Viraler Hit

Mit diesem Video bringen Jungschützen das Netz zum Lachen

Ehringhausen.   Ehringhauser Schützen haben einen Clip gedreht, der in den sozialen Netzwerken viel Aufmerksamkeit erregt. Er erinnert an eine berühmte Werbung.

Wenn er Durst hat, und der gemeine Sauerländer hat das nicht selten, kann er schon mal ungemütlich werden. Das verdeutlicht ein Werbevideo der St.-Jakobus-Schützenbruderschaft Ehringhausen aus Geseke im Kreis Soest, das ­zurzeit in den sozialen Netzwerken für viel Aufmerksamkeit und Lacher sorgt.

In dem 43-sekündigen Clip schimpft eine junge Frau über den Fahrstil des Autofahrers. „Sogar meine Oma fährt besser als du – und die hat nicht mal einen Führerschein“, meckert sie. Die Frau beruhigt sich erst, als der entnervte Sitznachbar ihr ein Bier reicht und sie einen großen Schluck aus der Flasche nimmt. „Besser?“, fragt der Mann hoffnungsvoll. „Besser“, sagt die Frau, die aber plötzlich keine Frau mehr ist, sondern ein Schützenbruder samt Uniform.

4000 Klicks in fünf Tagen

„Du bist nicht du, wenn du durstig bist“, lautet der Slogan am Ende des Videos – angelehnt an die Kult-Werbekampagne für den Schokoriegel Snickers, in der Stars wie Elton John oder Mr. Bean mitgespielt haben.

Ganz so prominent ist Matthias Lehmkühler, der im Video der ­Ehringhausener Schützen die nörgelnde Diva nach ihrer Verwandlung spielt, zwar nicht. Doch der Bekanntheitsgrad des 27-Jährigen ist in den vergangenen Tagen rasant angestiegen: Mehr als 4000 Mal wurde der lustige Clip in den ersten fünf Tagen auf Facebook angeklickt, auf Youtube kommen rund 1000 Aufrufe hinzu.

Das steckt hinter dem Video

Aufmerksamkeit, die Lehmenkühler und seine Schützenbrüder so nicht erwartet haben, aber gut gebrauchen können. „Wir richten den nächsten Kreisjungschützentag aus. Dafür machen wir kräftig Werbung“, erläutert der 27-Jährige. „Innerhalb der Schützenbruderschaft wurde ein Kreativteam ­gebildet und dort ist die Idee für das ­Video entstanden. Wir wollten ­etwas Witziges, etwas mit Wiedererkennungswert“, erklärt Matthias Lehmenkühler.

Zehn Vereinsmitglieder haben an dem Projekt ­gearbeitet, darunter auch ein ­befreundeter Filmdreher aus Geseke. „Der hat uns genau erklärt, was wir zu tun haben, und daher sieht das Video auch so gut aus“, ­berichtet Lehmenkühler.

Spiel mit Klischees und Selbstironie

Davon ist auch Andreas Jansen überzeugt, der die Initiative Homebase Sauerland leitet. „Das Ganze ist wirklich toll gemacht und technisch gut umgesetzt. Aber wichtiger als das Technische ist bei solchen Produktionen die Idee“, findet der Imagefilm-Experte aus Arnsberg. „In dem Video der ­Ehringhausener Schützen wird mit Klischees und Selbstironie gespielt, das kommt natürlich gut an. Der Humor ist typisch für den Sauerländer“, schmunzelt Andreas Jansen.

„Aber das ist völlig im Rahmen. Es ist schön zu sehen, dass Sauerländer sich auch selbst auf den Arm nehmen können.“ ­Zumal das Video beweise, dass sich Schützenvereine nicht vor neuen Dingen verschließen würden. „Auch in Schützenvereinen beschäftigt man sich mit Marketingstrategien und neuen Medien“, so Jansen.

Eine Fortsetzung ist angekündigt

Die St.-Jakobus-Jungschützen wollen dies auch in Zukunft tun. Allein weil die Filmproduktion ein großer Spaß war. „Ich weiß nicht, wie oft wir die Szenen neu gedreht haben. Immer wieder musste sich jemand kaputtlachen. Besonders als ich aufstoßen musste, konnten wir uns vor Lachen kaum halten“, sagt Matthias Lehmenkühler.

Eines kann der gelernte Kaufmann bereits jetzt verraten: „Wir haben ein zweites Video gedreht, das in ein paar Wochen veröffentlicht wird. Da geht es ums Vogelschießen. Mehr sage ich aber nicht.“

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