Judo

Szaundra Diedrich leidet beim Feldwebel-Lehrgang mit Rio-Startern

Szaundra Diedrich und ihr Trainer Martin Drechsler während einer Einheit.

Szaundra Diedrich und ihr Trainer Martin Drechsler während einer Einheit.

Foto: FUNKE Foto Services

Rio de Janeiro/Brilon.   Während die deutschen Judoka bei den Olympischen Spielen auf ihre erste Medaille warten, leidet die Sauerländerin Szaundra Diedrich während eines Lehrgangs bei der Bundeswehr mit. Was die Judo-Expertin prophezeit.

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Flecktarne Uniform statt weißer Judoanzug, durch die Matsche kriechen statt auf der Matte um Medaillen kämpfen, Hannover statt Rio de Janeiro. „Aber ich bin ganz froh, dass mich der Feldwebel-Anwärterlehrgang bei der Bundeswehr ein wenig ablenkt“, sagt die aus Brilon stammende Szaundra Diedrich, „so sitze ich nicht ständig vor dem Fernseh-Gerät und denke daran, dass ich vielleicht in Brasilien dabei gewesen wäre.“

Vor einem Jahr befand sich die 23-jährige Judoka auf der Überholspur in Richtung Rio – dann riss ihr Kreuzband und der Traum war geplatzt.

Die Auftritte der deutschen Olympia-Teilnehmer verfolgt die Sauerländerin trotzdem so gut es geht. Und wie die Delegation vor Ort wartet auch Diedrich sehnsüchtig auf die erste Medaille im Judo bei den Olympischen Spielen in Rio. Kurz vor der Halbzeit der Judo-Wettbewerbe steht das deutsche Team mit drei neunten Plätzen durch Tobias Englmaier, Mareen Kräh und Igor Wandtke als besten Ergebnissen da. Ohne Medaille blieben die deutschen Judoka bei Sommerspielen bislang nie, 2012 gab es viermal Edelmetall.

„Es läuft bislang nicht rund“, erzählt Szaundra Diedrich. „Wir hatten allerdings auch viel Pech mit der Auslosung“, erklärt sie. Miryam Roper zum Beispiel war gleich in der ersten Runde chancenlos gegen Brasiliens Topstar Rafaela Silva. Gegen die Weltmeisterin von 2013 hatte Roper schon 2012 bei Olympia in London ihren Auftaktkampf verloren. „Es ist schon irgendwie scheiße, wenn man zweimal Olympische Spiele kämpft und zweimal diejenige, mit der man am wenigsten klarkommt, zugelost bekommt in der ersten Runde“, sagte sie unter Tränen.

In der Klasse bis 66 kg schied Sebastian Seidl überraschend ebenfalls in seinem ersten Kampf gegen den späteren Olympiasieger Fabio Basile aus Italien aus. „Das Glück war bisher nicht auf unserer Seite, zumal die internationale Spitze in diesen Gewichtsklassen sehr eng ist“, sagt Szaundra Diedrich.

Luise Malzahn eine der Favoritinnen

Sie glaubt aber daran, dass in den nächsten Tagen das eine oder andere Edelmetall gefeiert werden kann. „Zwei bis drei Medaillen werden wir holen“, sagt die Wahl-Kölnerin voraus. „Der Donnerstag könnte ein schwarz-rot-goldener Tag werden“, sagt sie grinsend. Luise Malzahn und Karl-Richard Frey gehen an diesem Tag in den Klassen bis 78 Kilogramm und bis 100 Kilogramm auf die olympischen Matten. „Besonders Luise traue ich einiges zu“, sagt Diedrich, die mittels Whatsapp oder den sozialen Medien in Kontakt zu den Olympia-Teilnehmern steht. „Die Stimmung ist gedämpft, aber abgerechnet wird erst am Ende“, sagt sie.

An diesem Dienstag vertreten Martyna Trajdos (bis 63 Kilogramm) und Sven Maresch (bis 81 Kilogramm) die deutschen Farben. Am Mittwoch folgen Laura Vargas-Koch (bis 70 Kilogramm) und Marc Odenthal (bis 90 Kilogramm). „Ich leide vor dem Fernseh-Gerät so mit“, sagt Szaundra Diedrich, „aber ich bin mir sicher, dass wir bald die erste Medaille feiern dürfen.“

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