Judo

Wieder verletzt: WM-Aus für Judo-Ass Szaundra Diedrich

Judoka Szaundra Diedrich verpasst verletzt die WM.

Judoka Szaundra Diedrich verpasst verletzt die WM.

Foto: Felix Heyder

Brilon/Köln.   Das aus Brilon stammende Judo-Ass Szaundra Diedrich verpasst verletzt die Weltmeisterschaft. Olympia-Start wieder in Gefahr?

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Szaundra Diedrich ist ein positiver Mensch, und meistens gut gelaunt. Doch diesen Schock musste auch die 25-Jährige erstmal verarbeiten. „Ein paar sehr tiefe Atemzüge waren danach schon nötig“, gesteht die aus Brilon stammende Judoka im Gespräch mit der Westfalenpost.

Denn erneut verpasst sie auf Grund einer Verletzung einen Saison-Höhepunkt. Statt in wenigen Tagen mit der deutschen Mannschaft zur Weltmeisterschaft nach Baku (Aserbaidschan) zu reisen, stehen weitere Untersuchungen für die Sauerländerin an. Weil sie sich während des Vorbereitungslehrgangs auf die WM in Kienbaum den Ellenbogen auskugelte.

Dauer der Pause noch ungewiss

„Es war ein Technik-Lehrgang, an dem auch ausländische Kämpferinnen teilnahmen“, erzählt Diedrich, „und bei einem Kampf ist das Knie meiner Gegnerin gegen meinen Ellenbogen geknallt.“ Die Wahl-Kölnerin ahnte sofort, was die erste Untersuchung bestätigte: Diese Saison – und damit auch die WM – ist gelaufen.

„Wie lange ich konkret auf Judo verzichten muss, das stellt sich erst bei weiteren Untersuchungen heraus“, sagt sie. Von sechs Wochen bis zu drei Monaten ist alles möglich. „Der Ellenbogen wurde unter Narkose wieder eingerenkt und jetzt trage ich erstmal eine Schiene“, erklärt Diedrich.

Für die Athletin des JC Bushido Köln ist nicht nur das WM-Aus ein herber Rückschlag. Fast mehr noch trifft sie die zu erwartende lange Wettkampfpause – in der Qualifikationsphase für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio. In Japan auf Medaillenjagd zu gehen, das bleibt trotzdem das große Karriereziel der Sauerländerin, die in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm zu den besten Kämpferinnen der Welt gehört und aktuell als 26. der Weltrangliste (noch) beste Deutsche ist.

„Es ist schon hart, weil es nicht meine erste Verletzung ist“, sagt sie, „aber es ist kein Vergleich zu dem Kreuzbandriss.“ Der kostete sie 2016 den Start bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. Und kurz nach dem Comeback im Dezember 2016 zwang eine Schulterverletzung sie damals zu einer erneuten, mehrwöchigen Pause. „Ich habe es mir nicht ausgesucht“, stöhnt Diedrich.

Studium bei der Polizei

Umso mehr freut sie sich auf einen anderen neuen Lebensabschnitt, der in diesen Tagen beginnt. Diedrich startet eine Ausbildung bei der Landespolizei Nordrhein-Westfalen in Köln und kehrte dafür der Bundeswehr, der sie bislang als Sportsoldatin diente, den Rücken. „Das ist ein duales Studium, das ich im Rahmen der Spitzensportförderung von drei auf bis zu fünf Jahre strecken kann“, erklärt sie. Dem Start des Studiums wolle sie sich „nun voll und ganz widmen, und dass ich anschließend als Polizistin arbeiten kann, ist super“, ergänzt sie – positiv denkend.

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