Wasser

Trinkwasser mit Parasiten belastet

Das Trinkwasser ist nicht trinkbar in Teilen Hemers. Die Bevölkerung muss das Leitungswasser schon wieder abkochen oder auf gekauftes Mineralwasser ausweichen. Die Stadtwerke finden nicht die Ursache für eine Verkeimung.

Das Trinkwasser ist nicht trinkbar in Teilen Hemers. Die Bevölkerung muss das Leitungswasser schon wieder abkochen oder auf gekauftes Mineralwasser ausweichen. Die Stadtwerke finden nicht die Ursache für eine Verkeimung.

Hemer.   In Hemer muss das Leitungswasser schon wieder abgekocht werden. Probleme bestehen seit Dezember. Jetzt sind Darmparasiten der Gattung Giardia gefunden worden.

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Bewohner der nördlichen Stadtteile Hemers müssen ab sofort ihr Trinkwasser wieder abkochen. Gestern Nachmittag wurden die Menschen durch die Stadtwerke über das neuerliche vom Gesundheitsamt erlassene Abkochgebot informiert. Beim Verteilen von Informationszetteln in den betroffenen Wohngebieten leistete die Feuerwehr Hilfe. Informationen gab es auch per Radio und über das Internet. Grund für die Maßnahme: In einer der Proben, die seit Wochen täglich im Trinkwassernetz der Ortsteile Landhausen, Stübecken und Wernshagen entnommen werden, sind unerwartet Darmparasiten der Gattung Giardia gefunden worden.

Die Vorgeschichte: Nach einer Welle von Durchfallerkrankungen im Dezember und über die Weihnachtstage in den genannten Orten war schließlich das Trinkwasser aus Verursacher in Verdacht geraten. Und tatsächlich, im Wasser wurden sogenannte Indikator-Keime entdeckt, die auf eine Verschmutzung durch Fäkalien schließen lassen, selbst in so schwacher Konzentration als Erreger der Erkrankungen aber nicht in Frage kommen. Gleichwohl erließ das Gesundheitsamt am 12. Januar ein erstes Abkochgebot, die Stadtwerke ergriffen zahlreiche Maßnahmen die Belastung des Wassers in den Griff zu bekommen, insbesondere intensive Spülungen aller Leitung und erhöhte Zugaben von Chlor und Chlordioxid. Nach und nach konnte die Zahl der Indikator-Keime auf nahezu Null reduziert und das erste Abkochgebot am 29. Januar aufgehoben werden.

Die Ursache für die Verschmutzung ist bisher allerdings unbekannt. Systematisch werden alle Häuser im Gebiet nach möglicherweise unfachmännisch installierten Brauchwasser-Anlagen überprüft, bei denen eine Verbindung zwischen Ab- und Trinkwassersystem bestehen könnte, was absolut unzulässig ist. Noch am Mittwoch herrschte in der Chef-Etage der Stadtwerke Zuversicht, dass mit Abschluss dieser Überprüfungen bis zur kommenden Woche die Wurzel die Übels gefunden wird, und das Problem damit ausgestanden wäre. Die jetzt entdeckten Parasiten dramatisieren die Lage erneut, auch wenn die Einzeller nur in einer Konzentration von 0,15 Keimen pro 100 Liter in der belasteten Probe vorkommen.

Giardien sind die zweithäufigsten Darmparasiten, die bei Haustieren wie Hunden und Katzen, aber eben auch bei Menschen auftreten. Sie können nach einer Inkubationszeit von drei Tagen bis zu drei Wochen Magen-Darm-Krankheiten auslösen, insbesondere bei Menschen mit empfindlichen Verdauungssystemen. Üblicherweise gelangen die Giardien durch die Aufnahme von verunreinigtem Wasser in den menschlichen Organismus. Häufig wird dessen Immunsystem nach einiger Zeit selbst mit den Parasiten fertig, ansonsten stehen bewährte Medikamente für die Therapie zur Verfügung.

Als gestern Männer der Feuerwehr an ihren Haustüren und das Informationsblatt überreichten, regierten die meisten Bürger mit einer Mischung aus Wut, Sorge und Hilflosigkeit. Etliche deckten sich gleich wieder mit Vorräten an Mineralwasser ein. Angeblich sei die Zahl erkrankter Nachbarn wieder gestiegen, selbst Hunde und Katzen litten unter entsprechenden Symptomen, hieß es vor Ort. Ob tatsächlich Giardia die Ursache ist , bleibt vorerst Spekulation.

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