Party-Szene

Let’s Dance: In diesen Discos feiert Südwestfalen

28 Diskotheken gibt es insgesamt in Südwestfalen. Die älteste von ihnen ist die „Tenne“ in Winterberg.

28 Diskotheken gibt es insgesamt in Südwestfalen. Die älteste von ihnen ist die „Tenne“ in Winterberg.

Foto: Marc Engemann

Hagen.  Die Disco feiert 60. Geburtstag. Wie die Diskotheken-Szene in Südwestfalen aussieht und ob die Angebote ausreichen, erfahrt ihr hier.

Tanzen, feiern, mit Freunden „Partymachen“ – ist die Disco noch die beliebteste Anlaufstelle, wenn die Deutschen am Wochenende ausgehen? Die Konkurrenz durch Shisha-Bars, Kneipen und lokale Events ist groß. Immerhin gehen 50 Prozent aller 18- bis 29-Jährigen regelmäßig in Diskotheken feiern, wie eine aktuelle Umfrage zeigt (Splendid Research).

Doch wie sieht die Diskotheken-Szene in der Region aus? Sind die Angebote flächendeckend ausreichend? 28 Discos und Tanzcafés gibt es insgesamt in Südwestfalen. Im Vergleich: Dortmund allein zählt ebenfalls 28.

Disco oder Festzelt?

Kein Wunder also, dass viele Partygänger auch eine weitere Anreise in Kauf nehmen – so wie Emma Rothenpieler (19) aus Bad Berleburg. Die Studentin fährt zum Feiern nach Siegen; manchmal sogar bis nach Dortmund oder Köln. Denn im Wittgensteiner Land ist das Diskotheken-Angebot in ihren Augen alles andere als ausreichend: „Um genügend Auswahl zu haben, müssen wir zum Feiern sehr weit fahren. Problematisch ist dabei der Rückweg nach Hause“, erklärt die 19-Jährige. In Siegen seien sie auf den Sechs-Uhr-Bus am nächsten Morgen angewiesen, um nach einer Partynacht wieder zurück nach Bad Berleburg zu kommen.

Celina Darmstädter (16) aus Hagen hingegen ist mit dem „Capitol“ und den umliegenden Clubs zufrieden: „Das Angebot an Diskotheken in der Nähe, die auch etwas für meine Altersgruppe anbieten, ist vollkommen ausreichend.“ Die öffentlichen Verkehrsmittel ermöglichen ihr alle naheliegenden Clubs zu erreichen. Für die Schülerin sind ein bunter musikalischer Mix sowie „realistische“ Eintritts- und Getränkepreise bei der Wahl der Feierstätte besonders wichtig.

Alternative Freizeitangebote wie Open-Air-Konzerte sowie zahlreiche Kneipen und Cafés werden im Raum Olpe, wo es mittlerweile keine Clubs mehr gibt, von jungen Menschen gerne angenommen, wie Daniel Quast (30), wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fernuni Hagen, erklärt. Traditionelle Festzelt-Veranstaltungen seien sehr gefragt: „Besonders wichtig für die örtliche Gemeinschaft und die Kultur sind die vielen Schützenfeste, die nicht nur in der Stadt Olpe selbst, sondern auch in den umliegenden Städten und Dörfern den ganzen Sommer über gefeiert werden.“ Auch Weggezogene ziehe es jedes Jahr zurück zum Olper Schützenfest. Quast weiter: „Dementsprechend reicht das Angebot meines Erachtens völlig aus.“

Gründe für Schließungen

Dennoch geht der 30-Jährige davon aus, dass vor allem den Jugendlichen eine nahegelegene Disco fehlt, seitdem die „Nachtschicht“ in der Innenstadt schließen musste.

Vor drei Jahren gab es in Südwestfalen noch 31 Tanzlokale. Auffällig ist dabei, dass in Städten wie Meschede, Brilon, Olpe, Finnentrop, Schmallenberg und Medebac h der letzte Club in dieser Zeit geschlossen wurde. Stephan Büttner, Geschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe erklärt die häufigsten Gründe dafür: „Die Club- und Diskotheken-Branche befindet sich, wie schon öfter in ihrer 60-jährigen Geschichte, im Wandel. In Folge der demografischen Entwicklung gibt es immer weniger junge Leute.“

Auch immer neue bürokratische Vorgaben, ein veraltetes, starres Arbeitszeitgesetz, steigende Personalkosten, überhöhte Pachtzinsen und wachsende GEMA- und Energiekosten würden auf die Stimmung der Diskotheken-Betreiber drücken. Von einem „Diskotheken-Sterben“ wolle Büttner allerdings nicht sprechen. „Die aus unserer Sicht notwendige, gesunde Marktbereinigung setzt sich fort.“

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