Skeleton

Darum wechselt Jacqueline Lölling nach Olympia den Trainer

Ein Bild aus dem vergangenen Sommer: Jacqueline Lölling (li.) mit Ex-Trainerin Kathi Wichterle.

Ein Bild aus dem vergangenen Sommer: Jacqueline Lölling (li.) mit Ex-Trainerin Kathi Wichterle.

Foto: Ralf Rottmann

Winterberg.   Nach Olympia-Silber trennen sich Skeleton-Pilotin Jacqueline Lölling und ihre Trainerin Kathi Wichterle. Der neue Coach ist kein Unbekannter.

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Jacqueline Lölling zögert mit ihrer Antwort nicht lange, obwohl so ein Wechsel andernorts auch schon heftige Konflikte nach sich zog. „Aber für einen Neuanfang war jetzt nach den Olympischen Winterspielen genau der richtige Zeitpunkt“, sagt die 23-jährige Skeleton-Pilotin im Gespräch mit dieser Zeitung. Und sie versichert: „Wir sind absolut im Guten auseinander gegangen.“

Über was Lölling spricht? Nicht etwa den Rücktritt von Bundestrainer Jens Müller und die Beförderung von Dirk Matschenz zum neuen Skeleton-Cheftrainer des Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD). Es dreht sich um einen anderen Trainerwechsel: Lölling, die in Südkorea olympisches Silber gewann, und Heimtrainerin Kathi Wichterle haben sich getrennt. Die Nachfolge ist geregelt: Wichterles Stelle übernimmt Heiner Preute.

Konfliktpotenzial birgt diese Personalrochade allerdings nicht im Geringsten. „Der enorme Zeitaufwand war der einzige Grund für diese Entscheidung“, erklärt Kathi Wichterle, „noch einen Winter hätte meine Praxis nämlich nicht überlebt.“ In Löllings Heimatort Brachbach arbeitet sie als Physiotherapeutin und Osteopathin.

Ihre Zusammenarbeit vertieften Lölling und Wichterle nach der Heim-WM in Winterberg 2015, bei welcher Lölling mit der sensationellen Silbermedaille ohne vorherigen Weltcup-Start der Durchbruch gelang. „Kathi hatte entscheidenden Anteil an allen Erfolgen“, sagt die Pilotin der RSG Hochsauerland nun. Der WM-Titel 2017, die Gesamtweltcup-Siege 2017 und 2018 sowie die Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang waren die schlagzeilenträchtigsten.

Gemeinsames Training mit Drazek

Dass die Erfolgsserie nicht abreißt, dafür will in Zukunft Heiner Preute sorgen. Auf ihn fiel Löllings Wahl aus mehreren Gründen. Zum einen war Preute einst Bobanschieber bei Pilot Hans-Jürgen Köhne, aktuell Vorsitzender des BRC Hallenberg, und er arbeitet seit einiger Zeit nicht nur als Athletiktrainer beim TV Gladbeck, sondern in dieser Funktion auch verstärkt für den Nordrhein-Westfälischen Bob- und Schlittensportverband (NWBSV).

Zum anderen ist Preute Heimtrainer von Annika Drazek, der besten Bobanschieberin Deutschlands, die für den BSC Winterberg startet. Lölling und Drazek absolvieren seit einigen Jahren gemeinsam ihre Ausbildung bei der Bundespolizei in Bad Endorf und beenden diese im August. „Die beiden sind ja mittlerweile dick befreundet. Sie können in Bad Endorf, wo sie sich ein Zimmer teilen, und auch anschließend viele Dinge gemeinsam trainieren“, sagt Preute.

Darauf freut sich auch Lölling: „Manches müssen wir etwas anders trainieren, aber im Großen und Ganzen macht es sehr viel mehr Spaß, sich nicht mehr alleine quälen zu müssen“, sagt sie. Vorerst in Bad Endorf, später mal in Gladbeck, mal in Dortmund und mal in Winterberg – die Trainingsorte werden variieren.

Allerdings ist Jacqueline Lölling nicht der einzige Zugang in der „Trainingsgruppe Preute“, zu der seit dem vergangenen Sommer auch der Skeleton-Pilot Alexander Gassner (BSC Winterberg) gehört. Bobanschieberin Erline Nolte vom BSC Winterberg wechselte jetzt ebenfalls zu Preute.

Auch Erline Nolte bei Heiner Preute

Sie wurde in der Vergangenheit noch von René Spies betreut, der aber dazu auf Grund seines Jobs als Chef-Bundestrainer Bob nicht länger in der Lage ist. Während Nolte ihre Karriere mit der Heim-WM in Altenberg 2020 ausklingen lassen möchte, laufen die Planungen bei Lölling und Drazek – natürlich – länger. „Alles ist für Olympia 2022 ausgelegt“, sagt Heiner Preute – für die nächste(n) Medaille(n).

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