Kirche

Neujahrspost von Erzbischof Becker sorgt für Irritationen

Erzbischof Hans-Josef Becker hat die Katholiken im Erzbistum Paderborn angeschrieben.

Erzbischof Hans-Josef Becker hat die Katholiken im Erzbistum Paderborn angeschrieben.

Foto: Michael Kleinrensing (Archiv)

Paderborn.   In seinem Neujahrsbrief geht der Paderborner Erzbischof auch auf den Missbrauchsskandal ein. Bei vielen Empfängern löste er Irritationen aus.

Die Katholiken im Erzbistum Paderborn haben zum ersten Mal Post von Erzbischof Hans-Josef Becker im Briefkasten. In seinem Neujahrsbrief geht Becker auf den Missbrauchsskandal ein. „Durch Vertuschung und Verdrängung hat die Kirche jahrzehntelang schwere Schuld auf sich geladen. Als Kirche sind wir unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen oft nicht gerecht geworden“, bekennt Becker und kündigt Änderungen an. Das Erzbistum hätte der Staatsanwaltschaft zwischenzeitlich Zugang zu allen angefragten Unterlagen verschafft.

Ab Januar 2019 sind die Rechtsanwältin Gabriela Joepen aus Paderborn und der Jurist Martin Rehborn aus Dortmund die Ansprechpartner, wenn es um den sexuellen Missbrauch geht. Sie sollen dabei helfen, dass die Taten als Verbrechen anerkannt und die Leiden der Opfer gelindert werden, hatte das Erzbistum Ende Dezember bekannt gegeben.

Der erste Brief des Erzbischofs

Die Studie der Deutschen Bischofskonferenz hatte im Erzbistum Paderborn fast 200 Verdachtsfälle auf Missbrauch bis zum Jahr 2014 erfasst. Die Staatsanwaltschaft habe nun die Personalakten von mehr als zehn Priestern aus dem Erzbistum erhalten, hieß es in der Mitteilung weiter. Immer noch kommen, auch durch weitere Recherchen, neue Fälle ans Tageslicht.

Beckers Neujahrsbrief löste bei vielen Empfängern Irritationen aus, weil er ausschließlich an Männer gerichtet ist. „Das hatte technische Gründe, ist aber nicht supergut gelöst“, so Sprecherin Heike Meyer. Im Text selber seien ausdrücklich Katholikinnen und Katholiken angesprochen. Erzbischof Becker hatte sich entschieden, erstmals einen Brief an die Katholiken zu schreiben, weil die Kirche über die Gottesdienste nicht mehr alle Mitglieder erreicht.

>>> Der vollständige Brief im Wortlaut

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