Wintersport

Darum ist EM-Titel Annika Drazek wichtiger als Weltcup-Sieg

Riesiger Jubel: Mariama Jamanka (li.) und Annika Drazek freuen sich über ihren Sieg am Königssee.

Riesiger Jubel: Mariama Jamanka (li.) und Annika Drazek freuen sich über ihren Sieg am Königssee.

Foto: Tobias Hase/dpa

Winterberg.   Der Titel von Annika Drazek bei der Bob-EM war der Höhepunkt des heutigen Tages aus Sicht der heimischen Wintersportler. Ein Überblick.

Sie lagen sich jubelnd in den Armen, sie holten sich unmittelbar die ersten Glückwünsche von Trainern und Fans ab – Pilotin Mariama Jamanka und Anschieberin Annika Drazek gewannen am Königssee nicht nur das Weltcuprennen im Zweierbob der Damen, sondern ebenfalls den Titel bei der parallel gewerteten Europameisterschaft. Drazeks Titelgewinn war der Höhepunkt eines Wintersport-Tages, der für die Top-Athleten aus dem Sauerland allerdings nicht nur grenzenlosen Jubel bereit hielt. Wir fassen zusammen, was bisher geschah:

Bob

„Dieser Titel ist mir persönlich sehr wichtig gewesen“, sagte Annika Drazek, 23-jährige Bobanschieberin des BSC Winterberg, nach dem Titelgewinn bei der EM am Königssee mit Pilotin Mariama Jamanka. Warum, das erklärte sie unverzüglich: „Ich habe ihn jetzt zum vierten Mal in Folge gewonnen.“ 2016 hieß ihre Pilotin noch Anja Schneiderheinze, anschließend folgten EM-Titel mit Jamanka, mit Stephanie Schneider – und jetzt erneut mit Jamanka. „Der Weltcup-Sieg kommt noch oben drauf, ich freue mich mega“, sagte Drazek.

In insgesamt 1:41.70 Minuten siegten Jamanka/Drazek im Weltcup vor Elana Meyers Taylor/Lake Kwaza (USA/+0.36) und Stephanie Schneider/Ann-Christin Strack (+0.49). In der EM-Wertung kamen hinter den beiden deutschen Bobs Katrin Beierl/Jennifer Onasanya (Österreich) auf Rang drei. „Für uns war das wieder ein herausragendes Ergebnis“, sagte Bob-Cheftrainer René Spies. „Mariama und Annika haben mit zwei sehr guten Startleistungen und den besten Fahrten verdient gewonnen“, ergänzte er.

Anna Köhler, Pilotin des BSC Winterberg, belegte mit Anschieberin Lisa-Sophie Gericke im Weltcup den siebten Platz (+1.17) und in der EM-Wertung Rang sechs. „Anna ist ein bisschen verletzt an den Start gegangen und konnte deshalb nur 70, 80 Prozent laufen“, erzählte Spies. „Sie hat ihre Sache gut gemacht, nicht sehr gut, aber wenn sie wieder komplett fit ist, wird sie zurück zu ihrer alten fahrerischen Stabilität finden.“

Biathlon

Die aus Ottlar stammende Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld) zeigte beim Weltcup in Oberhof wie fast alle deutschen Damen eine beeindruckende Aufholjagd im Verfolgungsrennen über zehn Kilometer. Horchler war beim Sprint-Debakel am Donnerstag als 34. beste DSV-Skijägerin gewesen. Die Verfolgung beendete sie auf Rang elf mit nur einem Schießfehler und 1:21,8 Minute Rückstand auf Siegerin Lisa Vittozzi (Italien, 32:32,9 Minuten/2 Strafrunden). Mit dieser Platzierung erfüllte die 29-jährige Sauerländerin auch die WM-Norm.

„Zweimal null Fehler beim Liegendschießen waren die Basis“, sagte Horchler nach dem Rennen. Und: „Ich wusste, dass bei diesen Bedingungen super viel drin sein kann.“ Der Wind machte vor allem das Schießen schwierig. Am Sonntag (11.45 Uhr) startet Karolin Horchler gemeinsam mit Franziska Hildebrand, Franziska Preuß und Denise Herrmann in der Staffel. Horchlers Schwester Nadine (SC Willingen, 3:52,2/5) belegte in der Verfolgung Platz 43.

Rennrodeln

Auf der von ihnen ungeliebten Bahn in Sigulda kamen Robin Geueke/David Gamm (BSC Winterberg) am Ende auf Platz 14 ins Ziel und hatten 1.463 Sekunde Rückstand auf die Sieger Toni Eggert/Sascha Benecken (Endzeit: 1:24.119 Minute). Der Doppelsitzer aus dem Sauerland lag nach dem ersten Lauf noch aussichtsreich auf Rang sieben, patzte beim letzten Weltcup vor der Rennrodel-Weltmeisterschaft in Winterberg (25. bis 27. Januar) aber in Lauf zwei.

Skispringen

Skispringer Stephan Leyhe (SC Willingen) belegte im ersten Springen nach seinem sensationellen dritten Platz in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee in Predazzo als bester Deutscher den fünften Platz. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Daran heißt es morgen anzuknüpfen und einfach frech zu bleiben“, sagte der gebürtige Schwalefelder.

Der japanische Überflieger Ryoyu Kobayashi setzte seine Siegesserie nach dem Vierfachtriumph bei der Vierschanzentournee mit Sprüngen auf 135 und 136 Meter fort. Leyhe sprang 119,5 und 127,5 Meter. „Der zweite Sprung war wieder besser. Er braucht diese Ergebnisse für sein Selbstvertrauen und irgendwann wird er wieder auf das Podium kommen“, sagte Bundestrainer Werner Schuster über Leyhe.

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