Landwirte

NRW-Landwirtschaftsministerin warnt vor Schweinepest

Christina Schulze Föcking, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, folgte einer Einladung des landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

Christina Schulze Föcking, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, folgte einer Einladung des landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

Foto: Ralf Rottmann

Meschede.   Ihr Besuch bei Land- und Forstwirten im Hochsauerland war für Christina Schulze Föcking ein Heimspiel.

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Für Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking ist der Besuch bei Land- und Forstwirten ein Heimspiel. Das gilt für die 41-jährige Münsterländerin auch in Südwestfalen, wie beim Kreisverbandstag im Hochsauerland am Montagabend. Mehr als 300 Land- und Forstwirte kamen in die schmucke Schützenhalle in Meschede-Olpe. Es herrscht ein freundschaftliches Klima, die CDU-Ministerin ist schließlich vom Fach. Sie stammt aus der Landwirtschaft, ist jetzt aber Chefin der für die Branche obersten Landesbehörde. Rollenwechsel.

Direkte Förderung vom Ministerium

Die Bandbreite der Themen an diesem Abend reicht vom Ärger über den Wisent und die Angst vor dem Wolf auf der Weide bis zu Naturschutz, Nitrat und Glyphosat – und nicht zuletzt zur Zukunft der Waldbauern. Das Bundeskartellamt will in Zukunft die Vermarktung des Holzes von kleinen Waldbesitzern, die sich in Forstbetriebsgemeinschaften zusammengeschlossen haben, sowie Privatwaldbesitzern durch den Landesbetrieb Wald und Holz verbieten – und die Betreuung durch Landesförster ebenfalls.

Ein Entwicklung, die gerade kleinere Waldbauern besorgt verfolgen. „Das Kartellamt und das Land streben eine gemeinsame Lösung an“, versucht Schulze Föcking etwas zu beruhigen und versichert, sie werde sich für den Erhalt des Landesbetriebes einsetzen – eine Abschaffung scheint auch gar nicht zur Debatte zu stehen. „Sie können sich darauf verlassen, dass ich für die Waldbauern das Möglichste versuchen werde“, spricht die Ministerin, wie eben eine Ministerin spricht, wenn noch nicht viel klar ist, außer dass die bisherige Praxis absehbar ein Ende finden wird.

Immerhin: Es werde eine als Anschubfinanzierung gedachte Förderung der Forstbetriebsgemeinschaften direkt aus dem Ministerium geben, um zu neuen Strukturen zu finden. Die Ministerin stellt sich unter anderem eine Dachorganisation für die Betriebsgemeinschaften vor, die dann in Zukunft die Vermarktung übernehmen könnten.

Gelassenheit beim Thema Wisente

Schulze Föcking ist bemüht, ihre Linie an diesem Abend nicht zu verlieren. Und die heißt: Dialog. Und immer wieder Dialog. Beispielsweise bei der Novelle zum Landesjagdgesetz, die sie in der ersten Hälfte des kommenden Jahres ins Parlament bringen will. Im Dialog. Nicht wie ihr grüner Vorgänger Johannes Remmel „von oben herab“, wie sie giftet, weil sie weiß, dass sie es vor diesem Publikum ruhigen Gewissens tun kann.

„Das ist unsere Ministerin. Da haben wir andere Zeiten erlebt“, bestärkt Josef Schreiber, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland, Christina Schulze Föcking.

Beim Thema Wisente, die im Hochsauerlandkreis mindestens bei den Forstwirten ungern gesehene Gäste sind, vertritt die Ministerin eine demonstrativ entspannte Haltung: „Ich hab mir das einmal angeschaut. Ganz ehrlich: Es ist gar nicht so schlimm.“ Das Ministerium sei hier auch kein Vertragspartner, werde aber – natürlich – den Dialog suchen.

So gelassen Schulze Föcking sogar das Thema Wolf sieht, so überraschend angespannt ist sie, wenn es um die Afrikanische Schweinepest geht: „Für mich ist nicht die Frage, ob, sondern wann sie kommt. Wir müssen vorbereitet sein, als ob sie morgen vor der Tür steht“, warnt die gelernte Landwirtin, die sich als ehemalige Schweinezüchterin auskennt.

Tatsächlich gibt es wohl aktuell Fälle bei Wildschweinen in Tschechien. Nun geht die Sorge um, dass das hochgradig ansteckende Virus es bald über die Grenze nach Deutschland schafft. Und das Ministerium scheint in Alarmbereitschaft zu sein.

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