Rechtspopulismus

Staatssekretär Wiese: „Platzverweis für AfD“ beim FC Bundestag

FC Bundestag beim einem Wohltätigkeitsspiel gegen den FC Diabetologie im Sommer 2017

Foto: Ralf Mueller

FC Bundestag beim einem Wohltätigkeitsspiel gegen den FC Diabetologie im Sommer 2017 Foto: Ralf Mueller

Brilon/Berlin.   SPD-Politiker aus Brilon: Abgeordnete der Rechtspopulisten sollen nicht in Fußballmannschaft des Parlaments spielen

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Dirk Wiese ist Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium – und Spieler beim FC Bundestag. Die Mannschaft tritt in der Regel an, um Geld für karitative Zwecke zu erspielen. Der 34-jährige SPD-Abgeordnete aus dem Hochsauerland hat sich dagegen ausgesprochen, Politiker der AfD in das Fußballteam des Parlaments aufzunehmen.

Sie wollen der AfD auf dem Fußballplatz die Rote Karte zeigen? Warum?

Dirk Wiese: Grundsätzlich ist der FC Bundestag überparteilich. Das ist gut und richtig. Hier spielten in der letzten Legislaturperiode Kollegen von CSU bis Linkspartei. Auch Kolleginnen. Aber er steht auch mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes, vertritt klare Werte und eine internationale Ausrichtung. Wer sich nicht daran hält, der kriegt eine deutliche Ansage und einen Platzverweis.

Aber Sport soll doch versöhnen und nicht spalten.

Absolut. Der Sport baut Vorurteile ab. Menschen unterschiedlichster Hautfarbe oder Herkunft spielen gemeinsam. Bei meinem Verein Borussia Dortmund heißt es auch im Vereinslied: Borussia Dortmund verbindet Generationen, Männer und Frauen, alle Nationen.

Ist ein Ausschluss nicht undemokratisch? Die AfD ist schließlich wie jede andere Partei in den Bundestag gewählt worden. Und der FC Bundestag ist überparteilich.

Das ist es nicht. Wer Jerome Boateng zum Beispiel nicht als Teil der deutschen Nationalmannschaft ansieht, der hat aus meiner Sicht nichts verstanden. Der Präsident von Eintracht Frankfurt hat sich auch gerade erst sehr klar positioniert, und viele Fans engagieren sich gegen jede Art von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Wie sehen die anderen Mitglieder des FC Bundestag das?

Hier hat jeder seine persönliche Meinung. Aber für die Mitspieler der SPD gilt ganz klar: Wir spielen weiter Fußball und überlassen der AfD nicht das Spielfeld. Gegen Rassismus muss man Gesicht zeigen. Egal wo. Im Plenum, in den Ausschüssen, vor allem im Alltag und auch auf dem Platz.

Sind AfD-Politiker denn schlechtere Menschen?

Das ist mir zu pauschal. Wer ­allerdings wie der Abgeordnete Jens Maier den Sohn von Boris Becker als „Halb-Neger“ bezeichnet oder wie der Rechtsaußen Björn Höcke das Denkmal zur Erinnerung an die Ermordung der Juden als „Denkmal der Schande“, der hat sicherlich aus der Geschichte nichts gelernt und hat auch auf dem rechten de­mokratischen Flügel nichts zu suchen.

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