Judo

Szaundra Diedrich aus Brilon blickt schon über Rio hinaus

Allmählich kehrt der Spaß zurück: Szaundra Diedrich aus Brilon mit ihrem Trainer Martin Drechsler.

Allmählich kehrt der Spaß zurück: Szaundra Diedrich aus Brilon mit ihrem Trainer Martin Drechsler.

Foto: FUNKE Foto Services

Brilon/Köln.   Ihre Judo-Karriere befand sich auf der Überholspur – dann riss das Innenband. Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro verpasst Szaundra Diedrich deshalb. Aber die Sauerländerin aus Brilon hat sich längst neue Ziele gesteckt – ein ganz großes.

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  • Ein bisschen Wehmut kommt ab und an durch
  • Viele Gedanken in anstrengender Reha
  • Ziel: Im Juli oder August wieder auf der Wettkampf-Matte

Der Traum ist geplatzt. Sie galt als große Judo-Hoffnung für die olympischen Spiele in Rio. Doch ein Kreuzbandriss macht einen Strich durch die Olympia-Pläne von Szaundra Diedrich.

„Wenn man sieht, wie die heiße Phase jetzt los geht, denke ich mir schon: So ein Mist“, sagt die Judoka wehmütig, „da wäre ich schon gerne dabei, bei dem ganzen Zirkus.“ Aber die Operation am Innenband liegt mittlerweile fast sechs Monate zurück. Mühsam kämpft sie sich im Olympiastützpunkt Rheinland durch die anstrengende Reha. „Da hatte ich genug Zeit, um mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass es nicht klappt.“ Immerhin, seit diesem Monat steht sie wieder auf der Trainingsmatte.

Der erste Trainingswurf

Der Fokus liegt für die 22-Jährige jetzt darin, gesund zu werden. Sie will so schnell wie möglich wieder in Wettkämpfen starten können. Das ist der Nachwuchssportlerin bisher erfolgreich gelungen. Seit 2010 ist die aus Brilon stammende Judoka im C-Kader des Deutschen Judobundes und holte bei den Junioren drei Meisterschaftstitel. Auch die Saison 2015 lief für Szaundra Diedrich sehr erfolgreich, sie holte unter anderem bei der EM Bronze im Einzel, Silber im Team, vier Grand Prix und eine Grand Slam Medaille.

Doch die Knieverletzung beim Grand Prix in Tashkent im Oktober bremste die Judoka aus und beendete die Saison. Um an die Erfolge anzuknüpfen, trainiert die Studentin wieder in Köln.

Ihren ersten Wurf seit der Operation teilt Szaundra per Video auf ihrer Facebook-Seite. Mit festem Griff hält sie ihren Trainer an beiden Armen fest, dreht sich und wirft ihn mit Schwung auf den Boden. Martin Drechsler hält bei diesem Wurf also als Uke her. Nach dem gelungenen Zug reißt Szaundra stolz die Arme in die Luft.

„Ein Raunen ging durch die Halle“, zeigt sich ein Zuschauer des Trainings später in dem sozialen Netzwerk beeindruckt. Doch die lange Pause hat Spuren hinterlassen. „Ich hab ganz schön viel Muskelkater, das hatte ich früher nach normalem Training nicht so.“ Auch das Knie reagiere noch häufig, da „müssen wir austesten, welche Bewegungen am besten sind.“

„Tokio ist auch okay“

Darum konzentriert sie sich beim Training momentan auf Reha-Übungen, um Kraft aufzubauen. Bei dem Frühlingstraining der Nationalmannschaft im Mai möchte die ehrgeizige Sportlerin auf jeden Fall dabei sein.

Ob sie dann schon wie gewohnt mitwerfen kann ist ungewiss. „Spätestens im Juli oder August möchte ich dann aber wieder richtig trainieren“, sagt Szaundra und hofft, dass sie bis Oktober fit für Wettkämpfe ist. Dann stehen die European Open in Glasgow an.

Auch den Traum von Olympia hat die Judoka nicht aufgeben, der Blick liegt auf Tokio. Schon im vergangenen Jahr zeigte sie sich optimistisch: „Wenn ich es erst 2020 zu den Olympischen Spielen schaffe, ist das auch okay. Ich habe absolut keinen Druck.“

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