Skeleton

Jacqueline Lölling: Ihr Fahrfehler lässt den Atem stocken

Nicht zufrieden mit dem Weltcup-Auftakt: Jacqueline Lölling.

Foto: Falk Blesken

Nicht zufrieden mit dem Weltcup-Auftakt: Jacqueline Lölling. Foto: Falk Blesken

Lake Placid/Winterberg.   Den Start in die Weltcup-Saison hatte sich Jacqueline Lölling anders vorgestellt. Doch nach Rang acht in Lake Placid gab sie sich kämpferisch.

Jacqueline Lölling schlug noch auf ihrem Schlitten liegend die behandschuhten Hände vor das Visier ihres Helmes. Als wenig später eine Fernsehkamera ihren Abgang aus der Bahn begleitete, zwang sie sich ein kurzes Lächeln sowie eine Daumen-hoch-Geste ab. Obwohl Lölling selbst am besten wusste, dass sie nach diesem zweiten Lauf mit dem Daumen eigentlich nach unten zeigen müsste. Sie, die amtierende Welt- und Europameisterin, die im vergangenen Jahr zudem den Gesamt-Weltcup gewonnen hatte, startete mit einem achten Platz beim Weltcup in Lake Placid (USA) in die neue Saison.

Lölling: „Das war ein Riesenfehler“

62 Hundertstel Sekunden Rückstand wies die Uhr am Ende auf Siegerin Janine Flock aus Österreich auf. Die Kanadierin Elisabeth Vathje und Lizzy Yarnold (Großbritannien) belegten die weiteren Podestplätze. Löllings Mannschaftskolleginnen Tina Hermann und Sophia Griebel kamen auf die Ränge zehn und 23.

„Ich bin nicht zufrieden“, sagte Jacqueline Lölling nach dem Rennen. Und: „Ich habe im ersten Lauf einen Fahrfehler gemacht, aber den hätte ich mit einem guten zweiten Lauf wieder wettmachen können.“ Auf Rang vier liegend ging sie also in diesen zweiten Lauf und behauptete sogar die Führung – bis zum nächsten Fahrfehler in der Kurve 12. „Das war ein Riesenfehler“, sagte Lölling über jene Momente, die Zuschauern ein wenig den Atem stocken ließen.

Ein kleiner Teil der Olympia-Norm

Sie driftete fast bis unter das Dach des Eiskanals ab und knallte zurück auf das Eis. „Der Aufschlag war schon hart. Das wird einen ordentlichen blauen Fleck geben“, sagte sie. Mehr schmerzte die Siegerländerin, die für die RSG Hochsauerland startet, aber der achte Platz. „Das war sehr ärgerlich, weil mehr drin gewesen wäre“, erklärte sie.

Ein schwacher Trost: Mit dieser Platzierung erfüllte Lölling bereits zum Auftakt einen kleinen Teil der Olympia-Norm. Zwei Plätze unter den Top Drei oder drei unter den Top Acht werden vom Deutschen Olympischen Sportbund im Skeleton für ein Ticket zu den Olympischen Winterspielen im Februar in Pyeongchang gefordert.

Alexander Gassner weit abgeschlagen

„Fehler passieren. Wir haben sie ausgewertet und in Park City geht es weiter“, sagte die 22-jährige Bundespolizistin noch. Am 17. November steht dort die zweite Station im Weltcup auf dem Programm. Schlusswort Lölling aus Lake Placid: „Das kann ich besser – und ich werde es auch wieder besser hinbekommen.“

Ähnliches gilt für Alexander Gassner, Skeleton-Pilot des BSC Winterberg. Gassner fuhr beim Sieg des Letten Martins Dukurs mit 2,53 Sekunden lediglich auf den 18. Platz. Während Sungbin Yun (Südkorea) und Alexander Tretiakov (Russland) die Plätze zwei und drei belegten, verpasste Gassners Mannschaftskollege Axel Jungk als Vierter das Podium nur knapp. Der dritte Deutsche, Christopher Grotheer, reihte sich als Zehntplatzierter ein.

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