Kyrill

Warum der Orkan Kyrill Südwestfalen stark gemacht hat

Sturmholz

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Foto: Gerhard Schmidt

Hagen.   Kyrill hat vor zehn Jahren dafür gesorgt, dass Südwestfalen zum ersten Mal in Düsseldorf als Region wahrgenommen wurde.

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Der Orkan Kyrill hat vor zehn Jahren dafür gesorgt, dass Südwestfalen zum ersten Mal in Düsseldorf als Region wahrgenommen wurde. Davon ist der damalige nordrhein-westfälische Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) überzeugt.

Münsterland, Ostwestfalen, Rheinland und Ruhrgebiet seien jedem Landespolitiker ein Begriff gewesen, Südwestfalen nicht. Zu den positiven Entwicklungen gehörten dann auch die Regionale-Projekte.

Zwei Milliarden Euro Schaden

„Aber wir haben einen hohen Preis bezahlt“, sagte der CDU-Landespolitiker Uhlenberg aus Werl im Interview mit der WESTFALENPOST. Sechs Menschen starben in NRW, 25 Millionen Bäume knickten in Nordrhein-Westfalen um. Der Schaden belief sich in Nordrhein-Westfalen auf mehr als 2 Milliarden Euro, 1,5 Milliarden in den Wäldern und 505 Millionen Infrastruktur.

„Die Wälder haben sich seitdem verändert“, sagt Uhlenberg. Sein Amtsnachfolger Johannes Remmel (Grüne) spricht davon, dass 80 Prozent der Kyrillflächen bereits aufgeforstet wurden. Der Anteil der klimastabilen Laubwälder habe sich von knapp zehn Prozent auf mehr als 50 Prozent erhöht. Kritisch sieht er jedoch den hohen Anteil der Weihnachtsbaum-Plantagen.

Streit um Klausner-Verträge

Nicht abgeschlossen ist der millionenschwere Holzlieferstreit zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem österreichischen Holzkonzern Klausner. Das Landgericht Münster muss klären, ob das Land dem Unternehmen Schadenersatz in Höhe von rund 56 Millionen Euro zahlen und 1,5 Millionen Festmeter Fichtenholz liefern muss. Die Kammer werde sich demnächst beraten, wie es weitergeht, sagte ein Gerichtssprecher. Entscheidend dabei ist die Frage, ob die 2007 geschlossenen Verträge als unerlaubte staatliche Beihilfe für ein Unternehmen gelten und damit gegen EU-Recht verstoßen.

Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte 2007 nach den Kyrill-Schäden einen Vertrag geschlossen, dem zufolge Klausner bis 2014 jährlich 500 000 Festmeter Holz zu einem vorab festgelegten Preis geliefert bekommen sollte. Zwei Jahre später erklärte das Land seinen Rücktritt von dem Vertrag. Klausner fordert Schadenersatz und besteht weiter auf der Nachlieferung des Fichtenholzes. (mit dpa)

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