Finanzen

Siegen will sich die Landesgartenschau 2023 nicht leisten

Die neuen Ufer wären ein möglicher Schauplatz für die Landesgartenschau gewesen, sie hätten in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden sollen.

Foto: Hans Blossey

Die neuen Ufer wären ein möglicher Schauplatz für die Landesgartenschau gewesen, sie hätten in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden sollen. Foto: Hans Blossey

Siegen.   Siegufer, Tiergarten, Schlosspark, Siegberghang, Weiss-Flicksches Grundstück (Oranienpark) – alles mögliche Schauplätze. Aber es ist kein Geld da

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Es gibt keine Landesgartenschau 2023 in Siegen — das wird am Freitag, 10. November, offiziell. Den Satz flickt Bürgermeister Steffen Mues im Rat an der Stelle seiner Einbringungsrede zum Haushalt 2018 ein, in der es um die „Balance“ von Einnahmen und Ausgaben und die eigene Verantwortung der Stadt ging, zu fragen, „was sein muss, was sein soll und was nicht drin ist“.

Steffen Mues ergänzt: „Ich habe eben noch eine Vorlage unterschrieben, die Ihnen am Wochenende zugeht.“ Gemeint war, wie das Rathaus bestätigt, das Aus für die Gartenschau.

Die Blütenträume haben Geschichte. 2009 kamen die ersten Ideen, 2010 die große Euphorie, als es der Stadt bravourös gelungen war, die Ausrichtung des NRW-Tages zu stemmen. 2015 machte das Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP Nägel mit Köpfen und die Gartenschau zu seinem Projekt. Die Siegufer zwischen Stadtmitte und Niederschelden, der Tiergarten, der Schlosspark, der Siegberghang , das Weiss-Flicksche Grundstück („Oranienpark“) und der Energiepark vor der Westnetz-Verwaltung wurden als mögliche Schauplätze genannt, die in einer Machbarkeitsstudie untersucht werden sollten.

Verlustgeschäft für die Stadt

Jamaika blieb allein, vor allem SPD und UWG widersprachen, weil sie in dem Projekt ein Verlustgeschäft für die Stadt sahen. Die Chancen, sich aussichtsreich zu bewerben, wurden gelegentlich positiv bewertet: Siegen hat die neuen Ufer, das Siegberg-Programm startet, der Herrengarten wird zum Bürgerpark — damit hätte die Stadt 2010 noch nicht aufwarten können.

Im Sommer 2016, als endlich der Auftrag für die 50 000 Euro teure, von der Sparkasse bezahlte Machbarkeitsstudie vergeben wurde, äußerte sich der damalige Stadtbaurat Michael Stojan sehr skeptisch: Es könne sein, dass gar kein geeignetes Areal gefunden werde. Und so ist es nun wohl: Für die Gartenschau hat Siegen weder Platz noch Geld.

>>>>KOMMENTAR von Steffen Schwab

Scön wär’s gewesen? Noch nicht einmal das. Diese Landesgartenschau hätte niemals die Massen nach Siegen gelockt, die das Projekt wirtschaftlich machten. Und die, die gekommen wären, hätten sich im Nebel der ­Siegaue die Augen gerieben. Oder im sommerlichen Nieselregen, von dem ein paar frostresistente Mittelgebirgsblüher gut gegossen werden. Ach was. Die Stadt Siegen blüht auf ihre Weise: als dynamische, runderneuerte, bunte Stadt, die so gut Feste zu feiern weiß, dass sie nicht auf jeder Hochzeit tanzen muss.

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