Balve Optimum

Sönke Rothenberger atmet auf: DM-Gold in Balve trotz Patzer

Sönke Rothenberger fasst sich wegen eines Fehlers nach seinem Ritt auf Cosmo an den Kopf.

Sönke Rothenberger fasst sich wegen eines Fehlers nach seinem Ritt auf Cosmo an den Kopf.

Foto: Friso Gentsch/dpa

Balve.   Sönke Rothenberger gewann auf Cosmo den Grand Prix Special bei der Deutschen Meisterschaft in Balve. Warum er trotzdem haderte.

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Er versuchte erst gar nicht, irgendetwas schön zu reden. Schließlich war der Fehler offensichtlich gewesen. Sönke Rothenberger zog deshalb sofort das Büßerhemd an: „Cosmo war voll dabei. Ich habe bereits beim Abreiten gemerkt, dass heute etwas geht. Leider war ich als Reiter in diesem einen Moment nicht voll dabei. Dieser Fehler darf mir nicht passieren.“

Dieser eine Fehler, dieser Moment, in dem der 23-jährige Bad Homburger etwas tat, was fehl am Platz war – wirkte sich zwar in der Note aus, aber nicht in der Endplatzierung. Mit Cosmo gewann Rothenberger bei der Deutschen Meisterschaft der Dressurreiter in Balve den Grand Prix Special mit 83,706 Prozent vor Isabell Werth auf Weihegold (82,804) und Dorothee Schneider auf Sammy Davis jr. (76,804) und bejubelte seine erste Goldmedaille bei der DM.

Bereits am Freitag waren Rothenberger und Cosmo mit einem Sieg im Grand Prix vor Werth in die Titelkämpfe gestartet. Weil die weltweit beste Dressurreiterin auf einen Start in der Kür am Sonntag (ab 11 Uhr) verzichtet, stehen die Chancen gut, dass Rothenberger mit drei Siegen und zwei DM-Medaillen aus Balve heimfährt. „So weit ist es aber noch nicht. Die anderen haben auch eine tolle Kür“, sagte er vorausschauend und fügte grinsend an: „Wir allerdings auch.“

Fehler kostet ca. 0,5 Prozent

Was ihm nicht wieder passieren sollte: ein Reitfehler wie im Grand Prix Special. „Vor zwei Jahren ist mir so etwas schon mal passiert, ich hoffe, dass es das jetzt erstmal wieder war“, sagte er. Ohne ins Fachchinesisch abzugleiten: Rothenberger verritt sich, in dem er eine Lektion vergaß und etwas Falsches präsentierte. Die Folge: Er wurde abgeläutet und musste seine Prüfung ab der Stelle fortsetzen, ab der er falsch geritten war.

Chefrichter Henning Lehrmann erklärte: „Dieser Fehler hat ihn zwei Punkte pro Richter gekostet, also insgesamt ca. 0,5 Prozent.“ Und er ergänzte: „Sönke hat Glück gehabt, dass es eine nationale Prüfung war. International hätte er mehr Abzug bekommen und Isabell wäre wohl vorne gewesen.“

Werth zeigte sich allerdings auch mit Rang zwei im Special sehr zufrieden, schließlich fiel ihr Top-Pferd Emilio erst kurz vor den Titelkämpfen aus, weshalb sie ihre Stute Weihegold früher als geplant sattelte. „Sie war bis vor zwei Wochen noch im Zuchteinsatz und sah vor einer Woche noch aus wie eine schwangere Auster. Meine Enttäuschung hält sich sehr in Grenzen“, sagte die Rheinbergerin, die im vergangenen Jahr beide DM-Titel gewonnen hatte, mit einem Augenzwinkern. Denn Werth reiste sehr zufrieden aus dem Sauerland ab.

Kein deutsches Problem mehr

Das Duell mit Rothenberger, welches die deutsche Dressurszene derzeit bestimmt, ging eindeutig an den jungen Herausforderer. „Was die beiden Pferde bislang gezeigt haben, ist absolute Weltspitze, top, top, top“, schwärmte Richter Henning Lehrmann. Er lobte aber auch Dorothee Schneider und die am Samstag viertplatzierte Jessica von Bredow-Werndl, die im Grand Prix auf Rang drei geritten war. „Wir sehen hier fünf Top-Pferde – und es fehlen ja noch drei Top-Pferde. Außerdem hatte Deutschland mal ein kleines Problem mit der Piaffe – davon ist gar nichts mehr zu sehen.“

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