Regio-Romane

Heinrichs bis Strackbein: Die besten Romane aus Südwestfalen

Lesen im Grünen – das geht in Südwestfalen wunderbar.

Foto: Archiv/dpa

Lesen im Grünen – das geht in Südwestfalen wunderbar. Foto: Archiv/dpa

Südwestfalen.  Die südwestfälische Ruhe eignet sich perfekt zum Schmökern. Wir haben die besten Autoren aus Sauerland und Siegen-Wittgenstein zusammengestellt.

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Kai Brodersen aus Hagen ist eigentlich Tierarzt. Aber das hält ihn nicht vom Schreiben ab. Neben mehreren Krimi-Kurzgeschichten hat der gebürtige Werdohler auch einen Roman geschrieben: In "Pilsken und Pailetten" wird ein Callboy und Travestiekünstler zum Kioskbesitzer. Die Dinge, die ihm in seinem Leben rund um den Europaplatz in Hagen-Vorhalle widerfahren, sind nicht weniger ungewöhnlich.

Birgit Ebbert aus Hagen ist Kinder- und Jugendbuch-Autorin. Außerdem schreibt sie Fachbücher und Lernhilfen für Schüler. Aber 2013 ist sie unter die Erwachsenenroman-Autoren gegangen. In ihren Krimis "Schneewalzer" und "Tod im Tee" ermittelt Krimibuchhandlungs-Besitzerin Anja Henke in Hagen. Zudem sind mit "Brandbücher" und "Falsches Zeugnis" zwei Romane erschienen, die sich mit dem Dritten Reich befassen.

Michael Gantenberg aus Soest und Oliver Welter haben bisher schon drei Fälle für Kommissarin Inka Luhmann zu Papier gebracht: "Tief steht die Sonne", "Kalt geht der Wind" und "Lang sind die Schatten" spielen mitten im Sauerland. Und natürlich wird Nachwuchs-Ermittlerin Luhmann dabei von Schützen und Jägern kritisch beäugt.

Anja Grevener aus Wickede ist Journalistin und passionierte Hobby-Historikerin. Die gebürtige Mendenerin hat bisher zwei historische Romane aus dem Sauerland vorgelegt: In "Die Wölfin von Arnsberg" beschreibt sie den Rachefeldzug von Ermengardis gegen ihren Bruder, Graf Konrad von Arnsberg, der sie gegen ihren Willen ins Kloster Oelinghausen verbannt hat. Fast alle Figuren basieren auf historischen Persönlichkeiten. In "Sündenbock" beschreibt sie die Zeit der Hexenprozesse in Balve, ebenfalls nach historischem Vorbild.

Haben wir wichtige Autorinnen und Autoren aus unserer Region vergessen? Lassen Sie es uns wissen und schicken Sie Ihren Roman-Tipp mit dem Betreff Regio-Romane und einer kurzen Beschreibung an: k.figge@waz.de.

Reiner Hänsch, Kathrin Heinrichs, Phillip Kordes, Judith Kuckert 

Reiner Hänsch aus Letmathe lebt heute in der Nähe von Oldenburg – aber dem Sauerland bleibt er trotzdem treu. Bisher hat der Mitbegründer der Band Zoff ("Sauerland, mein Herz schlägt für das Sauerland") zwei Romane vorgelegt, die beide an unbestimmtem Ort im Sauerland spielen. In "Die Faxen dicke" schildert er die Thailand-Reise einer ur-sauerländer Familie – in "Rotzverdammi" lässt er einen hippen Werbetexter aus Düsseldorf an der sauerländischen Kultur verzweifeln.

Kathrin Heinrichs aus Menden hat sich schon vor Jahren als Kabarettistin und Heimatautorin etabliert. Ihre Krimis spielen zwar explizit im Sauerland – aber an unbestimmtem Ort. Ortskundige erkennen die Bezüge an ihre Sauerländer Heimat (vor allem im ersten Buch) allerdings sofort. Und selbst wenn nicht: Der Menschenschlag ist einmalig. Wo soll der Ex-Kölner Lehrer Vincent Jakob sonst ermitteln, wenn ein Buch "Sau tot" oder "Der König geht tot" heißt? Das kann doch nur bei Jägern und Schützen sein.

Phillip Kordes stammt aus Winterberg-Züschen und lebt nach einem Zwischenstopp in Dortmund in Iserlohn. Neben seinem Job als Lehrer hat der Hobby-Schriftsteller auch zig Kurzgeschichten und einige Kriminalromane geschrieben. "Maske des Schweigens" und "Zeit der Sühne" spielen in Dortmund – "Mord in acht Tagen" und "Windvögel" führen den Ermittler quer durchs Sauerland.

Judith Kuckart ist in Schwelm geboren, lebt inzwischen aber in Zürich und Berlin. Die Tänzerin, Choreografin, Regisseurin und Autorin hat schon mehrere Romane geschrieben – einer davon spielt in ihrer Heimatstadt Schwelm. Kuckart kürzt in "Lenas Liebe" den Ort zwar mit "S." ab, aber für Eingeweihte ist die Stadt zweifellos als Schwelm zu erkennen.

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Melanie Lahmer, Manfred Schloßer, Sybille Schrödter, Gunnar Steinbach 

Melanie Lahmer ist Sozialpädagogin und stammt aus Siegen. Dort lässt sie auch ihre Romane spielen. In "Knochenfinder" verschwindet ein Schüler. Sein Finger taucht später in einem Geocaching-Versteck im Rothaargebirge auf. In "Kuckucksbrut" wird in der Nähe von Siegen eine rituell ermordete Frau gefunden.

Manfred Schloßer aus Hagen lässt in seinen Romanen die Geschichte der näheren Vergangenheit aufleben. Der erste Band erschien 2007. Viele Bücher spielen (zumindest teilweise) in Hagen und dem Ruhrgebiet – Schloßer selbst ist in Selm geboren und lebt nach Zwischenstationen in Datteln, Meschede und Dortmund jetzt in Hagen. Anhand der Erlebnisse von Protagonist Danny Kowalski erzählt Schloßer vieles aus seiner eigenen Vergangenheit, aber auch viel frei Erfundenes nach.

Sybille Schrödter kommt eigentlich aus Hamburg. Die meisten ihrer Werke sind Historienromane, aber "Das Engelstor zur Hölle" spielt in Arnsberg. Die Geschichte: Die Hamburger Strafverteidigerin Anne Brink ist nach einem Prozess dem Spott ihrer Kollegen ausgesetzt. Entnervt flieht sie ins Sauerland und übernimmt eine kleine Kanzlei. Plötzlich steht sie wieder vor einem Mordprozess.

Gunnar Steinbach arbeitet seit vielen Jahren als Redakteur bei der WESTFALENPOST in Attendorn. Seine drei Kommissar-Kugelmeyer-Krimis spielen an unbestimmten Orten im Sauerland. In "Mord mit Meerblick" allerdings gönnt sich der westfälische Ermittler eine Auszeit – und ermittelt stattdessen an der dänischen Küste.

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Ralf Strackbein, Friedel Thiekötter, Peter Timmendorf, Dirk Zandecki 

Ralf Strackbein aus Siegen lässt Privatdetektiv Tristan Irle in Siegen-Wittgenstein ermitteln. Und das schon seit Jahren: Der erste Band erschien 1991 – das neueste Werk ist Band 25. In seinen Regiokrimis ließ Strackbein schon Windkraftgegner und Wisent- Ranger sterben. Auf der HTS lag auch schon eine Leiche. Grundsätzlich nimmt Strackbein gern aktuelle Themen aus der Region zum Thema für seine Krimis.

Dr. Friedel Thiekötter ist in Neheim geboren. Der Autor starb 2011 in Münster. Neben vielen Gedichten und Kurzgeschichten, für die er unter anderem den Westfälischen Hörspielpreis und den Kurzgeschichtenpreis der Stadt Arnsberg bekam, schrieb Thiekötter auch Krimis. Der Roman "Cembalist am Glockenseil" (1994) spielt am Möhnesee, in Arnsberg und Warstein. "Der Nabel" (1995) spielt in Völlinghausen bei Erwitte.

Peter Timmendorf aus Wickede hat mit Sauerland, Schützkenfest, Pilskes und was Totes bisher zwar nur einen Sauerland-Roman geschrieben, aber der strotzt auf seinen 474 Seiten nur so vor Lokalkolorit. Einem bestimmten Ort ist die Handlung nicht zugeschrieben – der Fall spielt im beschaulichen Juppsdorf am Mühlensee. Dort hängt eine Woche vor dem Schützenfest eine Leiche im Kugelfang der Vogelwiese: Dieter Geldmacher, Leiter der Dorfsparkasse, ist tot.

Dirk Zandecki ist hauptberuflich Werbetexter und stammt aus Duisburg. Inzwischen lebt er aber in Olpe. Hier spielen auch seine Krimis, in denen er Kriminalkommissar Ben Ruste und Bäuerin Anna ermitteln lässt. In seine bisher drei Sauerland-Krimis verschwinden Holländer, Schützenvögel und Windkraft-Blogger.

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