Balve Optimum

Zum 70sten: Sieben Bilder, sieben Erinnerungen an Balve

Bruderduell in Balve: Paul Schockemöhle (li.) machte seinem älteren Bruder Alwin das Leben mehr als schwer.Foto:privat

Bruderduell in Balve: Paul Schockemöhle (li.) machte seinem älteren Bruder Alwin das Leben mehr als schwer.Foto:privat

Balve.   Matthias Camminady, 2. Vorsitzender des RV Balve, erzählt von unvorstellbaren Transporten, Triumphfahrten im Cabrio und Schrammen beim Grafen.

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Matthias Camminady ließ sein Herz sprechen, als er wiedergewählt worden war. „Der Reiterverein Balve ist mein Leben“, sagte der 2. Vorsitzende des Klubs. Zwar sind seitdem vier Jahre vergangen, aber Camminadys Leidenschaft für den Reiterverein und das Balve Optimum ist ungebrochen.

Nach der erneuten Wiederwahl im März dieses Jahres befindet er sich mittlerweile im 21. Jahr als zweiter Mann im Reiterverein. Das Reitturnier begleitet den 54-Jährigen, der seit 1975 Vereinsmitglied ist, seit Kindesbeinen. Zum 70. Geburtstag des Turniers hat Camminady in der Bilderkiste gestöbert und sich erinnert – oder sich an Erzählungen erinnert.


1„Auch zu den Turnieren in den 1940er und 1950er Jahren kamen alle großen Namen der damaligen Zeit. Heute unvorstellbar: Die Pferde wurden teilweise per Bahn nach Balve gefahren und bei den heimischen Landwirten untergebracht. Übrigens: Unser ältestes Mitglied, Leo Mertens, nahm 1949 an einer Materialprüfung teil.“


2„Hans-Günther Winkler kam 1956 als zweifacher Weltmeister und Favorit für die Olympischen Spiele ins Sauerland. 12 000 Zuschauer jubelten ihm zu, als er im VW-Cabriolet nach Wocklum chauffiert wurde. 1957 siegte Winkler dann in Wocklum im Großen Preis mit der legendären Halla, die ihn trotz seiner Verletzung zum Olympiasieg getragen hatte.“


3„Legendär war auch das Jahr 1974. Alwin Schockemöhle, der als Vielseitigkeitsreiter bereits 1956 für Olympia qualifiziert war und als Springreiter 1960 olympisches Mannschaftsgold gewinnen konnte, startete. Sein größter Kontrahent: Sein Bruder Paul, damals international noch unerfahren, aber national sehr erfolgreich.“


4„1984 gab es erstmalig deutsche Meisterschaften in Balve und so etwas wie einen separaten VIP-Bereich, der besonders in den 2000er Jahren erweitert wurde. Mühsam war damals der Aufbau der Tribünen: Hunderte von Holzbohlen wurden zum Springplatz gefahren und auf Pflöcke gelegt. Sie dienten als Sitzplätze – es war eine mühevolle Arbeit.“


5„Bis in die 2000er Jahre durfte kein anderer als Graf Landsberg, der im April 2012 starb, die Hindernisse und Stangen in die Lagerhalle einräumen. Wenn er im Jahresverlauf mal wieder alle Stangen nachgezählt hat, hatte er oft eine Schramme am Kopf, weil er sich gestoßen hatte.“


6„2006 gab es das erste Wirtschaftsgespräch. Seitdem waren immer wieder hochkarätige Gäste aus der Politik wie Ursula von der Leyen oder Norbert Lammert zu Gast.“

7„2011 kam Totilas, der Wunderhengst, nach Balve. Er wurde separat im Schlossstall untergebracht – mit eigenem Sicherheitsdienst vor dem Stall. Meine Pferde habe ich ausquartiert. Sie standen sonst im Schlossstall. Die Dressur um Stars wie Isabell Werth hat mittlerweile so einen hohen Stellenwert in Balve, dass wir jedes Jahr enorme Kosten haben, um aus dem großen Sandplatz ein Dressur-Stadion zu errichten.“

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