Bier

Krombacher Brauerei jagt den eigenen Rekordwert

Läuft: Die Krombacher Brauerei meldet Zuwächse im ersten Halbjahr, die deutlich über dem Branchenschnitt liegen.

Foto: Krombacher Brauerei

Läuft: Die Krombacher Brauerei meldet Zuwächse im ersten Halbjahr, die deutlich über dem Branchenschnitt liegen. Foto: Krombacher Brauerei

Kreuztal/Hagen.   Der Siegerländer Getränkekonzern legt deutlich über dem Branchendurchschnitt zu. Dabei helfen insbesondere die alkoholfreien Marken.

Der Branchenriese unter den Brauereien in Südwestfalen ist auf der Jagd nach neuen Rekordwerten: Die Krombacher Brauerei meldet für das erste Halbjahr ein Plus von 3,8 Prozent oder 109 000 Hektolitern bei den Biergetränken. Damit liegt das Unternehmen aus Kreuztal klar über dem Durchschnittswert der Branche (- 2,5 Prozent) – und bislang über dem eigenen Rekordwert des gesamten letzten Jahres von + 3,5 Prozent.

„Die Unternehmensgruppe hat über alle Vertriebskanäle zulegen können“, ordnet Franz-Josef Weihrauch, Sprecher des Siegerländer Familienunternehmens, die Zahlen im Gespräch mit der WESTFALENPOST ein. Besondere Effekte machte er nicht aus; auch die Werbung sei nicht intensiviert worden. Weihrauch: „Krombacher wirbt kontinuierlich. Das zahlt sich aus.“

Marktführerschaft ausgebaut

Hohe zweistellige Zuwächse hat die Brauerei, die längst zu einem Getränkekonzern geworden ist, bei zwei Produkten ohne Alkohol erzielt: Bei der Fassbrause meldet Krombacher ein Plus von 21,4 Prozent; das entspricht 10 000 Hektolitern Ausstoß mehr. Nach eigenen Angaben baut Krombacher damit seine Marktführerschaft in diesem Segment auf rund 30 Prozent aus: Jede dritte Fassbrause kommt demnach aus Kreuztal. Dabei hat offenbar die neue Sorte Cola-Orange kräftig mitgeholfen.

Krombacher stellt seine Fassbrause, anders als viele Mitbewerber, aus einem natürlichen Malzausguss und nicht aus alkoholfreiem Bier her. Weihrauch beschreibt die Fassbrause daher als „Erfrischungsgetränk für die ganze Familie“; das biete eine „gute Ausgangsposition“ auf dem Markt.

Ausgezahlt hat sich für das Unternehmen auch, die Komplettvermarktungsrechte für Vitamalz zu erwerben: Der Ausstoß bei dem Malzbier legte um 25,2 Prozent (+ 20 000 Hektoliter) im ersten Halbjahr zu. Als Ursache für die „überaus positive Entwicklung“ nannte Weihrauch einerseits die neue 0,75-Liter-Flasche und die Neugestaltung des Kastens für die 0,5-Liter-Flaschen, der jetzt „deutlich moderner“ wirke.

Die Marke Vitamalz ist seit 2016 Eigentum der Krombacher-Gruppe. Marketing-Geschäftsführer Uwe Riehs kündigte an, die Traditionsmarke – das Malzbier geht auf die 1930er-Jahre zurück – weiter voranbringen zu wollen und sieht „gute Wachstumsperspektiven“ für das Getränk.

Weizenbiere ohne Dynamik

Beim klassischen Pils erreichte das Unternehmen immerhin einen leichten Zuwachs von + 2,9 Prozent (60 000 Hektoliter) zum Vorjahreszeitraum; auch beim alkoholfreien Bier legte Krombacher mit rund 7 Prozent zu. Die Weizenbiere aus dem Siegerland zeigen offenbar nicht die Dynamik der anderen Marken, sondern liegen „auf Vorjahreskurs“. Was aber „deutlich besser als der Markt“ sei.

Punkten konnte die Unternehmensgruppe auch bei den Limonaden: Die Getränke aus der Schweppes-Reihe, für die Krombacher die Vertriebsrechte für Deutschland und Österreich besitzt, legten um 5,8 Prozent zu.

Hintergrund:

Wie Krombacher als die mit Abstand größte Brauerei in Südwestfalen hatte auch die Veltins-Brauerei aus Meschede ein immerhin leichtes Plus (0,7 Prozent) beim Bierausstoß im ersten Halbjahr erreicht; beide Unternehmen haben sich damit gegen den Branchentrend in Deutschland abgesetzt.

Einen deutlichen und überdurchschnittlichen Absatzrückgang muss die Warsteiner Brauerei mit rund 5 Prozent im ersten Halbjahr hinnehmen, die damit erneut nicht die angekündigte Wende geschafft hat.

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