Garten

Historischer Garten der Villa Hohenhof wird rekonstruiert

Der Brunnengarten am Hohenhof wirkt verwachsen. „Zu Osthaus’ Zeiten diente die Bepflanzung als Umrahmung und war weitaus niedriger“, weiß Expertin Birgit Schulte aus alten Unterlagen. Der Garten soll in den kommenden Jahren in seinen Urzustand (um 1910/13) zurück versetzt werden. 

Foto: Michael Kleinrensing

Der Brunnengarten am Hohenhof wirkt verwachsen. „Zu Osthaus’ Zeiten diente die Bepflanzung als Umrahmung und war weitaus niedriger“, weiß Expertin Birgit Schulte aus alten Unterlagen. Der Garten soll in den kommenden Jahren in seinen Urzustand (um 1910/13) zurück versetzt werden.  Foto: Michael Kleinrensing

Eppenhausen.   Hagen spielt bei der Internationalen Gartenausstellung 2027 vorne mit. So soll der historische Garten der Villa Hohenhof rekonstruiert werden.

Hagen wird bei der Internationalen Gartenausstellung (IGA) vorne mitspielen. Nach jetzigem Planungsstand soll das Südufer des Hengsteysees entwickelt werden und in Haspe ein Baumwipfelpfad entstehen. Weiteres wichtiges Projekt: die Wiederherstellung des historischen Gartens der Villa Hohenhof.

Schon heute mit Hochdruck bei der Sache

Mit Hochdruck ist Birgit Schulte schon heute dabei, alte Quellen, Fotos und Rechnungen von einst zu sichten, um den Urzustand rekons­truieren zu können. Die stellvertretende Direktorin des Osthaus-Museums (der Hohenhof ist eine Dependance des Museums) gilt als ausgesprochene Expertin in Sachen „Hagener Impuls“ sowie Leben und Wirken des Kunstmäzens und -sammlers Karl Ernst Osthaus.

„Natürlich sind es bis 2027 noch neun Jahre, doch wir müssen die Zeit nutzen, um vorliegende Pläne, die zeigen, wie die Gartenanlage um 1910/13 ausgesehen hat, zu überarbeiten und zu klären, wer über welche Töpfe Fördergelder beantragen kann. Dann erst können wir schauen, was tatsächlich realisierbar ist“, so Birgit Schulte.

Mit „wir“ meint sie Kollegen von der Bauordnung, der städtischen Denkmalbehörde und der Gartendenkmalpflege NRW.

Plan einer Gartenvorstadt

Kunstsammler und -freund Osthaus hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Eppenhausen 200 000 Quadratmeter Land gekauft, um dort eine durch „Licht, Luft, Leben und Hygiene“ geprägte Gartenvorstadt bauen zu lassen. „Ja, Osthaus hat immer groß gedacht“, sagt Schulte.

Einer seiner Lieblingsarchitekten, Henry van de Velde, sollte die Gartenanlage gestalten.

„Van de Velde war kein Landschaftsbauer, sondern reiner Architekt, dem wichtig war, die Achsen des Gartens auf die Achsen der Villa Hohenhof zu beziehen. Es drehte sich alles stets ums Gesamtkonzept.“

Auch die Materialien des Hauses (zum Beispiel Basalt) fanden sich im Garten wieder, genau wie die Farbe Weiß, die Gebäude, Pergola und Außenmobiliar kennzeichnete.

Rosen-, Frühlings-, Brunnen- und Gemüsegärten

1913 holte Osthaus den Landschaftsbauer Leberecht Migge, der sich um die Bepflanzung kümmern sollte, nach Eppenhausen.

Migge legte Rosen-, Frühlings-, Brunnen- und Gemüsegärten an, ferner Bleich- und Spielplatz.

„Der Hohenhof sollte, wie Osthaus häufig betonte, kein Museum, sondern ein Platz zum Leben sein“, unterstreicht Schulte.

Im Laufe der Jahrzehnte änderten sich die Besitzverhältnisse; Hohenhof samt Garten verfielen bzw. wurden umgestaltet.

Die Kosten der jetzt in Angriff genommenen Rekonstruktion des historischen Gartens belaufen sich auf geschätzte 1,9 Millionen Euro (inkl. der Bauunterhaltung des Gebäudes im laufenden Betrieb sowie Quellensichtung, Anlegen des historischen Gartens, Erschließung eines Parkplatzes, Marketing und Objektschutz).

„Natürlich muss zu gegebener Zeit auch über Eintrittspreise und Öffnungszeiten gesprochen werden“, so Birgit Schulte.

>>>HINTERGRUND

  • Die internationale Gartenausstellung (IGA) findet 2027 statt. Hagen als Stadt am Rande des Ruhrgebietes soll ein wichtiger Standort werden. Schon jetzt werden Pläne geschmiedet, wie sich die Region Besuchern aus dem In- und Ausland präsentiert. 53 Kommunen und vier Kreise werden dabei ihre Stärken in Stadt- und Landschaftsentwicklung vorstellen. Getragen wird die IGA Metropole Ruhr von den Städten, vom Regionalverband (RVR), der Emschergenossenschaft, der regionalen Wirtschaft und dem Land NRW.
  • Im Rahmen der IGA 2027 ­sollen 200 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert werden; für die Durchführung besteht ein Zuschussbedarf von 45 Millionen Euro.
  • Zwischen 2,6 und 5 Millionen Besucher werden zu dem Groß­ereignis erwartet.

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