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Rees: Neugründer haben Erfolg mit ihrer Möbeltischlerei

Tischler Chris Oldenburg (vorne) und Schreinermeister Andreas Kant blicken zufrieden auf ihr erstes Geschäftsjahr zurück.

Tischler Chris Oldenburg (vorne) und Schreinermeister Andreas Kant blicken zufrieden auf ihr erstes Geschäftsjahr zurück.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Rees.  Andreas Kant und Chris Oldenburg haben vor einem Jahr eine Möbeltischlerei in Rees eröffnet. Eines hebt sie von der Konkurrenz ab – mit Erfolg.

Baumstämme liegen an der Einfahrt der Werkstatt Kant & Oldenburg in Rees, bereit für die Verarbeitung zu einzigartigen Möbelstücken. Denn genau das ist das Aushängeschild des Betriebes, den Schreinermeister Andreas Kant und Tischler Chris Oldenburg vor ziemlich genau einem Jahr gegründet haben. Und der nach so kurzer Zeit schon echte Erfolge verbuchen kann.

Dabei war es ein durchaus großer Schritt, den die beiden damals gewagt haben. Kant führte eine erfolgreiche Tischlerei in Hamminkeln, in der zwischendurch auch Oldenburg arbeitete. „Durch die Kooperation haben wir gemerkt, dass wir gut miteinander auskommen“, sagt Kant. „Sonst hätten wir das wahrscheinlich auch gar nicht gemacht.“

Tischler wagen Neuanfang in Rees

Denn eines Tages kam Oldenburg die Idee, eine Halle im Gewerbegebiet von Rees zu bauen und dort in Zukunft zusammenzuarbeiten. „Zu dem Zeitpunkt stand ich auf der Stelle und habe nach einem neuen Weg gesucht“, erzählt Kant. Oldenburgs Idee kam wie gerufen. Nach einem halben Jahr war die Werkstatt fertig, der Umzug der Tischlerei von Hamminkeln nach Rees mit all den großen Maschinen bald gemacht.

Und die anfänglichen Sorgen, den alteingesessenen Kundenstamm zu verlieren, verflogen innerhalb kürzester Zeit. „Das Telefon steht nie still“, sagt Oldenburg. Die beiden konnten sich schnell einen Puffer aufbauen. „Und dann kam Corona.“ Doch im Gegensatz zu vielen anderen verzeichneten sie während des Lockdowns keine Umsatzeinbußen, hatten eher im Gegenteil noch mehr zu tun.

Produktpalette wegen Corona erweitert

Parallel dazu kamen vermehrt Anfragen von Privatkunden rein. „Viele waren durch das Homeoffice mehr als sonst zu Hause und dachten sich, dass sie mal neue Möbel haben möchten“, erklärt Kant.

Grundsätzlich liegt Kants Schwerpunkt auf dem Innenausbau und der Maßarbeit, Oldenburgs auf dem Naturstil und Holzverkauf. Doch wie gut sie sich ergänzen, zeigt sich auch an einzelnen Produkten. Einen Waschtisch haben sie zum Beispiel gemeinsam gebaut, Kant war für das weiß lackierte Schränkchen zuständig und Oldenburg für die kräftige Holzplatte – den „Eye-Catcher“ wie sie sagen.

Kunden suchen sich das Holz selbst aus

Das Holz können sich übrigens die Kunden selbst aussuchen. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, betont Oldenburg. Hinter der Werkstatt liegen neben den wuchtigen Baumstämmen auch stapelweise Holzbohlen, alle aus Deutschland und die meisten aus der Umgebung. Mal Luft getrocknet, mal Kammer getrocknet. Und wer selbst zu Hause einen Baum hat, der gefällt werden muss, kann sich daraus auch etwas bauen zu lassen.

So einiges haben die beiden Tischler in ihrem ersten Jahr schon hergestellt, gemeinsam mit ihrem Gesellen und ihren beiden Azubis. Die effektive Zusammenarbeit steht dabei stets im Fokus und die kommt auch bei den Kunden an, wie Oldenburg weiß: „Die Kunden schätzen unsere Arbeit und kommen wieder.“ Dafür reisen manche sogar aus Süddeutschland an, weil sie zum Beispiel über ebay von Kant & Oldenburg erfahren haben.

Viele verschiedene Lieblingsstücke

Und nicht nur die Kunden selbst freuen sich über die einzigartigen Möbelstücke, auch die beiden Tischler selbst haben sichtlich Freude an ihrer Arbeit und den schönen Ergebnissen. Wenn Oldenburg so durch die Fotos auf seinem Handy scrollt, kann er sich auf die Schnelle kaum für ein richtiges Lieblingsstück entscheiden.

Vielleicht ist es dieser eine Tisch, über den sich ein Ehepaar so riesig gefreut hat. Oder vielleicht auch die aus Holz geschnitzte Hand, die im hellen Ausstellungsraum steht. „Wenn die verkauft wird, wird die Hälfte gespendet“, sagt Oldenburg. 40 Stunden hat er daran gesägt und geschnitzt. Und dabei wie immer richtig viel Spaß gehabt.

>>> Feierliche Geschäftseröffnung

Eine feierliche Geschäftseröffnung hatten Andreas Kant und Chris Oldenburg eigentlich bereits im März geplant, allerdings ließ die Corona-Pandemie ihre Pläne platzen. Die beiden haben aber vor, die Eröffnung im kommenden Jahr nachzuholen.

Weitere Infos zu Kant & Oldenburg gibt es auf ihrer neuen Homepage unter www.kant-oldenburg.de.

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