Wirtschaft

Inotec aus Ense macht im „Cube“ Evakuierungen erlebbar

Dynamische Fluchtwegsysteme

Wenn bei einem Brand Panik aufkommt, können Fluchtwege Leben reden. Die Firma Inotec aus Ense entwickelt für diese Fälle neue Sicherheitstechnik.

Wenn bei einem Brand Panik aufkommt, können Fluchtwege Leben reden. Die Firma Inotec aus Ense entwickelt für diese Fälle neue Sicherheitstechnik.

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Ense.   Inotec aus Ense stellt Sicherheitsbeleuchtung her, die im Notfall Leben retten kann. Innovationen macht es im zweistöckigen“Cube“ erlebbar.

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In Sekundenschnelle füllt sich der Hörsaal mit Qualm, eine Alarmsirene ertönt. Schrill. Alle Mann raus. Das Notausgangsschild über der Haupttür, das normalerweise in gewohntem Grün erleuchtet und den rettenden Weg weist, zeigt ein grellrotes X. Kein Durchkommen. Der kürzeste Fluchtweg würde in die Irre, in diesem Fall in einen komplett verrauchten Gang führen.

Das kubische Gebäude im westfälischen Ense hat nicht umsonst die Bezeichnung „Forum für Evakuierung“ und wegen seiner Form den Namen „Cube“. Das Unternehmen Inotec demonstriert hier modernste Fluchtweg- und Sicherheitstechnik, macht sie für Kunden aus aller Welt seit ein paar Tagendort wortwörtlich erlebbar.

Der Qualm, die Sirene, der versperrte Fluchtweg – alles ist inszeniert, um den Gästen bei der ­Einweihung des neuesten Firmentrakts zu zeigen, was State of the Art in der Branche bedeutet – und um dynamische Fluchtwegbeleuchtungen weiter zu entwickeln.

Referenzen vom Adlon bis zum Flughafen Düsseldorf

Inotec steht für Innovative Notlicht Technologie und wurde 1995 in Neheim gegründet. Ein Jahr vor der Brandkatastrophe am Düsseldorfer Flughafen. Der erste Großauftrag war die Ausstattung des Staatstheaters Luxemburg. Heute ziehen sich die Referenzen quer durch alle Gebäudetypen, vom Hotel Adlon in Berlin oder Geschäftshäusern wie am Potsdamer Platz über die Thyssenkrupp-Zentrale in Essen und eben Flughäfen wie Düsseldorf oder auch Dortmund.

Wer sich in die Abflughalle in der Landeshauptstadt begibt, läuft irgendwann sicher über die in den Boden eingelassenen Leuchten, die den rettenden Weg ins Freie auch dann weisen, wenn Flüchtende die Hand vor Augen und vor allem selbst leuchtende Fluchtweghinweise über Türen nicht mehr erkennen können. „Die meisten der 17 Todesopfer 1996 in Düsseldorf sind nicht verbrannt, sondern erstickt, weil sie den rettenden Weg nicht gefunden haben“, erinnern Inotec-Geschäftsführer Michael Langerbein und Vertriebsleiter Jörg Finkeldei. Die dynamische Fluchtwegtechnik soll ein Drama wie 1996 verhindern helfen.

Der Bedarf für moderne Notbeleuchtungssysteme ist im Zuge von erhöhten Brandschutzauflagen stetig gestiegen. „Das Geschäftsmodell Sicherheitsbeleuchtung lebt auch von herrlich vielen Vorschriften. Man kann sich damit 365 Tage im Jahr beschäftigen“, sagt Cube-Projektleiter Ulrich Höfer.

Insofern scheint es folgerichtig, dass Inotec sich seit Jahren auf Wachstumskurs befindet. Im Zuge der anhaltenden Expansion fand man 1999 im Gewerbegebiet in Ense geeignete Flächen, auf denen sich das Unternehmen immer weiter ausdehnte und zuletzt ein benachbartes Grundstück kaufte, um dort in einem Zweijahresprojekt den zweigeschossigen Cube bauen zu lassen. Hier können die verschiedensten Anwendungsbereiche begehbar vorgeführt werden. Von Sicherheits-Technik für Lagerlogistik, über jene in Sporthallen bis hin zu Klassenräumen ist das Gebäude ein großer „Showroom“ in dem zudem Forschung- und Entwicklung Platz finden. „Wir verkaufen hier nicht einzelne Leuchten, sondern ein Gesamt-Sicherheitskonzept. Das ist unserer Philosophie“, sagt Technikgeschäftsführer Karl-Heinz Malzahn.

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