Corona

Museen in Südwestfalen öffnen wieder. Wir kennen die Regeln

Lockerungen in NRW: Das ist ab dieser Woche erlaubt

In NRW gibt es seit dem 4. Mai weitere Lockerungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie. Ein Überblick.

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Hagen.  Die Museen von Arnsberg bis Siegen freuen sich, dass es weitergeht. Worauf Besucher achten müssen, verraten wir hier

Der maskierte Mensch im gesellschaftlichen und politischen Kontext war im vergangenen Frühsommer Thema einer großen Ausstellung im Kunstmuseum Bonn. Nun holt das Leben die Kunst ein. Die Maske wird zur Pflicht für alle Ausstellungsbesucher in Deutschland. Das ist eine der Regeln, unter denen die Museen der Region wieder öffnen. Nur das Osthaus-Museum in Hagen lässt seine Türen weiter zu.

„Durch den großen Andrang bei der Macke-Ausstellung sind wir bereits sensibilisiert für das Thema Besucherführung. Das hilft jetzt“, schildert Dr. Jürgen Schulte-Hobein, Direktor im Sauerland-Museum Arnsberg, das am Mittwoch wieder mit den gewohnten Zeiten öffnet. 100 Personen dürfen sich gleichzeitig im Neubau aufhalten, in den verwinkelten Räumen des Altbaus maximal drei Personen. Zum Vergleich: Bei Macke befanden sich zeitweilig über 1000 Kunstfreunde gleichzeitig im Haus. Schulte-Hobein freut sich besonders, dass die große kulturhistorische Tourismus-Ausstellung „Das Paradies vor der Haustür. Vom Revier ins Sauerland“ nun wieder zugänglich ist. Die aufwändige Schau musste nach zwei Wochen Laufzeit coronabedingt schließen. Jetzt wird sie bis zum, 4. Oktober verlängert. (www.sauerland-museum.de)

Flubb Blupp Boing im Kunstverein

Der Kunstverein Arnsberg öffnet ebenfalls am Mittwoch wieder mit den üblichen Öffnungszeiten und verlängert die Ausstellung „Brad Downey: Flubb Blupp Boing“ bis zum 7. Juni, so Dr. Andrea Piorreck-Teiser. Besucher klingeln am Gebäudeeingang, vor den Ausstellungsräumen stehen Masken und Handdesinfektion bereit. Maximal zehn Besucher gleichzeitig können die Säle betreten. (www.kunstverein-arnsberg.de)

Auch das Museum für Gegenwartskunst in Siegen bereitet sich seit Wochen darauf vor, wieder Gästen seine Kunst zu zeigen. Ab dem heutigen Dienstag sind die Ausstellungen „Unsere Gegenwart“ sowie „Nora Turato. MGKWalls“ für maskierte Besucher zugänglich. „Unsere Gegenwart“ wird verlängert. „Wir werden den Eintritt durch die Kasse regulieren, so dass es keine Gruppenbildung geben kann“, so Sprecherin Stefanie Scheit-Koppitz. Maximal 50 Personen dürfen in das Haus. Alle museumspädagogischen Aktivitäten werden weiterhin ausschließlich digital angeboten. (www.mgk-siegen.de)

Osthaus-Museum bleibt vorerst zu

Für das Hagener Osthaus-Museum gibt es demgegenüber noch keinen Wiederöffnungstermin, so Museumsdirektor Dr. Tayfun Belgin. Heute will der Verwaltungsvorstand der Stadt darüber beraten, wann das Haus wieder für den Publikumsverkehr freigegeben werden kann. Die viel gelobte Expressionisten-Ausstellung mit Werken der eigenen Sammlung gehört zu den Opfern der Corona-Krise. Denn sie musste vorzeitig abgebrochen werden. (www.osthausmuseum.de)

Davon ebenfalls betroffen ist das Emil-Schumacher-Museum Hagen, das zwar von der Emil-Schumacher-Stiftung geführt wird, aber die Infrastruktur mit Kassenpersonal und Aufsicht über die Stadt Hagen bezieht. Museumsleiter Rouven Lotz könnte sofort öffnen, „In einem Museum wird immer Abstand gehalten, damit kennen wir uns aus. Die Besucher halten Abstand zu den Kunstwerken und Abstand zuein­ander. Bis auf ganz wenige Stellen ist das Emil-Schumacher-Museum für die Besucherführung unkritisch.“ (www.esmh.de)

Das Südsauerlandmuseum in Attendorn und das Museum Wendener Hütte öffnen am heutigen Dienstag mit den üblichen Auflagen. Nur zwei bis drei Besucher dürfen sich auf einer Etage des historischen Hauses in Attendorn aufhalten. Bis Anfang Juni wird die Ausstellung „Aufbruch ins 20. Jahrhundert“ mit Exponaten unter anderem aus der Sammlung Wulff (Lennestadt) gezeigt, sagt Museumsleiterin Monika Löcken. (www.suedsauerlandmuseum.de)

Porträts, die noch keiner gesehen hat

Voraussichtlich am 9. und 10. Mai wird das Industriemuseum Gut Rödinghausen in Menden wieder zugänglich sein, so Leiterin Jutta Törnig-Struck. Die Besucher können die Porträtausstellung „beHAUPTungen“ besichtigen, die wegen Corona bisher hinter verschlossenen Türen hängt.

Das Museum Haus Hövener in Brilon ist ebenfalls wieder geöffnet. Zu sehen ist aktuell die Dauerausstellung, so Leiter Carsten Schlömer. Größere Gruppen können vorerst nicht eintreten. (www.haus-hoevener.de)

Der Galileo-Park in Lennestadt-Meggen lässt ab dem 15. Mai Publikum ein. In den drei Ausstellungspyramiden wird ein Einbahnstraßensystem zur Besucherführung installiert. Saurier, Phantastische Welten und Aliens vertragen je nach Größe der Räume bis zu 20 Gästen gleichzeitig. (www.galileo-park.de)

Maskenpflicht auch im Freilichtmuseum

Das Freilichtmuseum Hagen öffnet heute. Die Besucher ab sechs Jahren müssen selbst Masken mitbringen. Die Zuschauerzahl bei den Vorführungen in den Handwerksbetrieben wird beschränkt. „Wir möchten unseren Besuchern mit der Öffnung ein wenig Kraftfutter für Geist und Seele liefern und damit ein kleines feines Stück Normalität zurückbringen“, betont LWL-Direktor Matthias Löb.

Wann die Museen in Dortmund wieder öffnen, etwa das Museum für Kunst und Kulturgeschichte, das Ostwall-Museum, das Kochbuchmuseum, das Kindermuseum oder das Hoesch-Museum, soll heute bekanntgegeben werden. Eine Sprecherin der Stadt schätzte, es werde „auf Ende dieser Woche hinauslaufen“.

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