Katastrophenschutz

Teile Südwestfalens liegen im nuklearen Schutzgebiet

Teile von Südwestfalen befinden sich im Umkreis von 100 Kilometern zum Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen.

Teile von Südwestfalen befinden sich im Umkreis von 100 Kilometern zum Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen.

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Hagen.  Deutschland ordert 190 Millionen Euro Jodtabletten für den nuklearen Notfall. Teile von Südwestfalen gehören zum potenziellen Gefahrengebiet.

Teile des Kreises Soest und des Hochsauerlandkreises gehören zum nuklearen Notfallschutzgebiet, also dem potenziell von Strahlung gefährdeten Umkreis eines Atomkraftwerks. Dieser Umkreis ist auf Anraten der Strahlenschutzkommission nach der Katastrophe im japanischen Fukushima im Jahre 2011 von 20 Kilometer auf 100 Kilometer ausgeweitet worden. Städte wie Marsberg, Brilon, Anröchte, Erwitte und Rüthen liegen seither im Gefahrengebiet des Reaktors Grohnde in Niedersachsen und müssten im Ernstfall mit ausreichend Jodtabletten versorgt werden.

Länder für Verteilung zuständig

Im Oktober 2017 trat das neue Strahlenschutzgesetz in Kraft. Erstmals ist deswegen der Bund für die Beschaffung der Jodtabletten zuständig. Die Ausgaben von rund 8,4 Millionen Euro netto mussten erst vom Haushalt abgesegnet werden. Die Jodtabletten werden „im Auftrag des Bundesumweltministeriums vom BfS beschafft und an die Länder übergeben“, erklärt Nicole Meßmer vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): „Für die Lagerung und Verteilung sind die Länder zuständig.“

Für den Fall eines schweren Atomunfalles hat Deutschland 189,5 Millionen Jodtabletten beschafft. Mit der Neuanschaffung der Tabletten folgt die Behörde einer Empfehlung der Strahlenschutzkommission. Hintergrund war eine Überprüfung des Notfallschutzes nach den Erfahrungen der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima. (dlb)

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