Wirtschaft

Insolvenz für VW-Autohauskette MaxMoritz beantragt

Für die zur Weller-Gruppe gehörende Autohauskette MaxMoritz, die an elf Standorten unter anderem in Hagen, Soest und Bielefeld Audi, VW, Skoda und Seat verkauft.

Für die zur Weller-Gruppe gehörende Autohauskette MaxMoritz, die an elf Standorten unter anderem in Hagen, Soest und Bielefeld Audi, VW, Skoda und Seat verkauft.

Foto: NITSCHE, Thomas

Hagen.   Für die VW-Autohauskette MaxMoritz wurde Insolvenz in Eigenregie beantragt. Gesellschafter Burkhard Weller will alle elf Häuser verkaufen.

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Die VW-Autohauskette MaxMoritz mit bundesweit elf Standorten unter anderem in Hagen, Soest, Bielefeld und Ostfriesland hat am Dienstag beim Amtsgericht Bremen Insolvenz in Eigenregie beantragt. Die Kette, die Audi, VW, Seat und Skoda vertreibt und rund 650 Mitarbeiter beschäftigt, gehört zur Weller-Gruppe in Berlin und hat nach eigenen Angaben rund 22. 000 Fahrzeuge pro Jahr verkauft. „Die Entwicklung ist nicht über Nacht gekommen. Es ist nicht rund gelaufen“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Burkhard Weller gegenüber dieser Zeitung.

Zur Weller Gruppe gehören auch Autohäuser der Marken BMW und Mini (B&K) sowie Toyota und Lexus (Auto Weller). „Hier läuft es hervorragend“, erklärte Weller. Diese Unternehmensteile seien von der Schieflage nicht betroffen.

Der Betrieb läuft vorerst weiter

Nach eigenen Angaben habe man seit 16 Monaten versucht, MaxMoritz erfolgreich zu restrukturieren. Dies ist nicht gelungen. „Wir werden uns nun geordnet zurückziehen. Mit dem VW-Konzern ist das Vorgehen abgesprochen“, so Weller. Die Beschäftigten an den Standorten wurden Dienstagnachmittag informiert. Weller gehe nun für MaxMoritz auf Investorensuche. „Ich habe noch mit niemandem gesprochen.“ Der Geschäftsführer sieht zum jetzigen Zeitpunkt gute Chancen für alle Beschäftigten und die Häuser, außer möglicherweise für einen kleinen Service-Standort in Wiesmoor.

Zum weiteren Sanierungsverfahren gehört auch, dass das Insolvenzgericht einen weiteren Geschäftsführer bestimmt, der neben Weller und zwei weiteren MaxMoritz-Geschäftsführern die Planinsolvenz mit Gläubigerschutz begleitet. Die Gehälter für die Beschäftigten seien durch das Verfahren gesichert, erklärte Weller. Das Geschäft laufe an allen Standorten für Kunden und Beschäftigte ganz normal weiter.

Keine Fahrzeugbriefe mehr von VW bekommen

Normal war das Geschäft in jüngster Zeit aber offenkundig keineswegs. Nach Informationen dieser Zeitung hat der VW-Konzern wegen der finanziellen Schwierigkeiten bereits keine Fahrzeugbriefe mehr an MaxMoritz herausgegeben, so dass auch keine Neufahrzeuge mehr an Kunden verkauft werden konnten. „Dies ist seit heute wieder anders“, bestätigte Weller diesen Umstand.

Weller scheint sich voll auf Toyota und Lexus zu fokussieren und in das Geschäft mit diesen Marken zu investieren. Erst vor wenigen Wochen hat die Weller-Gruppe einen Toyotastandort in Dortmund an der Bundesstraße 1 gekauft. Die Weller-Gruppe hat in diesem Jahr nach eigenen Angaben rund 53 .000 Fahrzeuge verkauft und mit rund 2300 Beschäftigten einen Umsatz in Höhe von 1,3 Milliarden Euro erzielt – inklusive MaxMoritz.

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