Biathlon

Maren Hammerschmidt: „Die ersten Tage waren schmerzhaft“

Maren Hammerschmidt, Biathletin des SK Winterberg, während der Reha am Chiemsee.

Maren Hammerschmidt, Biathletin des SK Winterberg, während der Reha am Chiemsee.

Foto: Instagram/maren_hammerschmidt

Chiemsee/Winterberg.   Statt im Weltcup zu starten, schuftet Maren Hammerschmidt in der Reha am Chiemsee. Das sagt die Biathletin über einen Comeback-Termin.

Plötzlich fällt er, jener Satz, der die Herzen ihrer Fans etwas schneller schlagen lassen könnte. „Ich hoffe, dass ich bald mit ein bisschen Training anfangen kann“, erzählt Maren Hammerschmidt. Da die Biathletin des SK Winterberg allerdings weiß, wie schnell aus „ein bisschen Training“ nur „Training“ wird und wie eng gedanklich „Training“ und „steht vor dem Comeback“ beisammen liegen, ergänzt sie: „Natürlich geht es eher so um Ergometer fahren oder etwas Schieben. Um alles, was das Sprunggelenk nicht belastet.“

Die Horchlers starten im Weltcup

Nadine Horchler, Biathletin des SC Willingen, absolvierte bereits die ersten Wettkämpfe dieser Saison im zweitklassigen IBU-Cup – und qualifizierte sich darüber für den Weltcup-Auftakt in Pokljuka. Karolin Horchler, die für den WSV Clausthal-Zellerfeld startet, geht in der kommenden Woche in Slowenien beim Weltcup-Auftakt auf die Jagd nach Nullrunden am Schießstand und Spitzenzeiten in der Loipe.

Maren Hammerschmidt, die als Staffel-Weltmeisterin 2017 bis dato erfolgreichste Biathletin des Trios aus dem Sauerland? Sie nahm vor kurzem am Chiemsee ihr Reha-Programm auf, um nach einer Operation Anfang Oktober am lädierten linken Sprunggelenk wieder fit zu werden. „Es gibt kein konkretes Datum oder einen Zeitrahmen für ein Comeback“, sagt die 29-jährige Winterbergerin. „Ich muss auf meinen Körper hören und schauen, was der Fuß sagt.“

Nach der OP in Winterberg

Unmittelbar nach der Operation in München war Maren Hammerschmidt, die auf Grund der optimalen Trainingsbedingungen seit Jahren in Ruhpolding lebt, für einige Wochen zu ihrer Familie in die Heimat nach Winterberg gekommen. Sie durfte lediglich mit Krücken gehen und musste sich vor allem Ruhe gönnen, während ihre Teamkolleginnen in der Vorbereitung auf die neue Saison in Trainingslagern unter anderem in Sjusjøen/Norwegen am Feinschliff arbeiteten. Mittlerweile ist Hammerschmidt zurück in Bayern – und soll im Medical Park am Chiemsee richtig mobilisiert werden.

Bundestrainer bleibt vage

„Es läuft ganz gut, obwohl die ersten Tage wirklich sehr mühsam und auch schmerzhaft waren“, sagt die sympathische Sauerländerin, die bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang zum deutschen Team gehörte und im Einzel, aber nicht in der Staffel starten durfte. „Man kümmert sich hervorragend um mich. Ich gewinne von Tag zu Tag Stabilität und auch Kraft im Sprunggelenk zurück und bin relativ optimistisch, dass ich auf einem guten Weg bin“, sagt sie.

Dieser gute Weg muss aber nicht zwingend zu einem Wettkampf in dieser Saison führen. „Wann sie wieder einsteigen kann, ist derzeit noch offen“, erklärt auch Kristian Mehringer, Bundestrainer der Damen. Er ergänzt: „Ob sie in diesem oder erst im nächsten Jahr zurückkommt, können wir jetzt noch nicht sagen.“

Hammerschmidt gibt die Hoffnung zwar nicht auf, setzt sich aber keineswegs unter Druck. „Wenn ich in dieser Saison bei irgendeinem Wettkampf starten kann, wäre es super, denn dann wäre die Reha wirklich hundertprozentig verlaufen“, erklärt sie, um sofort einzuschränken: „Wenn es nicht klappt, ist das auch nicht schlimm, weil ich dann auf jeden Fall ein Sprunggelenk habe, mit dem ich in Zukunft Leistungssport betreiben kann.“

Auch das ist ein Satz, der die Herzen ihrer Fans pochen lassen wird – und einer, dessen Inhalt Hammerschmidt nicht einschränken muss.

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