Biermarkt

Krombacher baut Vorsprung als Deutschlands Bier Nummer 1 aus

Erstmals erzielte die Krombacher Gruppe über sieben Millionen Hektoliter Ausstoß (+2,5%), davon über sechs Millionen mit Bioerprodukten.

Erstmals erzielte die Krombacher Gruppe über sieben Millionen Hektoliter Ausstoß (+2,5%), davon über sechs Millionen mit Bioerprodukten.

Foto: Krombacher Brauerei GmbH & Co.

Kreuztal.   Die Krombacher-Gruppe wuchs 2017 beim Umsatz und dem Getränkeverkauf gegen den Trend in der umkämpften Branche, der abwärts wies.

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Im Grunde müssten im Hause Schadeberg pausenlos die Kronkorken knallen. Aus dem für den Biermarkt miesen Jahr 2017 mit einem satten Plus beim Ausstoß und Umsatz herauszukommen, wäre eine Feier wert – selbstverständlich mit Gerstensaft. Während der Markt in Deutschland im Schnitt im abgelaufenen Jahr rund zwei Prozent an Absatz verlor, legte die Krombacher Gruppe um satte 2,5 Prozent zu.

Tonictrend beflügelt Schweppes

Über sechs Millionen Hektoliter Bierausstoß bedeuten eine neue Rekordmarke und gleichzeitig eine Steigerung des Marktanteils für Deutschlands ohnehin beliebteste Biermarke.

Und: Auch mit der Erfrischungsgetränksparte Schweppes wurde erstmals die Millionenmarke beim Ausstoß überschritten. „Hier spielt der Tonictrend eine riesige Rolle“, sagt Krombacher-Sprecher Franz-Josef Weihrauch. Weil die Kreuztaler davon ausgehen, dass sich insbesondere das In-Getränk Gin-Tonic noch eine Weile großer Beliebtheit erfreuen dürfte, legt man in gewohnter Manier nach und erweitert das Angebot an Tonicwater für die Gastronomie um vier Sorten.

Das Geschäft an der Theke ist der einzige Bereich, in dem zuletzt auch Krombacher Einbußen hinnehmen musste. Der Fassbierabsatz war um über zwei Prozent rückläufig. Grund sei ein bundesweites Kneipensterben im ländlicheren Raum und ein umkämpfter Markt in Ballungsgebieten wie dem Ruhrgebiet. Den Absatz vor der Haustür betreffe diese Tendenz nicht, sagt Weihrauch: „Das Sauer- und Siegerland sind eben traditionelle Räume.“

Hochzufrieden dürfte die Brauerei mit dem Auslandsgeschäft sein, jedenfalls beim Blick auf den um knapp zwölf Prozent gestiegen Absatz. USA, England, Italien, Russland und Korea sind laut Brauerei die Länder mit deutlichen Zuwächsen.

Und auch die Dose läuft immer besser. Ein Trend, der aktuell für Investitionen am Stammsitz von Krombacher sorgt. Dort wird gerade eine Dosenabfüllanlage gebaut, die im Frühjahr in Betrieb genommen werden soll. „Damit holen wir dieses Geschäft nach Krombach zurück“, erklärt Weihrauch.

Beim Ausblick auf 2018 bleibt der Brauereisprecher vorsichtig bis geradezu zurückhaltend. Trotz Fußball-WM im Sommer wird es schwierig werden, weiter in diesem Maße gegen Trend zu wachsen. Zumal für das Frühjahr eine Preiserhöhung angekündigt ist. „Wir sind zwar optimistisch, aber es ist jedes Jahr ein harter Kampf“, so Weihrauch über die Branche, in der mittlerweile ein regelrechter Verdrängungswettbewerb tobt. Dem müssen sich auch die südwestfälischen Brauereien immer wieder aufs Neue stellen.

Verdrängungswettbewerb tobt

Am Dienstag veröffentlicht der etwas kleinere Mitbewerber Veltins – nach Krombacher, Oettinger und Bitburger immerhin die Nummer vier des deutschen Marktes – die Geschäftszahlen für 2017. Dem Vernehmen nach gehört die Grevensteiner Privatbrauerei auch zu den wenigen Gewinnern des abgelaufen Jahres.

Im Gegensatz zur benachbarten Warsteiner Brauerei, wo gerade die Beratungsfirma Roland Berger alles auf Links dreht, um den Negativtrend der letzten Jahre wieder umzukehren. Erst Anfang Februar will man bei der ehemaligen Nummer eins unter den Bieren in Deutschland (aktuell Platz 7) die Ergebnisse des Geschäftsjahres und des Konsolidierungsprozesses präsentieren.

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