Judo

Dafür muss Szaundra Diedrich ab jetzt Punkte sammeln

Szaundra Diedrich (re.) im Viertelfinale von Düsseldorf gegen Sanne van Dijke.

Szaundra Diedrich (re.) im Viertelfinale von Düsseldorf gegen Sanne van Dijke.

Brilon.  Szaundra Diedrich ist nach ihren Verletzungen endgültig zurück auf der Matte. Welche Rolle eine Tokio-Reise für ihre Zukunft spielt.

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Diese Zwischenstation der Reise wirkt besonders nach. Während eines Trips durch Japan besuchte Szaundra Diedrich vor kurzem Tokio, Hauptstadt des Lands der aufgehenden Sonne. Das, was die aus Brilon stammende 25-Jährige in der knapp zehn Millionen Einwohner zählenden Weltmetropole sah und erlebte, erstaunte und verzückte sie gleichermaßen. „Das Turnier ist bereits sehr präsent“, erzählt sie. „Auf Taxen und Plakaten wird jetzt schon geworben“, beschreibt sie die Atmosphäre.

Das Turnier – damit umschreibt Szaundra Diedrich die Olympischen Sommerspiele, die 2020 in Tokio stattfinden. Und sie, eine der besten Judoka Deutschlands, möchte dabei sein, wenn es in zwei Jahren auf den Matten in Tokio um olympisches Edelmetall geht. Umso mehr, da sie eine Teilnahme an den Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016 wegen einer Knieverletzung verpasste. Die Zeit in Japan stärkte ihren olympischen Traum weiter, „die Reise hat mir zusätzliche Motivation gegeben“, sagt sie voller Vorfreude.

Technisch anspruchsvolleres Judo

Aber nicht nur das. Auch durch ihre Trainingspartner fand die Sauerländerin optimale Bedingungen vor. „Viele Judoka sind auf einem höheren Niveau als in Deutschland“, erklärt Diedrich. Durch den Kontakt mit den Japanern erlernte sie ein „technisch anspruchsvolleres“ Judo. „Viele Hinweise haben mich wirklich weitergebracht“, resümiert Diedrich.

Das bewies die Wahl-Kölnerin, die in der Gewichtsklasse bis 70 kg für den JC Bushido Köln startet, bereits bei einem European Open-Turnier in Madrid. Mit einer Bronzemedaille für Platz drei im Gepäck kehrte sie aus Spanien zurück. „Meine Fitness ist gut“, sagt Diedrich zufrieden, „aber noch lange nicht auf dem Niveau von vor meiner ersten Verletzung.“

Zwei Verletzungen bremsen

Im Herbst 2015 hatte sie sich den Kreuzbandriss zugezogen, der ihr einen Strich durch die Rio-Planungen machte. Eine Schulterverletzung warf sie nach dem Comeback erneut etwas zurück. Wie ernst der Judoka, deren Karriere beim TV Brilon begann, das Ziel Tokio 2020 aber ist, untermauerte sie bereits im Februar dieses Jahres, als sie beim Grand Slam in Düsseldorf den dritten Platz erreichte. „2017 war der Wurm drin, jetzt bin ich wieder da – mit neuem Schwung und hoffentlich vielen tollen Momenten“, sagte Diedrich damals nach ihrem „Heimspiel“.

Einige dieser tollen Momente erlebte sie schließlich während der Japan-Reise – Olympia-Motivation durch Tokios Alltag inklusive.

Allerdings geht ihr Traum vom Start bei den Sommerspielen nur dann in Erfüllung, wenn sie es in ihrer Gewichtsklasse während der Olympia-Qualifikation als beste Deutsche unter die Top 16 der Weltrangliste schafft. Und diese Qualifikation läuft. „Jetzt heißt es Punkte zu sammeln“, erklärt Szaundra Diedrich.

Saison-Höhepunkt ist die WM

Sie lässt sich jedoch nicht stressen und verfolgt einen klaren (Termin- und Wettkampf-)Plan. Dieser sieht als nächsten Höhepunkt Mitte Juli die Team-Europameisterschaft im russischen Yekaterinburg vor. Ende Juli/Anfang August startet die Sauerländerin schließlich bei zwei Grand Prix-Turnieren, bevor als Saison-Höhepunkt die Weltmeisterschaft in Baku (Aserbaidschan) vom 20. bis 27. September eingeplant ist.

„Es gibt viele junge Judoka, die jederzeit von unten nachkommen können“, sagt die Sauerländerin mit Blick auf die aufkommende, interne Konkurrenz. Doch sie fürchtet diese nicht, weil sie ihre Fähigkeiten kennt und ihre Top-Form mehr und mehr zurückkommt. „Anfang Juli fahren wir noch in ein Trainingscamp“, erzählt Diedrich – dann sollte sie endgültig bereit sein für die großen, wichtigen Turniere dieser Saison. Und falls es doch noch irgendwo hakt, helfen die Erinnerungen an den Aufenthalt in Tokio gewiss.

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