Kult-Schäfer

Schäfer Heinrich („Bauer sucht Frau“) ist wieder da

Schäfer Heinrich zieht den Hut vor seinen Fans. „Es macht mir immer noch Spaß, die Leute zu erfreuen“, sagt der 52 Jahre alte Landwirt, der mit bürgerlichem Namen  Heinrich Gersmeier. heißt. Ab dem kommenden Wochenende wird er wieder regelmäßig auf Mallorca auftreten.

Schäfer Heinrich zieht den Hut vor seinen Fans. „Es macht mir immer noch Spaß, die Leute zu erfreuen“, sagt der 52 Jahre alte Landwirt, der mit bürgerlichem Namen Heinrich Gersmeier. heißt. Ab dem kommenden Wochenende wird er wieder regelmäßig auf Mallorca auftreten.

Foto: Ralf Rottmann

Bestwig.   Schäfer Heinrich will noch einmal durchstarten. Der Sänger bringt pünktlich zur Saisoneröffnung auf Mallorca eine neue Single heraus.

Die Zeiten, in denen Deutschlands bekanntester Schäfer eher belämmert dreinblickte, sollen bald vorbei sein. Nachdem Heinrich Gersmeier alias Schäfer Heinrich sich vor elf Jahren in der RTL-Kuppelshow „Bauer sucht Frau“ in die Herzen der Privatfernseh-Zuschauer gesungen hatte und Busladungen voller Fans seinen Hof in Erwitte-Völlinghausen (Kreis Soest) stürmten, war es zuletzt still um den guten Hirten geworden. „Meine Karriere ist ins Stocken geraten“, sagt denn auch der 52-Jährige schonungslos ehrlich. Er hat gerade erst sein Management gewechselt („ich brauchte neue Tapeten“), um wieder „Schwung nach vorne“ zu bekommen, wie er sagt. Am kommenden Wochenende steht Schäfer Heinrich zur Saisoneröffnung („Opening“) im Feier-Schuppen „Bierkönig“ auf der Schinkenstraße in Palma de Mallorca auf der Bühne. Pünktlich zu diesem Ereignis kommt am Freitag seine neue Single heraus. Titel: „Haus am Hühnerfrikasee“ (der kreative Texter hat bewusst auf das doppelte ,s’ verzichtet).

Video-Dreh im Sauerland

Schäfer Heinrich sitzt in seiner Dienstkleidung (schwarze Hose, schwarze Weste, weißes Hemd, Krawatte mit vielen weißen Schafen und einem schwarzen sowie Hut) im Büro seines Managers Thomas Rottmann in Bestwig, bevor es zum Video-Dreh in ein Olsberger Hotel (selbstverständlich mit See) geht. Der viermalige Preisträger des renommierten „Ballermann-Awards“ philosophiert frohgelaunt über seine vermeintlich goldene Zukunft: „Die neue Single wird ein Kracher“, sagt er und schlürft einen Schluck Cola („Brauereien werden durch mich nicht reich“): „Nach dem Schäferlied (Anfang Dezember 2008 auf Platz 5 der deutschen Singlecharts, d. Red.) hatte ich ja keinen großen Hit mehr.“

Schäfer Heinrich war in den vergangenen Jahren da, ohne von der ganz, ganz großen Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden oder gar – wie in seinen besten Zeiten – Bodyguards an seiner Seite haben zu müssen. Er habe regelmäßig in der Schinkenstraße auf Mallorca gesungen, sagt Gersmeier – in der Regel in einem 30-Minuten-Progamm. „Die Auftritte dort vor so vielen Menschen sind etwas Tolles. Es macht mir immer noch Spaß, die Leute zu erfreuen.“ Erreicht er denn auch die Ballermann-Touristen, die sich zu später Stunde kaum noch auf den Beinen halten können? „Ach, falls einer mal aus der Reihe fällt, singe ich einfach weiter“, sagt er. Zu den neuen Benimm-Regeln auf Mallorcas Party-Straßen hat er keine große Meinung: „Was soll ich dazu sagen?“

350 Mutterschafe

So gerne der sympathische Landwirt auch auf der Balearen-Insel ist, so sehr freut er sich, wieder auf seinem Hof bei seinen Schafen („derzeit 350 Mutterschafe plus Nachzucht“) zu sein. „Ich liebe meine Tiere und die Landwirtschaft.“ Und doch: Die Zeiten sind schwieriger geworden. Die letzten Medienberichte über ihn handelten von einer drohenden Hofpleite. „Es ist nicht so einfach“, sagt Schäfer Heinrich („mit meinen Auftritt finanziere ich die Schäferei“) und nennt Gründe, warum er seine Schäfchen alles andere als im Trockenen hat: die schweren Einbußen im Dürre-Sommer 2018, die hohen Pflegeheim-Kosten für seine 2011 verstorbene Mutter oder die niedrigen Verkaufspreise: „Für das Kilo Wolle bekomme ich 20 Cent. Da zahle ich beim Scheren drauf.“ Doch der Westfale sieht Licht am Ende des Tunnels: In dem SAT 1-Format „Promis Privat – mein (fast) perfektes Leben“ sollen ihm Wege aufgezeigt werden, wie er sein Dasein wieder auf gesunde Füße stellen kann. „Möglich sind Ferienwohnungen und eine Gastronomie, damit ich meine sehr vielen Fans – gleichermaßen Frauen und Männer – empfangen kann.“ Zudem will er 2019 deutlich mehr als die 50 Auftritte des vergangenen Jahres hinlegen und Partner für einen Werbevertrag suchen. „Vielleicht für Joghurt oder Eis – das esse ich nämlich gerne.“

Auftritte bei Schützenfesten und Vatertagspartys

Schäfer Heinrich lässt sich nicht unterkriegen, er sieht sich auf einem guten Weg, singt weiter auf Oster- und Vatertagspartys, Schützen- und Feuerwehrfesten. Und da ist ja seine neue Single. Den Reporter will er nicht entlassen, ohne sein neues Werk zu präsentieren. Manager Rottmann startet die Melodie vom Band, der Sänger schmettert das „Haus am Hühnerfrikasee“ aus voller Brust. Apropos: Es ist von Hühnerbrüsten die Rede und von fallenden Hüllen. „Ein interessanter Song zum Schunkeln“, findet der Interpret, „bei einem Test auf Mallorca haben sich die Männer reihenweise vor Begeisterung ihrer T-Shirts entledigt. Stichwort Hühnebrust.“

Wie wäre Heinrich Gersmeiers Leben ohne „Bauer sucht Frau“ verlaufen? „Ach“, sagt er, „darüber denke ich nicht nach.“ Aber eines stehe fest: „Wenn ich meine Schafe nicht hätte, würde ich heute nicht auf der Bühne stehen.“ Hat er denn mittlerweile die Frau fürs Leben gefunden. „Nicht so richtig“, sagt Schäfer Heinrich und hat damit bereits einen Punkt verraten, was er sich für die Zukunft wünscht. Und was noch? „Vor allem Gesundheit. Und einen Werbevertrag.“

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