Biathlon

Maren Hammerschmidt bei Olympia vorerst in der Warteschleife

Biathletin Maren Hammerschmidt am Schießstand während des Trainings.

Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Biathletin Maren Hammerschmidt am Schießstand während des Trainings. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Winterberg/Pyeongchang.  Maren Hammerschmidt muss in Pyeongchang vorerst zuschauen. Warum das die Biathletin des SK Winterberg kaum schockiert und wann sie läuft.

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Maren Hammerschmidts Trainingsbilder der vergangenen Tage ließen den Eindruck entstehen, als wäre nichts passiert. Als hätte Biathlon-Bundestrainer Gerald Hönig diesen kurzen, aber entscheidenden Satz nicht gesagt. Diesen Satz, der mehr eine Aufzählung folgender Namen war: Laura Dahlmeier, Denise Herrmann, Franziska Hildebrand und Vanessa Hinz.

Dieses Quartett nominierte Hönig als deutsches Aufgebot für den ersten Wettbewerb der Damen bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang, den Sprint über 7,5 Kilometer an diesem Samstag (12.15 MEZ). Maren Hammerschmidt, die Athletin des SK Winterberg? Sie fehlte.

Entscheidung in Hochfilzen

Für die 28-Jährige selbst kam die Entscheidung des Bundestrainers aber nicht überraschend. „Die Einsatzkonzeption wurde in Hochfilzen gemacht, damit sich die Sportler gut vorbereiten können“, erklärte Hönig. Und: „Es ist das Ziel, dass wir jede Dame vor der Staffel im Wettkampf sehen.“ Im Trainingslager in Hochfilzen hatte sich das deutsche Team auf die Wettbewerbe in Südkorea vorbereitet.

Hammerschmidt kommt demnach frühestens am Mittwoch im Einzelrennen über 15 Kilometer zum ersten olympischen Einsatz ihrer Karriere. Bevor die Staffel am Donnerstag, 22. Februar, auf dem Plan steht, sieht das olympische Programm zudem am Samstag, 17. Februar, das Massenstart-Rennen über 12,5 Kilometer vor.

Zeit Trübsal zu blasen auf Grund der Nicht-Berücksichtigung für den Sprint und damit auch für die Verfolgung am Montag, bleibt der Sauerländerin deshalb nicht. Sie trainiert weiter konzentriert und auf Grund der teilweise eisigen Kälte mit einem Wärmetauscher aus Plastik im Mund, welcher die einströmende Luft erwärmt, um sich für die Staffel zu empfehlen. Im vergangenen Jahr war Hammerschmidt schließlich ebenfalls Teil des Quartetts, welches bei der Weltmeisterschaft Gold holte.

Außerdem hält sie etwas anderes von schlechter Laune ab: Ihre Anwesenheit bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea an sich. Wer hätte damit zum Beispiel im Frühjahr 2014 gerechnet?

„Das war eine schwierige Zeit“, sagte die Sauerländerin einst selbst über diese Phase. 2010 hatte sie bei der Junioren-WM den Titel im Sprint und mit der Staffel geholt und galt neben ihrer Zwillingsschwester Janin als eines der großen Versprechen auf eine starke deutsche Biathlon-Zukunft. Sie waren – die „Biathlon-Twins“.

Doch nach dem Debüt 2012 im Weltcup stagnierte die Karriere. Ein 34. Platz stand lange als beste Platzierung in Maren Hammerschmidts Vita. „Ich habe mir schon überlegt, ob das überhaupt noch Sinn macht“, sagte sie. Während Janin im Februar 2013 ihre Karriere beendete, kämpfte Maren weiter und wurde belohnt.

Die Staffel-Expertin

„Ich wusste, ich war mal richtig gut und ich werde es wieder schaffen“, sagte sie. Nach Jahren ohne Weltcup-Einsatz kehrte sie zum Winter 2015/16 zurück in die deutsche Mannschaft und lief bereits bei der zweiten Station in Hochfilzen zweimal als Zweite aufs Podest. Es blieben die bisdato einzigen Einzelplatzierungen.

Mit der Staffel gewann Maren Hammerschmidt allerdings eine Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft und in der vergangenen Saison sogar Gold. Bei dem beeindruckenden Empfang, welchen der SKW seiner Staffel-Weltmeisterin bereitete, sagte die Zollbeamtin deshalb: „Ich bin sehr froh, dass ich beim Biathlon geblieben bin.“

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