Weihnachtsgeschenke

Millennium Falcon: Wer 700 Euro für ein Lego-Set ausgibt

Hagen.   7541 Steine, 15 Kilo, 750 Euro – der Millennium Falcon von Lego sprengt die üblichen Dimensionen. Echte Star-Wars-Fans schreckt das nicht ab.

Er besteht aus 7541 Klötzchen und wiegt fast 15 Kilogramm: Der „Millennium Falcon“ ist das größte Lego-Set aller Zeiten. Und pünktlich zur Weihnachtszeit, wenn die Kauflaune der Menschen festliche Werte erreicht, ist das limitierte Modell des Weltraumfrachters aus der Filmreihe Star Wars wieder zum Kauf erhältlich.

Zwischen 700 und 750 Euro kostet der graue Koloss nach Abzug eines Rabatts. Ein Schnäppchen? Damit zumindest werben derzeit Spielwaren-Händler.

468 Seiten Bauanleitung für Legos Millennium Falcon

Der Millennium Falcon ist nicht nur ein Symbol der Star-Wars-Filme, er ist auch zu einem Flaggschiff des Spielzeugeherstellers Lego geworden. Kein anderes Bauklotz-Modell ist so groß und detailgetreu. Die Bauanleitung ist 468 Seiten dick. Kein Wunder, braucht es doch 1379 Schritte, um das Raumschiff des Schmugglers Han Solo – in den Filmen gespielt von Harrison Ford – zusammenzubauen.

Wer kauft so etwas?

Den Millennium Falcon gibt es stets nur in limitierter Auflage. Dementsprechend liegt der Preis, zumindest für den Großteil der Verbraucher, fernab in einer weit, weit entfernten Galaxie. „Wir haben ihn mal einen Tag lang für 650 Euro angeboten. Der Ansturm war nicht so groß wie etwa bei einem neuen I-Phone, aber es gibt durchaus Leute, die für solche Lego-Sets viel Geld ausgeben.

Das sind in der Regel junge Erwachsene“, sagt Matthias Walter, Geschäftsführer der Kaufhof-Filiale in Hagen. „Der Millennium Falcon ist etwas für leidenschaftliche Sammler. Da steckt ein Hype hinter.“ Ebenfalls sehr beliebt bei Sammlern: der Lego-Todesstern mit 4000 Einzelteilen. Die gigantische Raumstation aus „Krieg der Sterne“ kostet im Handel rund 480 Euro. Der weise Jedi-Meister Yoda würde dazu sagen: Ganz schön teuer das ist.

Wer eines der extravaganten Lego-Sets zu Weihnachten verschenken will, wird das durchschnittliche Budget des Bundesbürgers für Weihnachtsgeschenke sprengen. Laut einer aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) planen die Befragten etwa 472 Euro auszugeben. Der HDE rechnet damit, dass der Einzelhandel erstmals die 100-Milliarden-Euro-Umsatzschwelle im Weihnachtsgeschäft knacken wird.

Die umsatzstärksten Wochen des Jahres

„Die Menschen sind zur Zeit in Kauflaune, das merkt man sowohl im Online- als auch im stationären Handel“, sagt Karina Brühmann vom Einzelhandelsverband Südwestfalen. „Momentan laufen die umsatzstärksten Wochen des Jahres. Und die Menschen geben mehr aus als vergangenes Jahr. Zum einen ist die Arbeitsmarktsituation gut, zum anderen gibt es mehr Weihnachtsgeld“, sagt Brühmann. Ein weiterer Trend: Die Konsumenten achten mehr auf die Qualität ihrer Käufe, sagt die Handels-Expertin. Das lasse man sich auch mehr kosten.

Zu den klassischen Weihnachtsgeschenken zählen weiterhin Schmuck, Parfums und Gutscheine. Spielwaren seien ebenfalls beliebt. Wobei das 700-Euro-Set wohl eine Seltenheit unter der Weihnachtstanne ist.

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