Kinderarmut

In Hagen lebt fast jedes dritte Kind von Hartz IV

Ein Kind schaukelt in einer Hochhaussiedlung.

Ein Kind schaukelt in einer Hochhaussiedlung.

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Düsseldorf/Hagen  Der Anteil der Kinder in Deutschland, deren Eltern von Hartz IV leben, hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen – auch in Südwestfalen.

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Der Anteil der Kinder in Deutschland, deren Eltern Hartz IV beziehen, hat einer Untersuchung zufolge einen neuen Höchststand erreicht. 14,6 Prozent der Kinder in Deutschland erhalten Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) II, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gestern mitteilte.

Insgesamt seien 1,95 Millionen Kinder und Jugendliche betroffen. Das seien über 110 000 Kinder oder 0,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Der Anstieg ist eine Folge der Zuwanderung

Nach einer Auswertung von Daten der Bundesagentur für Arbeit vom Juni ist der Anstieg der Quote eine Folge der Zuwanderung vor allem von Flüchtlingen seit dem Jahr 2012, so WSI-Sozialexperte Eric Seils.

Die Zahl ausländischer Kinder im SGB-II-Bezug habe sich seit Dezember 2011 von 291 373 auf 583 639 verdoppelt. Die Zahl der Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit in SGB-II-Haushalten sei dagegen um über 120 000 gesunken.

Regionale Konzentration auf Westdeutschland

Regional konzentriert sich die Zunahme der Kinder, die auf Hartz IV angewiesen sind, auf Westdeutschland. Die höchste Hartz-IV-Quote unter Kindern bundesweit weist die Stadt Gelsenkirchen auf mit 41 Prozent. Die Stadt Hagen liegt in der Studie auf Platz 16 mit einer Quote von 29,9 Prozent; Ende des Jahres 2011 waren es noch 22,3 Prozent.

Günstiger Wohnraum für Armutszuwanderer in Hagen

Der Grund für den starken Anstieg hier seien nicht nur Flüchtlinge, sondern Armutszuwanderer unter anderem aus Südosteuropa, die in Städten wie Hagen ausreichend günstigen Wohnraum fänden, so Reinhard Goldbach vom Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt.

In den Landkreisen Südwestfalens sind die Anteile der Hartz-IV- Kinder um knapp 2 bis 3 Prozentpunkte gestiegen. Sie liegen aktuell im EN-Kreis bei 17 %, HSK 10,1 %, MK 15,6 %, Siegen-Wittgenstein 12,4 % und Soest 11,1 %.

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