Tod eines Schülers

Nach bewegendem Video: SV Rothemühle dankt Julian Nagelsmann

Christian Pilz (rechts) und Victor Fuhrmann (links) lassen sich mit Julian Nagelsmann, Trainer der TSG 1899 Hoffenheim, im Stadion ablichten. Auf dem Bild fehlt noch Dominik Quast, er steht in diesem Fall hinter der Kamera.

Christian Pilz (rechts) und Victor Fuhrmann (links) lassen sich mit Julian Nagelsmann, Trainer der TSG 1899 Hoffenheim, im Stadion ablichten. Auf dem Bild fehlt noch Dominik Quast, er steht in diesem Fall hinter der Kamera.

Hoffenheim/Rothemühle.   Nach dem emotionalen Video von Julian Nagelsmann zum Tod eines Wendener Schülers hat sich der Vorstand von SV Rothemühle bei dem Trainer bedankt.

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Christian Pilz, Vorstandsmitglied des SV Rothemühle, geriet ins Schwärmen: „Dieser Typ ist einfach klasse, total locker und authentisch.“ Dieser Typ, das ist Julian Nagelsmann (31), Trainer des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Am Samstagabend hatten Pilz sowie seine Vorstandskollegen Victor Fuhrmann und Dominik Quast die einmalige Gelegenheit, Nagelsmann ein wenig kennenzulernen. Und dem Hoffenheim-Coach bei dieser Gelegenheit ihren großen Dank auszusprechen.

Wofür? Für die Art und Weise, wie Julian Nagelsmann per Videobotschaft auf den Tod des 16-jährigen Schülers aus Rothemühle, der vor Kurzem von einem Mitschüler erwürgt wurde, reagiert hatte. Der Junge hatte in Rothemühle gekickt. In dem Video, das auch in den sozialen Netzwerken schnell die Runde machte, spricht der 31-Jährige der Familie sein Mitleid aus und rät ihr, auch aus eigener Erfahrung heraus, über das Erlebte zu sprechen, keinen Hass zu entwickeln und freudig der Zukunft entgegenzuschauen.

Tröstende Worte per Video

Nagelsmann selbst, so erklärte er es in dem Video, habe früh einen geliebten Menschen verloren. Als er dann von dem Tod des Schülers hörte und las, dass der 16-Jährige ein begeisterter Fußballer gewesen sei, habe er sich dazu entschlossen, der Familie ein paar tröstende Worte zu senden. Und nicht nur das: Hoffenheims Trainer lud die Familie gar zu einem persönlichen Treffen nach Sinsheim ein. Dieses fand auch vor Kurzem statt.

„Was Julian Nagelsmann für die Familie getan hat, ist wirklich klasse. Wir wollten ihm dafür unsere große Wertschätzung und Dankbarkeit übermitteln“, erklärte Pilz im Gespräch mit dieser Zeitung und ergänzte: „Wir hätten ihm sicherlich auch einen Brief schreiben können, aber der persönliche Austausch ist doch viel schöner.“

Kontakt über ehemaligen Spieler

Der Kontakt entstand über Ben Breidenbach, einem ehemaligen Spieler des SV Rothemühle, der heute sein Geld als Scout bei der TSG 1899 Hoffenheim verdient. Über seinen Job erzählte Breidenbach dem Trio aus Rothemühle bereits am Freitagabend, als man gemeinsam essen ging. Am Samstag schauten sich Pilz, Fuhrmann und Quast dann zunächst das Bundesliga-Spiel zwischen der TSG und Borussia Mönchengladbach (0:0) an, ehe sich Nagelsmann anschließend eine halbe Stunde für die Gäste aus Rothemühle Zeit nahm. Man habe sich ein wenig über Fußball ausgetauscht, genauso aber auch darüber gesprochen, wie schwer es auch für den Verein sei, mit dem Verlust des 16-Jährigen klar zu kommen.

„Das war ein total offenes Gespräch, wir waren sofort beim Du und einfach nur beeindruckt. Ich ziehe den Hut vor diesem Mann“, betonte Pilz. Nach diesem Gespräch schauten sich die drei Männer aus dem Wendschen noch das Abendspiel zwischen Dortmund und Bremen (2:1) an und machten sich dann wieder auf dem Heimweg. Nach einem, so Pilz, unvergesslichen und beeindruckenden Erlebnis.

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