TATorte

Kommt der Mörder von Josef Schulz ungestraft davon?

Josef Küster wurde am 30. Dezember 2004 in der Straße Im Plan in Kreuztal ermordet. Der Täter konnte bisher noch nicht ermittelt werden.

Josef Küster wurde am 30. Dezember 2004 in der Straße Im Plan in Kreuztal ermordet. Der Täter konnte bisher noch nicht ermittelt werden.

Foto: Jürgen Schade

Kreuztal.  Es gibt es nichts Neues zum Fall Josef Schulz. Aktuell laufen keine Ermittlungen, sagt Oberstaatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss.

Alle Möglichkeiten seien ausgeschöpft. „In dem Verfahren Josef Schulz liegt eine Teil-DNA-Spur vor, die in die DNA-Analysedatenbank des Bundeskriminalamtes eingespeist wurde“, so Grotthuss. „Dort werden Tatortspuren regelmäßig mit eingehenden DNA-Profilen abgeglichen.“

2015 habe es einen Treffer gegeben, doch die Ermittlungen zeigten, dass die Person als Täter nicht in Frage kam. Warum der Küster sterben musste, ist bis heute nicht klar. Kriminalhauptkommissar Heiko Priester vom Präsidium Hagen leitete die Mordkommission. Doch er ist nun in Pension. In seiner Amtszeit schaffte er es nicht, den Täter zu ermitteln. Auch ein Zeugenaufruf über die ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst im März 2006 brachte die Ermittler nicht weiter. Das Resultat: weniger als zehn Anrufe.

Straftat: Mord

Derzeit gibt es laut der Polizei-Pressestelle für den Fall keinen direkten Ansprechpartner. Mordfälle verjähren nicht, dennoch schwinde die Wahrscheinlichkeit, dass der Fall aufgeklärt werde. Sollten Hinweise eingehen, würde die Mordkommission umgehend wieder ermitteln.

Phantombild und Belohnung

Von der Mordkommission und dem Landeskriminalamt wurde damals ein Phantombild veröffentlicht, mit dem ein möglicher Zeuge gesucht wurde. Die männliche Person war Zeugen aufgefallen, als sie zwischen 22.30 und 23.15 Uhr eine Gaststätte in der Marburger Straße aufsuchte. Die Hoffnung: Der Mann könnte Beobachtungen gemacht haben. Er wurde nie gefunden. Der damalige Oberstaatsanwalt Optermann setzte zudem eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro aus für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen. Doch auch das hatte bisher keinen Erfolg.

So erlebte die Redaktion den Mordfall in Kreuztal 

Der frühere Redakteur Otmar Kuhn sowie der freiberufliche Reporter Jürgen Schade schildern, wie sie die Tatnacht kurz vor Silvester 2004 und die Zeit danach erlebt haben.

Otmar Kuhn, 2004 Redakteur in der Stadtredaktion Kreuztal: "Ich hatte Neujahrsdienst in diesem Jahr. Das war einer der spektakulären Fälle meiner aktiven Zeit. Wie genau ich es damals erlebt habe, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Am ersten Januar kam ich in die Redaktion und musste mich erst einmal an das halten, was ich von dem freien Mitarbeiter und der Polizei bekommen habe. Danach gab es eine Pressekonferenz und wir haben nachgeforscht, versucht Hintergründe zu erfahren.

Eine halbe Stunde vor dem Mord wurde auch ein bulgarischer Gastarbeiter erstochen. Es gab auch ein Phantombild, aber niemand passte dazu. Die Konstante war, jedes Jahr um die Weihnachtszeit bei Polizei und Staatsanwaltschaft nachzufragen. Es gab viele Spuren, aber keine verwertbaren. Es wird vermutlich einer der ewig ungeklärten Fälle bleiben, aber unser Anliegen war, immer wieder daran zu erinnern. Heiko Priester von der Kripo sagte einmal: ,Wenn uns nicht der Zufall hilft, werden wir es nie herausfinden.’“

Jürgen Schade, freiberuflicher Reporter und Fotograf: "Ich war ziemlich früh am Tatort. Viel Polizei war zu sehen, zwei Rettungswagen und ein Notarzt. Es war noch nichts abgesperrt, Josef Schulz lag unter einem weißen Laken. Dann wurde die Feuerwehr alarmiert. Die Helfer waren schnell vor Ort und haben das Gelände großräumig abgesperrt. Sie haben den Tatort ausgeleuchtet. Erst dann kam ein Polizist zu uns und hat gesagt, dass dort ein Toter liegt. Zu den Umständen wollte er sich nicht äußern. Wir haben dann auf die Kripo gewartet. Sie hat Spuren genommen und im Laufe der Nacht wurde die Leiche mit einem Leichenwagen abtransportiert. Ich bin gegen zwei Uhr nachts gegangen.“

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