Bob

Sie wollen ihr Lachen nicht verlieren

Seite an Seite zu den Olympischen Spielen? Anna Köhler (li.) und Anschieberin Erline Nolte wollen sich das Ticket in St. Moritz sichern.

Foto: Ralf Rottmann

Seite an Seite zu den Olympischen Spielen? Anna Köhler (li.) und Anschieberin Erline Nolte wollen sich das Ticket in St. Moritz sichern. Foto: Ralf Rottmann

St. Moritz/Winterberg.   Beim Bob-Weltcup in St. Moritz geht es für Anna Köhler und Erline Nolte um das Olympia-Ticket. Trainingsläufe als Warnung: „Momentan fahren wir hinterher“.

Anna Köhler und Erline Nolte wollten nicht zu sehr ins Detail gehen. Auf die Frage, wie sie ihre Nominierung für das deutsche Weltcupteam gefeiert hätten, verrieten sie lediglich: „Ein Fläschchen Sekt haben wir uns schon gegönnt.“ Wer die 24-jährige Bobpilotin (Köhler) und ihre 28-jährige Anschieberin (Nolte) vor, während und nach der Antwort kichern und lachen hörte, den beschlich das Gefühl: Vielleicht sind es auch zwei gewesen. Was ihnen niemand verübelt hätte.

Aktuell sind Sektlaune und Lachen den beiden Athletinnen des BSC Winterberg allerdings vergangen. Denn an diesem Samstag (ab 9.30 Uhr) steht ihnen der wichtigste Tag ihrer Karrieren bevor. Beim Weltcup in St. Moritz müssen Köhler und Nolte ihren Startplatz bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang/Südkorea (9. bis 25. Februar) verteidigen.

Wie bereits mehrfach berichtet erhalten nur die beiden bestplatzierten Nationen im Ranking der jeweils dritten Mannschaft drei statt zwei Startplätze in Südkorea. Vor dem für diese Wertung finalen Rennen im schweizerischen Kanton Graubünden liegt Deutschland auf Rang eins vor Kanada und der USA. Obwohl Köhler mit Rang drei und damit dem ersten Weltcup-Podest ihrer Karriere am vergangenen Wochenende in Altenberg eine Vorentscheidung gelang, lassen sie und Nolte aber noch keine Olympia-Stimmung aufkommen.

Warum nicht? „Im Moment fahren wir hier in St. Moritz hinterher“, antwortet Erline Nolte.

Ist das Olympia-Ticket also doch noch in Gefahr? „Man weiß nie, aber eigentlich sollte es zu schaffen sein“, sagt René Spies, der Chef-Bundestrainer Bob.

Wenn Olympia, dann gemeinsam

Aber nicht nur Köhler und Nolte müssen in der Natureisbahn von St. Moritz eine Top-Leistung zeigen. „Es kommt ja auch auf Stephanie Schneider an, damit wir die anderen Nationen in Schach halten können“, erklärt Nolte. Denn nach ihrem Sturz in Altenberg rutschte die Pilotin, die im Dezember in Winterberg ihren ersten Weltcupsieg feierte und in Innsbruck den zweiten folgen ließ, im Gesamtklassement auf Rang sieben ab.

Nicht Anna Köhler, die im Gesamtweltcup jetzt auf Rang fünf liegt, geht in ihrer Premieren-Saison in dieser Serie in St. Moritz als Bob Deutschland III ins Rennen, sondern Schneider. „Wenn Steffi mindestens Zehnte und Anna mindestens 14. wird, sind wir durch“, rechnet Spies vor.

Der BSC Winterberg darf sich dann auf einen eigenen Bob bei den Olympischen Winterspielen freuen. Obwohl die meisten Entscheidungen im Bobteam erst am Mittwoch fallen, steht eine bereits fest: Anna Köhler wird, im Fall des Falles, mit Erline Nolte fahren.

„Bei Annika Drazek kann es sein, dass wir uns etwas länger Zeit lassen für die Entscheidung, mit welcher Pilotin sie in Pyeongchang fahren wir“, sagt Spies zur zweiten BSC-Anschieberin. Deutschlands Spitzenkraft Drazek soll schließlich mit der besten Pilotin um eine olympische Medaillen kämpfen.

Doch das ist Zukunftsmusik.

Vorerst zählt St. Moritz. „Samstag wird ein sehr, sehr wichtiger Tag“, sagt Erline Nolte. Weil die mäßigen Trainingsfahrten vermutlich an den Kufen lagen, montieren sie für das Rennen andere unter ihren Bob. „No risk, no fun“, sagt die Anschieberin – und lacht. Und wahrscheinlich liegt auch irgendwo eine Flasche Sekt kühl.

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