Unternehmertum

Startup Teens - Existenzgründung als Option

Foto: WAZ FotoPool

Hagen/Lippstadt.   Die Online-Plattform "Startup Teens" will Jugendliche fürs Unternehmertum begeistern und veranstaltet nun ihr erstes reales Treffen in Lippstadt.

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Von einer grassierenden Angestelltenkultur in Deutschland mag Hauke Schwiezer (38) nicht reden. Er formuliert es positiver: „Wir müssen unternehmerischer denken und handeln.“ Er meint: von Kindesbeinen an. Der Gründer und Geschäftsführer von Startup Teens, einer Online-Plattform, die Jugendliche zu Unternehmern ausbilden will, möchte den Beweis heute in Südwestfalen antreten: Ganz real, in den Räumlichkeiten der Hochschule Hamm-Lippstadt, wo eine Talk-Runde mit Unternehmern stattfindet, denen die Jugendlichen Fragen stellen können. Eingeladen: 14- bis 19-jährige Schüler, denen berufliche Selbstständigkeit und Unternehmertum nahegebracht werden sollen. Denn, so Schwiezer, ohne familiäre Verbindungen unterbleibe das im Regelfall.

Spenden und Sponsoren

Finanziert wird die Veranstaltung durch Spenden und Sponsoren. Die Hochschule Hamm-Lippstadt etwa, die als Unterstützer die Räumlichkeiten heute und bei der zweiten Veranstaltung in einer Woche in Hamm zur Verfügung stellt, ist dabei, weil Ausgründungen von Studierenden möglich werden sollen, wie Annika Alke formuliert, Referentin des Hochschul-Präsidenten Prof. Klaus Zeppenfeld. Und: „Wir wollen das Gefühl vermitteln, dass Selbstständigkeit für junge Leute eine Option sein könnte.“ Zeppenfeld hatte vor wenigen Tagen gesagt: „Als Hochschule möchten wir unternehmerisches Denken und Handeln auf verschiedenen Ebenen fördern.“

Das ist auch das Ziel der Sparkasse Lippstadt, die wie alle Kreditinstitute ein Interesse hat, Unternehmensgründer zu finanzieren und die die Veranstaltung laut Dirk Rabe, Chef der Öffentlichkeitsarbeit, mit einer vierstelligen Summe fördert. „Wir sind dabei, weil es das Kerngeschäft der Sparkassen ist, Existenzgründungen zu finanzieren und Jugendliche bei der Bildung in Finanzdingen zu unterstützen“, so Rabe. Unternehmensgründungen seien in Deutschland nicht so ausgeprägt wie in anderen Ländern; es gehe darum, „unternehmerisches Handeln spielerisch zu vermitteln.“

Schwiezer will mehr: Die Mentalität der Deutschen ändern. mehr Unternehmer, weniger Angestellte. Der Wunsch soll schon in der Schulzeit wach werden. Schwiezer hat nach eigenen Worten drei Zielgruppen vor Augen: Gründer, Nachfolger und Angestellte, die unternehmerisch denken.

Zwei Antriebe

Bei ihm gab es zwei Antriebe: Begeisterung für Jugendförderung und Begeisterung fürs Unternehmertum. Beides geht zusammen, jedenfalls wenn man Dietmar Hopp kennt, einen der reichsten Deutschen und SAP-Mitbegründer. Und Mäzen. So war Schwiezer nach eigenen Worten Marketingleiter von Europas größtem privat geförderten Jugendförderkonzept „Anpfiff ins Leben“, das im Rhein-Neckar-Gebiet Jugendliche fit machen will. Dahinter steht Hopp.

Die Zentrale von Startup Teens, ein bundesweites Projekt, steht im Technologiezentrum von Hamm. Von dort aus starten die Netzwerker ihre Aktionen. Schwiezer: „Wir gehen in Städte, in denen wir Unterstützung erfahren.“ Erstkontakt in Lippstadt war der persönlich haftende geschäftsführende Gesellschafter des Autozuliefer-Riesen Hella, Dr. Jürgen Behrend. „Gerade für den Standort Deutschland ist es von entscheidender Bedeutung, die Unternehmer- und Gründerkultur zu fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, hatte er zuvor erklärt. Von dort war der Weg in die Schulen nicht mehr weit.

Ziel ist für Schwiezer nicht, möglichst viele BWL-Studenten heranzuziehen, die später zu Unternehmensgründern werden: „Ich wäre zufrieden, wenn die Jugendlichen vor ihrer Berufsausbildung das Unternehmertum überhaupt in Betracht ziehen würden.“

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