Energiewende

Stillgelegtes Kohlekraftwerk Standort für smarten Speicher

Das Steinkohlekraftwerk Elverlingsen (Werdohl) wurde vom Betreiber, der Enervie AG aus Hagen, Ende März 2018 außer Betrieb genommen. Jetzt ging auf dem Gelände (Halle oben im Bild) ein Batteriespeicher ans Netz. Es handelt sich um ein Projekt von Daimler und deren Tochtergesellschaft Mercedes-Benz Energy sowie Getec Energie und The Mobility House, dem früheren Enervie-Partner in E-Mobilitätsfragen. In der Halle wurden 1920 nagelneue Batteriemodule für E-Smarts installiert.

Das Steinkohlekraftwerk Elverlingsen (Werdohl) wurde vom Betreiber, der Enervie AG aus Hagen, Ende März 2018 außer Betrieb genommen. Jetzt ging auf dem Gelände (Halle oben im Bild) ein Batteriespeicher ans Netz. Es handelt sich um ein Projekt von Daimler und deren Tochtergesellschaft Mercedes-Benz Energy sowie Getec Energie und The Mobility House, dem früheren Enervie-Partner in E-Mobilitätsfragen. In der Halle wurden 1920 nagelneue Batteriemodule für E-Smarts installiert.

Foto: Enervie

Werdohl.   Energiewende: Im März ging das letzte Feuer im Kohlekraftwerk Elverlingsen aus, jetzt ist ein smarter Batteriespeicher am Netz.

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Wenn das keine Energiewende ist, was dann? Vor gerade einmal drei Monaten wurde das Steinkohlekraftwerk in Werdohl-Elverlingsen nach über einhundert Jahren der Stromversorgung für die Region außer Betrieb genommen. Nur ein Vierteljahr später geht ein automobiler Batteriespeicher ans Netz. „Wir begrüßen das Projekt und stellen die Infrastruktur zur Verfügung“, sagt Uwe Reuter, Sprecher des ehemaligen Kraftwerkbetreibers Enervie aus Hagen. Mehr nicht. Federführend verantwortlich für das Speicherprojekt ist die Daimler AG mit ihrer Tochtergesellschaft Mercedes-Benz Energy und Partnern, darunter The Mobility House (TMH) aus München, einem E-Mobilitätsdienstleister, der 2011 für eine Weile eine strategische Partnerschaft mit Enervie eingegangen war.

Fitnessprogramm für Autobatterien

In eine der alten Kraftwerkshallen wurde eine Speicherhülle gebaut, darin 1920 nagelneue Smart-Batteriemodule installiert und schließlich der Großspeicher an das Stromverteilnetz angeschlossen. Er erfüllt zwei Funktionen. Zum einen kann der Smart-Speicher Netzschwankungen ausgleichen, wie sie zunehmend vor allem durch die dezentrale Einspeisung von Erneuerbaren Energien aus Sonnen- und Windstrom verursacht werden. Zum anderen weckt Daimler auf diese Weise die noch unbenutzten Batteriemodule für Elektro-Smarts der dritten Generation. Es entsteht im Grunde ein Batterieersatzteillager. Hintergrund: Bleiben Batterien länger ungenutzt, verlieren sie an Leistung. Dadurch, dass sie, wie in Werdohl-Elverlingsen, immer wieder Strom aufnehmen und abgeben, also arbeiten müssen, bleiben sie fit.

Für mindestens 600 E-Smarts reichen die Batteriemodule, die nun im Schatten des alten Kohlekraftwerks installiert wurden. Nach Angaben des Betreibers stehen so rund 9 Megawatt Leistung zur Verfügung, die permanent und schnell zur Netzstabilisierung beitragen und umgerechnet den Tagesstrombedarf für rund 2000 Haushalte abdecken könnten, falls nötig.

Daimler sieht das Projekt in Werdohl als Paradebeispiel für die Energiewende und die Abkehr von fossiler Energieversorgung „hin zu einer nachhaltigen und CO2-reduzierten Verlängerung der Elektromobilität.

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