Wechsel

IHK-Präsident Ralf Kersting startet im Ruhrgebiet neu

Gibt sein Amt als Geschäftsführer der Olsberg-Gruppe – einem der ältesten Familienunternehmen Deutschlands – und seine IHK-Ämter in der Region und auf Landeseben auf: der Unternehmer Ralf Kersting.

Foto: Ralf Rottmann

Gibt sein Amt als Geschäftsführer der Olsberg-Gruppe – einem der ältesten Familienunternehmen Deutschlands – und seine IHK-Ämter in der Region und auf Landeseben auf: der Unternehmer Ralf Kersting. Foto: Ralf Rottmann

Olsberg/Dortmund.   Der Unternehmer verlässt den Familienbetrieb „Olsberger Hütte“. Auch seine IHK-Ämter gibt er auf und übernimmt eine neue Aufgabe in Dortmund.

Der Sauerländer Unternehmer Ralf Kersting zieht sich nach 18 Jahren aus der operativen Geschäftsführung der Olsberg-Gruppe zurück und wechselt zur Elektro-Großhandels-Union (EGU) Rhein-Ruhr in Dortmund. Kersting bleibt mit 27 Prozent zwar größter Einzel-Anteilseigner des Familienunternehmens, tritt aber als Gesellschafter bei der EGU neu ein und übernimmt dort das operative Geschäft. Mit dem Wechsel gibt der 51-Jährige seine Ämter bei der Industrie- und Handelskammer auf regionaler wie auf Landesebene auf.

Die Beschäftigten der „Olsberger Hütte“, die mit ihrer 440-jährigen Geschichte zu den ältesten Familienunternehmen Deutschlands gehört, sind am Freitagnachmittag über den Schritt ihres Firmenchefs unterrichtet worden. „Ich freue mich auf meine neue unternehmerische Aufgabe. Dennoch weiß jeder, der mich kennt, dass mir der Abschied von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht leicht fällt“, erklärte Kersting gegenüber der WESTFALENPOST. Zu den Gründen seines Wechsels machte er weiter keine Angaben.

15 Gesellschafter aus drei Familien

Die besondere Eigner-Struktur in der Olsberg-Gruppe mit insgesamt 15 Gesellschaftern in drei Familienstämmen ergibt sich aus der langen Geschichte des Familienunternehmens. Es liegt nahe, dass wohl eine Kombination aus unterschiedlichen Auffassungen über die künftige, strategischen Ausrichtung des Traditionsbetriebs und die Möglichkeit, die neue Herausforderung in Dortmund anzunehmen, den Schritt bei Kersting ausgelöst haben: Kersting hat seinen Ausstieg aus dem operativen Geschäft geplant und vollzieht ihn jetzt mit dem Wechsel zur EGU nach Dortmund.

Mit dem beruflichen Abgang aus dem Hochsauerland ins östliche Ruhrgebiet kann Kersting sein Ehrenamt als Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hellweg-Sauerland in Arnsberg nicht fortführen; das sieht die Satzung so vor: Er ist beruflich nicht mehr innerhalb des Kammergebiets tätig. Deshalb tritt Kersting als Arnsberger Kammerpräsident zum Jahresende zurück und gibt gleichzeitig das Amt als Kammerpräsident von NRW auf.

Nachfolger wird am 24. November gewählt

Die IHK Arnsberg, die die Wirtschaft in den Kreisen Soest und Hochsauerland vertritt, wählt am 24. November auf einer Vollversammlung einen Nachfolger; auf Landesebene soll die Neuwahl Anfang nächsten Jahres stattfinden. Der Sauerländer war 2008 erstmals zum IHK-Präsidenten gewählt worden und damit einer der dienstältesten Kammerpräsidenten im Land. Im November 2014 ist er dann auch Präsident der IHK NRW geworden und stand seit dem an der Spitze der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen.

Kersting hat gute Kontakte in die Landes- und Bundespolitik, die er genutzt hat, um wichtige Themen für Südwestfalen anzusprechen: wie etwa den Ausbau der Infrastruktur mit Blick auf schnelles Internet oder den umstrittenen A46-Lückenschluss zwischen Ausbauende in Hemer und der A445/A46. Oder um mitzuhelfen, Südwestfalen in Berlin bekannt zu machen.

Nachfolge im Betrieb geregelt

Mit der neuen Aufgabe bei der EGU in Dortmund bleibt Kersting in der Elektrobranche. Die EGU ist nach eigenen Angaben ein Fachgroßhandelsunternehmen mit 35 Handelshäusern in NRW und mehr als 500 Beschäftigten. Sie beliefert sowohl Elektroinstallateure wie auch die Industrie mit Elektromaterial jeglicher Art. Der Jahresumsatz liegt bei ca. 135 Millionen. Kersting wird einer von dann fünf Gesellschaftern und führt, gemeinsam mit einem weiteren Geschäftsführer, die Geschäfte.

Seine Nachfolge in der Olsberg-Gruppe ist bereits geregelt: Kerstings Nachfolger in der Geschäftsführung werden der bisherige kaufmännische Leiter Stefan Osebold und der bisherige Gusstechnik-Leiter Ulrich Hermann. Als Prokurist und Technik-Chef gehört Dr. Volker Schulte weiterhin zum Olsberg-Management.

Sein „Lebensmittelpunkt“ bleibe die Stadt Olsberg, erklärte Kersting gegenüber dieser Zeitung: „Ich bin hier aufgewachsen, hier sind Familie und Freunde, hier ist meine Heimat. Das bleibt auch so.“

>>>Firmen-Wurzeln gehen auf das Jahr 1577 zurück

  • Die Olsberg GmbH in Olsberg (HSK) ist ein Hersteller von Industrieerzeugnissen aus Eisenguss, Feinblech und von Kaminöfen für Pellets und Holzscheite; die Wurzeln des Unternehmens gehen auf das Jahr 1577 zurück.
  • Die Gießereiprodukte finden sich in Robotern wie Baumaschinen wieder, mit Feinblechen werden Unternehmen wie Vissmann oder Kostal beliefert, die Öfen gehen unter der Marke „Olsberg“ oder „Fireplace“ in den Handel.
  • Die Olsberg-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben aktuell rund 400 Mitarbeiter und hat Produktionsstandorte in Olsberg, Brilon und Königshütte (Landkreis Harz) sowie eine Mehrheitsbeteiligung in Ungarn.
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