Jubiläum

„Siggi’s Hütte“ auf dem Willinger Ettelsberg wird 40

Wirt Siggi von der Heide: An seine rechte Schulter lehnt ein Alphorn.40 Jahre Siggi’s Hütte will er am Sonntag, 27. August, mitder Alphornmesse feiern.

Wirt Siggi von der Heide: An seine rechte Schulter lehnt ein Alphorn.40 Jahre Siggi’s Hütte will er am Sonntag, 27. August, mitder Alphornmesse feiern.

Willingen.   „Siggi’s Hütte“ in Willingen feiert ihr 40-jähriges Jubiläum. Freunde rieten Wirt Siegfried von der Heide vorher ab: „Da ist nichts los“

Wenn der inflationär benutzte Begriff Kult seine Berechtigung hat, dann in 838 Metern Höhe auf dem Willinger Ettelsberg. „Siggi’s Hütte“ und ihr Chef Siegfried „Siggi“ von der Heide (76) sind eine bundesweit bekannte Attraktion. Am kommenden Sonntag feiert die berühmteste Berghütte des Sauerlandes ihr 40-jähriges Jubiläum. Den Jubeltag beginnt man mit der traditionellen Alphorn­messe.

Erinnern Sie sich noch an die Anfänge vor 40 Jahren?

Siegfried von der Heide: Selbstverständlich. Das erste halbe Jahr haben wir gleichzeitig „Siggi’s Hütte“ im Tagesbetrieb und unser Abendrestaurant in Bad Arolsen geführt. Die Doppelschicht war eine ganz schöne Plackerei. Gäste und Lieferanten meines Betriebes in Arolsen hatten mir davon abgeraten, die Gastronomie auf dem Ettelsberg zu übernehmen. Da oben sei doch nichts los... Letztlich hat sich ein anfangs sehr kleines Pflänzchen auf dem Berg unglaublich entwickelt.

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Siggi’s Hütte?

Pausenloser Einsatz, ein großartiges Team, dass wir gesund geblieben sind, dass sich die Willinger Gastronomen gegenseitig befruchtet und damit angestachelt haben. Und natürlich die familiäre Atmosphäre. Diejenigen, die zu uns kommen, sind für uns nicht nur Kunden, sondern Gäste und Freunde. Man fühlt mit ihnen, man lacht mit ihnen, man weint mit ihnen. Eine große Familie eben. In unserer einfachen Hütte ist jeder gleich - ob Generaldirektor oder Straßenkehrer. Gastfreundschaft ist einfach mein Leben.

Was hat es eigentlich mit Ihrer selbstgebauten Schleudertrompete auf sich, mit der Sie zum Vergnügen Ihrer Gäste „Musik“ machen?

Vor vielen Jahren hat unser Tambourmajor empfohlen, zum Üben in einen Schlauch zu blasen. Das sollte die Lippen straffen. Dann kam ein Mundstück drauf, die Töne wurden besser. Und eines Tages haben wir zu fortgeschrittener Stunde einen Trichter daran montiert. Da war das Kind geboren.

Sie sind auch nach 40 Jahren fast jeden Tag in Ihrer Berghütte. Was treibt Sie an?

Meine Motivation sind meine Gäste. Zwei Drittel von ihnen sind Stammgäste. Es gibt nichts Schöneres, als mit Menschen zu tun zu haben.

Am Sonntag werden wieder tausende Menschen zur Alphornmesse kommen. Sie sind mit Ihrer Alphorngruppe dabei. Was fasziniert sie an dem alpenländischen Musikinstrument?

Die Klänge gehen einfach unter die Haut. Kaum zu glauben: Meine Alphorngruppe besteht auch schon seit 30 Jahren...

Ihr Sohn ist mit im Betrieb. Heißt das, die Erfolgsgeschichte von Siggi’s Hütte geht auf absehbare Zeit weiter?

Auf jeden Fall. Mein Sohn ist mein Chef und eigentlich der Wichtigere von uns beiden. Er macht das Geschäftliche und hält mir den Rücken frei. Damit ich mich um meine Gäste kümmern kann.

Sie sind jetzt 76 Jahre alt. Andere Menschen sind da schon längst in Rente...

Ich plane keinen Ruhestand. Gastfreundschaft ist einfach mein Leben. Ich sage immer: Ich kämpfe bis zur letzten Patrone.

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