Justiz

Neugeborenes in Müllsack entsorgt - Mutter angeklagt

Archivbild. Der Fundort des neugeborenen Mädchens, das in einem zugeknoteten Müllsack abgelegt worden war. Nun steht die Anklage gegen die Mutter.

Archivbild. Der Fundort des neugeborenen Mädchens, das in einem zugeknoteten Müllsack abgelegt worden war. Nun steht die Anklage gegen die Mutter.

Foto: Markus Klümper / dpa

Kierspe.  Im Fall eines in einem Müllsack entsorgten Neugeborenen in Kierspe steht nun die Anklage. Mutter soll ihre Schwangerschaft geheim gehalten haben.

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Sie soll ihr Kind heimlich zur Welt gebracht und das Neugeborene in einem verknoteten Müllsack neben dem Haus entsorgt haben: Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung hat die Staatsanwaltschaft Hagen nun Anklage gegen eine Mutter aus Kierspe im Märkischen Kreis erhoben. „Ich gehe davon aus, dass sie gemerkt hat, dass das Kind lebte als sie es dort abgelegt hat“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Bernd Haldorn der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das Kind war demnach mit einer Körpertemperatur von nur noch 31 Grad Celsius gefunden worden und drohte zu sterbe.

Den nun abgeschlossenen Ermittlungen zufolge soll die Deutsche ihre Schwangerschaft vor ihrem Verlobten und Kindsvater verborgen und das Mädchen schließlich im Juni ohne Unterstützung im heimischen Badezimmer zur Welt gebracht haben. Kurz darauf soll die Frau das Baby in Handtücher gewickelt, in den Müllsack gesteckt und diesen in den Garten gelegt haben - zusammen mit dem Hausmüll.

In einer ersten Befragung hatte die Frau ihr Vorgehen mit Ängsten erklärt, sich später aber nicht mehr zu den Vorwürfen geäußert. „Zum Motiv kann ich deshalb nichts sagen“, sagte der Staatsanwalt. Anhaltspunkte, dass die Frau vermindert schuldfähig sei, habe er jedenfalls nicht. Die Frau lebte mit ihrem Verlobten und einer gemeinsamen einjährigen Tochter zusammen. (dpa)

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