Eishockey

Darum musste Jari Pasanen bei den Iserlohn Roosters gehen

Heute Mittag am Seilersee: Jari Pasanen steigt in sein Auto und verlässt Iserlohn.

Heute Mittag am Seilersee: Jari Pasanen steigt in sein Auto und verlässt Iserlohn.

Foto: Falk Blesken

Iserlohn.  Die Iserlohn Roosters haben sich von Trainer Jari Pasanen getrennt. Das bestätigte der DEL-Klub jetzt. Wer ist der heißeste Nachfolge-Kandidat?

Dienstag, kurz vor halb eins an der Eishalle am Seilersee: Jari Pasanen fährt vor, parkt sein Auto und verschwindet schnellen Schrittes in der Geschäftsstelle der Iserlohn Roosters. Keine zehn Minuten später tritt der Finne wieder aus der Tür – und als sich diese hinter ihm schließt, ist das Kapitel Roosters für Pasanen endgültig beendet. „Es war eine schöne Zeit“, sagt Pasanen auf dem Weg zurück zu seinem Auto im sehr kurzen Gespräch mit dieser Zeitung, zieht seinen beigen Mantel aus, setzt sich hinter das Lenkrad und verlässt Iserlohn.

Krisengipfel am Montagabend

Wenig später bestätigt der Tabellenletzte der DEL: Ab sofort ist der 53-jährige Finne nicht mehr Trainer der Roosters. Das teilten die Verantwortlichen Pasanen nach einem Krisengipfel am Montagabend mit. „Damit sprechen wir nicht den Tabellenplatz, sondern die ausbleibende taktische Weiterentwicklung des Teams an. Deshalb haben wir als Gesellschafter diese Entscheidung in Absprache mit Manager Karsten Mende getroffen“, erklärte Wolfgang Brück, Geschäftsführender Gesellschafter der Iserlohn Roosters GmbH, in einer Pressemitteilung.

Im Heimspiel gegen die Eisbären Berlin am vergangenen Freitag hatte es zum ersten Mal lautstarke Kritik eines Teils der Fans an Pasanen gegeben: „Jari raus“, schallte es besonders von der Stehplatztribüne. Allerdings wurde deutlich, dass die Roosters-Fans bei diesem Thema verschiedener Meinung waren. Denn auf die „Jari raus“-Rufe antworteten nicht wenige Anhänger mit „Ultras raus“.

Dreimal in die Play-offs mit Pasanen

Pasanen kam 2012 als Co-Trainer zu den Iserlohn Roosters und übernahm nach der Beurlaubung von Doug Mason im Oktober 2013 die Position des Cheftrainers. Den größten Erfolg feierte der Finne mit den Sauerländern in der Saison 2015/16, als die Roosters die Hauptrunde sensationell auf dem dritten Tabellenplatz beendeten. Pasanen führte die Roosters dreimal in Folge in die Play-offs, lediglich in der zurückliegenden Saison verfehlte er mit dem Team als Tabellenvorletzter das gesteckte Saisonziel.

„Wir danken Jari für seine Arbeit in den zurückliegenden Jahren, seine Professionalität und sein Engagement. Er wird auch in Zukunft in einer Reihe mit den erfolgreichen Coaches und Spielern unseres Clubs genannt werden“, wurde Manager Karsten Mende in der Pressemitteilung zitiert. Vorerst wird der bisherige Co-Trainer Jamie Bartman das Training am Seilersee leiten. Nach Informationen dieser Zeitung gibt es keinen festgezurrten Zeitplan, was die Besetzung des Cheftrainerpostens betrifft.

Bartman übernimmt vorerst

Bei den Spielen am Freitagabend in Mannheim und am Sonntag in Iserlohn gegen Straubingen dürfte Bartman Regie auf der Bank führen, eventuell mit Manager Karsten Mende an seiner Seite oder Christian Hommel. Der ehemalige Publikumsliebling der Roosters trainiert aktuell den Nachwuchs der Sauerländer.

Kandidaten für den Cheftrainer-Posten werden in der Gerüchteküche bereits gehandelt. Christof Kreutzer, der im März dieses Jahres bei der Düsseldorfer EG entlassen wurde, soll sich bereits die vergangenen Spiele der Roosters angeschaut haben. Hommel wäre ebenso wie Ex-Roosters-Spieler Mike York eine Lösung, die riesige Beisterung bei den Fans auslösen würde. Nach Informationen dieser Zeitung führt die heißeste Spur aber nach Österreich zu Rob Daum. Der 59-jährige Kanadier war zuletzt in Österreich bei den Black Wings Linz aktiv. Im März wurde er dort entlassen, besitzt allerdings noch einen Vertrag bis 2018.

Jari Pasanen spricht über den Saisonstart der Iserlohn Roosters

Trainer Jari Pasanen erklärt im Gespräch auch, warum Sebastian Dahm gegen die Schwenninger Wild Wings im Tor der Iserlohn Roosters beginnt.
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