblick.

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Die Städte sind im Wettbewerb. Es geht um Attraktivität – für Einwohner, die nicht weg-, sondern zuziehen sollen, für Besucher, die zum Einkaufen oder Bummeln kommen, und für Investoren. Was da absolut stört, sind leerstehende, verwahrloste Gebäude, die der gesamten Umgebung einen Gammel-Stempel aufdrücken können. Und doch gibt es sie, weil die Möglichkeiten der Kommunen, daran etwas zu ändern, häufig beschränkt sind – aus unterschiedlichen Ursachen. Wir haben ein paar Beispiele aus Südwestfalen zusammengetragen. Sie zeigen: Es gibt für die unerwünschten Leerstände sehr verschiedene Ursachen, aber die Fälle haben auch Gemeinsamkeiten: Die betroffenen Städte können oft nichts tun.

"Ein gravierendes Problem"

Die zweite Novelle des Baugesetzbuchs hat 2013 die Instrumente der Kommunen, Schrottimmobilien zu beseitigen und die Aufwendungen dafür zurückzuholen, verbessert. „Das war sehr wichtig“, betont Martin Lehrer, Sprecher des Städte- und Gemeindebundes NRW.

„Die Kommunen haben jetzt mehr Möglichkeiten.“ Aber dennoch sei ein Eingreifen immer ein Risiko: „Die Untersuchung des Objekts, die Feststellung der Mängel, die Planung - das kostet alles Geld. Selbst bei einem Verkauf bleibt immer eine Eigenleistung.“ Schrottimmobilien seien „ein gravierendes Problem“. Man habe es häufig mit komplizierten Eigentumsverhältnissen zu tun, mit Besitzern, die nichts tun wollten, aber auch nicht verkaufen: „Da haben sich Blockaden aufgebaut, die ganze Viertel nach unten gezogen haben.“

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