Erinnerungen

So erinnert sich Südwestfalen an den Tag des Mauerfalls

Mit Wunderkerzen in den Händen freuen sich die Menschen auf der Berliner Mauer über die Öffnung der deutsch-deutschen Grenzen.

Mit Wunderkerzen in den Händen freuen sich die Menschen auf der Berliner Mauer über die Öffnung der deutsch-deutschen Grenzen.

Foto: db / dpa

Hagen.  Wo waren Sie, als die Mauer fiel? Viele Menschen aus Südwestfalen können sich noch genau erinnern. Hier erzählen sie von ihren Erlebnissen.

Der Mauerfall am 9. November 1989 war einer jener historischen Termine, der ein Menschenleben lang in Erinnerung bleibt. „Wo waren Sie, als die Mauer fiel?“ fragten wir auf unserer Facebookseite. Hier sind einige Antworten der User.

„Ich bin ins Bett gegangen, da ich morgens früh aufstehen musste. Auf einmal kam mein Mann ins Schlafzimmer gestürmt und rief immer wieder: ,die machen die Grenze auf, die Mauer fällt’. Wir hatten beide Tränen in den Augen.“ Angelika Bahr, Facebook-Seite WP Hagen

„Mein Vater hatte Geburtstag und wir saßen zusammen im Wohnzimmer. Wir hörten Nachrichten im Radio und wir schalteten den Fernseher ein. Wir sahen unfassbare Bilder, Menschen, die auf der Mauer saßen oder standen und dann die ersten Trabis auf dem Weg in den Westen. Der Geburtstag wurde eher unwichtig, aber die Fernsehbilder bleiben für uns unvergesslich.“ Werner Ber, Facebook-Seite WP Hagen

Tragweite des Mauerfalls erst am nächsten Morgen erkannt

„Gegen 22.30 Uhr Übergang Oberbaumbrücke passiert und mit der U1 ohne Fahrschein die neue Freiheit in Berlin genossen. Da wurde ein Traum wahr.“ Andreas Klaumünzner, Facebook-Seite WP Brilon

„Ich war damals noch in Ostberlin. Zum Zeitpunkt der Maueröffnung befand ich mich in einer Diskothek. Als das Gerücht herum ging, dass die Mauer offen ist, hat es niemand geglaubt. Ich habe erst am nächsten Morgen die Nachrichten erfahren.“ Katrin Klaumi, Facebook-Seite WP Brilon

„Zu Hause, am Tag danach, war Schule. Das erste, was mich mein Englischlehrer gefragt hat, war: ,What happened in Berlin last night?’ (Was passierte in Berlin letzte Nacht?) Erst als ich ihm die Antwort gegeben hatte, wurde mir wirklich bewusst, was für eine Tragweite dieses Ereignis hatte.“ Theo Kah, Facebook-Seite WP Arnsberg/Sundern

Von Admiralität auf dem U-Boot im Unklaren gelassen

„Am 9.11.1989 lebte ich als Au-Pair-Mädchen in Neapel/Italien. Im Schlafzimmer gab es einen kleinen Fernseher. Mein Familienvater hatte die Nachricht gesehen und lief ganz aufgeregt durchs Haus, um mir die Botschaft zu übermitteln. Ich dachte erst, dass mein Italienisch nicht gut genug sei, um die wunderbare Nachricht richtig zu verstehen – bis ich realisiert hatte, dass es wahr war.“ Xenia Kehnen, Facebook-Seite WP Menden

„Ich war sieben Jahre alt. Mein Papa saß im Sessel und sagte: ,Tja, jetzt ist sie weg.“ Katharina Holz, Facebook-Seite WP Menden

„Ich war im Truppenpraktikum als Offizier der Marine auf einem U-Jagdboot. Wir haben nichts mitbekommen und wurden beim Einlaufen von den britischen Kameraden mit den Worten „Congratulations. You’re reunited“ (Glückwunsch. Ihr seid wiedervereinigt) empfangen. Keine Sau wusste, was die meinten. Wir wurden von unserer Admiralität nicht informiert.“ Volker Wortmann, Facebook-Seite WP Menden

Mit Tankstellen-Sekt zur Grenze gefahren

„Ich lag schon im Bett und schaute mir die Nachrichten an. Als dann die Meldung von der Maueröffnung kam, habe ich mich noch mal angezogen, habe eine Flasche Sekt an der Tanke gekauft und bin per U-Bahn Richtung Grenze gefahren. Am Übergang Chauseestraße habe ich dann einen unglaublichen Abend bzw. Nacht deutscher Geschichte miterleben dürfen.“ Norbert M. Braun, Facebook-Seite WP Menden

„Ich kam nach Hause und mein Opa saß weinend vor dem Fernseher. Wir haben dann zusammen geschaut. Mitten in der Nacht stand sein Bruder vor der Tür, er hat sich sofort von Potsdam auf den Weg gemacht. Da war an Schlaf nicht mehr zu denken und wir haben gefeiert.“ Claudia Verheyde, Facebook-Seite WP Wetter

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