Influenza

Grippewelle zwingt zu weiten Fahrten mit dem Rettungswagen

Grippe oder Erkältung? So unterscheidet man die Erkrankungen

Erkältung vs. Grippe

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Hagen.  Die Grippewelle hält in Südwestfalen an. Manche Kliniken sind nicht mehr aufnahmefähig. Doch langsam ist Besserung in Sicht.

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Der Höhepunkt ist nun vorbei, doch die Grippewelle hält an in Südwestfalen. Bis Radevormwald und Winterberg mussten am Mittwoch Rettungswagen aus dem Märkischen Kreis fahren, um dort Patienten in den Kliniken unterzubringen, berichtet Hendrik Klein, Pressesprecher des Kreises. Im ganzen Kreisgebiet gab es gegen Mittag vier freie Intensivbetten für Grippepatienten – in Lüdenscheid, Plettenberg und Menden, alle anderen Häuser hatten sich für den Rettungsdienst abgemeldet.

Weite Wege

Weil die Wege so weit und die Fahrzeiten folglich mittlerweile lang sind, hat sich der Kreis zudem Unterstützung bei Hilfsorganisationen geholt: Vier Krankentransportwagen mit acht Einsatzkräften von Arbeiter-Samariterbund, Deutschem Roten Kreuz und Johannitern standen am Mittwoch für den Kreis bereit. Auf dem Höhepunkt der Grippewelle seien es neun zusätzliche Fahrzeuge mit 18 Kräften gewesen, so Hendrik Klein. Derzeit sind im Kreis 481 Grippefälle gemeldet. Die Dunkelziffer ist hoch, weil längst nicht jeder Patient auf die Influenza-Viren getestet wird.

Während vor es vor eineinhalb Wochen im Hochsauerlandkreis noch 61 attestierte Fälle gab, waren es zu Beginn dieser Woche bereits 114, „das ist eine deutliche Steigerung“, so Kreissprecher Martin Reuther. 961 Grippe-Fälle verzeichnet man aktuell im Ennepe-Ruhr-Kreis. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es nur 178.

Wer sein Risiko klein halten möchte, sich anzustecken, der sollte in den Kreis Olpe gehen, wo 60 Grippefälle gemeldet sind – ähnlich viele wie im Vorjahr, so Kreissprecher Hans-Werner Voß.

Sanitäter im Ennepe-Ruhr-Kreis sind zuletzt bei ihren Einsätzen mit Mundschutz aufgetreten, um sich zu schützen. Seit Mittwoch sei die Empfehlung aber wieder aufgehoben, heißt es aus dem Kreis. Und auch in den Notaufnahmen der Krankenhäuser, zum Beispiel am Allgemeinen Krankenhaus in Hagen, müssen sich vor allem Patienten mit Grippesymptomen darauf einstellen, dass ihnen Ärzte und Pfleger mit Mundschutz gegenübertreten. „Aber wir operieren wieder“, sagt Maren Esser, Pressesprecherin des Allgemeinen Krankenhauses. In der vergangenen Woche noch hatte man planbare Operationen verschieben müssen, weil die Notfallpatienten vorgingen. In einigen Regionen Nordrhein-Westfalens hat die Grippewelle zu Bus- und Bahnausfällen geführt. Auf dem Höhepunkt seien bis zu 200 der rund 1500 Fahrer in Düsseldorf krank gemeldet gewesen, so ein Sprecher der dortigen Rheinbahn. Auch in Dortmund und Essen fielen Fahrten aus. Die Krankenquote nehme aber bereits wieder ab, so der Rheinbahnsprecher.

Falscher Wirkstoff

Dem Influenza-Bericht des Berliner Robert-Koch-Instituts zufolge sind in der aktuellen Grippesaison seit Herbst 2017 bundesweit bisher mehr als 215 000 Fälle nachgewiesen worden. In 72 Prozent der Fälle handelt es sich um Influenza B-Viren, davon 99 Prozent aus der sogenannten Yamagata-Linie. Gegen diesen Typ aber hilft die Grippeimpfung in dieser Saison kaum. Die Dreifachimpfung, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, enthält einen Schutz gegen Influenza-A-Viren und den anderen der beiden Influenza-B-Typen.

Im Januar dieses Jahres hat die Ständige Impfkommission empfohlen, künftig mit dem teureren Vierfachwirkstoff zu immunisieren, den derzeit vor allem Privatpatienten bekommen. Bis der Gemeinsame Bundesausschuss der Empfehlung folgt und dann die gesetzlichen Kassen die Leistung bezahlen, kann es aber noch einige Monate dauern.

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