Appell von Schülern an Schüler

Hagener Gymnasium will Maskenpflicht freiwillig fortsetzen

Wirkten an der Idee entscheidend mit: Die Schülervertretung um Fabio Ribjitzki und Lisa Wittek.

Wirkten an der Idee entscheidend mit: Die Schülervertretung um Fabio Ribjitzki und Lisa Wittek.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Hagen.  Ab Dienstag gibt es keine Maskenpflicht mehr in den Schulen. Ein Hagener Gymnasium aber macht weiter damit. Die Idee stammt von den Schülern.

Das Christian-Rohlfs-Gymnasiums in Hagen geht während der Corona-Pandemie neue Wege. Während das Land Nordrhein-Westfalen die Maskenpflicht an weiterführenden Schule ab morgen (Dienstag, 1. September) aussetzt, soll die Maske am CRG weiterhin getragen werden. Freiwillig. Und zwar auf Anregung der Schüler. „Mich hat das auch freudig überrascht“, berichtet Schulleiter Michael Pütz, als am vergangenen Freitag die Schülervertretung um Fabio Ribjitzki und Lisa Wittek vorstellig wurde, um zu fragen, welche Möglichkeiten es gäbe, die Masken weiterhin auch im Unterricht zu tragen.

Pro Maskenpflicht: Einfühlsamer Appell der Schüler

Herausgekommen ist ein laut Schulleiter Pütz „sehr schöner und einfühlsamer“ Appell der Schüler an die Mitschüler. „Hagen steht auf dem dritten Platz der deutschlandweiten Neuinfektionen, deshalb halten wir es für eine verfrühte Entscheidung, die Maskenpflicht in den Klassenräumen abzuschaffen. Daher bitten wir euch eindringlich auf freiwilliger Basis weiterhin die Masken zu tragen“, heißt es in dem Schreiben, das bereits am Wochenende über eine digitale Lernplattform an alle Schüler und Eltern verschickt wurde.

„Wir wissen natürlich, dass das Tragen der Masken einige Probleme mit sich bringt“, räumt die Schülervertretung ein, doch es gehe darum „euch und eure Nächsten zu schützen. An keinem anderen Arbeitsplatz in Deutschland sitzen so viele Leute auf so engem Raum zusammen wie in der Schule. In unseren vollbesetzten Klassenräumen können kein ausreichender Abstand und damit auch kein Infektionsschutz gewährleistet werden. Deshalb können wir nicht nachvollziehen, warum die Landesregierung beschlossen hat, die Maskenpflicht abzuschaffen.“ Und weiter: „Wenn ihr nicht bereit seid, die Masken für euch zu tragen, tragt sie für eure Liebsten. Insbesondere wir als junge Menschen haben auch eine Verantwortung gegenüber den Älteren. (…) Daher appellieren wir an euch, die Unannehmlichkeiten der Maske noch etwas länger auszuhalten und das Beste daraus zu machen!“

Schulleiter Pütz: Bisher kein Protest gegen die Fortführung der Maskenpflicht

Ob sich ab morgen alle daran halten? „Mal schauen“, sagt Pütz, „aber ich denke schon, dass ein Großteil der Schüler bereit sein wird, das weiterhin umzusetzen. Es hat zumindest noch keine Unmutsäußerungen von irgendeiner Stelle gegeben.“ Im Gegenteil: Nachahmer sind nicht unwahrscheinlich. Zumindest, sagt Pütz, hätten sich andere Hagener Gymnasien bereits nach dem Appell erkundigt. „Anders als bei einem Erlass, der auch denkbar gewesen wäre, setzen wir auf Freiwilligkeit. Das wirkt besser.“

Auch am Gymnasium in Gevelsberg wirbt die Schulleiterin für die Beibehaltung der Maskenpflicht, schließlich war die Schule wegen mehrerer Corona-Fälle eine ganze Woche wieder geschlossen worden. „Unabhängig von der medizinischen Diskussion um eine ansteckungsmindernde Wirkung der Maske im Klassenraum haben viele von uns ein größeres Gefühl von Sicherheit, wenn sie selbst und andere eine Maske nutzen“, schreibt Schulleiterin Gabriele Streckert in einem Elternbrief.

An mehreren Schulen soll die Maske weiter getragen werden

Ebenfalls beibehalten wird die Maskenpflicht zum Beispiel an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Essen und auch am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Oberhausen. Dort gilt sie zunächst für weitere knapp zwei Wochen. Für den Fall, dass die Schulkonferenz die Maskenpflicht ab dem 14. September abschafft, hat die Schulleitung Unterrichtskürzungen angekündigt. Grund sei, dass dann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr alle Lehrkräfte für einen Unterricht ohne Maskenpflicht zur Verfügung stünden.

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