Trockenheit

Hitzewelle: Die Sorge vor den Waldbränden in Südwestfalen

Gefällte Fichten im Wildgehege im Wehringhauser Bachtal.

Gefällte Fichten im Wildgehege im Wehringhauser Bachtal.

Foto: Michael Kleinrensing (Archiv)

Hagen.  In den Wäldern besteht erhöhte Brandgefahr. Abgestorbene Bäume sind ein Risiko. Durch die Trockenheit fehlt Löschwasser in den Entnahmestellen.

Der Sommer ist zurück -- und zwar so richtig. Der Deutsche Wetterdienst spricht Hitzewarnungen für die kommenden Tage aus. Welche Auswirkungen hat das auf Südwestfalen?

Ist noch genug Wasser da?

Die Talsperren des Ruhrverbandes sind mit rund 82 Prozent ausreichend gefüllt. Alle neun Stauseen in der Region sind zwar mindestens zwei Meter unter dem Vollstau, das sei aber normal für die Jahreszeit, so Britta Balt, Sprecherin des Verbandes. „Eine komplett volle Badewanne braucht man nicht“, verdeutlicht sie die Situation.

Die Talsperren sammeln über das Jahr Wasser, um es dann im Sommer abrufen zu können. Es wird momentan rund zehn mal mehr Wasser abgegeben als zufließt. Damit werde der Pegel der Ruhr stabil gehalten. Die Füllständer der Talsperren seien insgesamt auf einem ähnlichen Stand wie letztes Jahr. Trotz eines trockenen Winters konnten sich die Pegel über das Frühjahr erholen.

„Wir machen uns noch keine großen Sorgen. Die Trinkwasserversorgung ist gewährleistet. Ein Ausfall der winterlichen Aufstauphase wäre ein Problem“, so Balt. Durch die Erfahrungen des letzten Jahres beobachtet der Ruhrverband die Situation sehr genau. Wenn es kritisch wird, könne man über die Aufsichtsbehörden zunächst die Mindestabflüsse temporär ändern. Also weniger ablassen, als eigentlich vorgeschrieben. Doch unbegrenzt ist Wasser nicht: In Medebach im Hochsauerlandkreis rufen die Stadtwerke zu sparsamem Umgang mit Wasser auf.

Die Situation der Wälder

Die Wälder haben sich noch nicht vom letztjährigen Sommer erholt. Die Verbreitung des Borkenkäfers, bedingt durch die klimatischen Bedingungen, schreitet weiter voran, weiß Edgar Rüther vom Regionalforstamt Soest-Sauerland: „Wir sind immer noch in einer kritischen Situation. Die Fichten sterben ab, und Buchen werden stärker angegriffen.“ Dass durch den Platz und das Licht, welches durch sterbende Fichten entsteht, die Ökologie bereichert wird, sei nur „ein Lichtblick in der Katastrophe“.

Gefahr durch Brände

Die abgestorbenen Bäume liegen weiterhin im Wald und sind ausgetrocknet. Diese Resthölzer bieten Feuern Nährstoff. Südwestfalen ist von der Vegetation her nicht so anfällig für Waldbrände wie andere Regionen in Deutschland, aber die Gefahr ist erhöht. Der Deutsche Wetterdienst stuft Südwestfalen auf seinem Waldbrandgefahrindex in den kommenden Tagen auf drei und vier ein – von maximal fünf.

Bernd Krause, Kreisbrandmeister im Hochsauerlandkreis, hält die Lage für „angespannt“. Er weiß, „dass Brände schnell genug entdeckt werden müssen, um großflächige Einsätze zu vermeiden“. Gemeinsam mit kommunalen Feuerwehren und den Regionalforstämtern werden im Vorfeld Pläne entwickelt, wo beispielsweise Löschwasser geholt werden kann. Durch die Trockenheit sind nicht alle Entnahmestellen voll.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben