Trotz Corona: weiter viele Blutspender

Trotz Corona: Die Blutspendetermine in der Region sind weiter gut besucht.

Trotz Corona: Die Blutspendetermine in der Region sind weiter gut besucht.

Foto: Christian Charisius / dpa

Hagen.  Das öffentliche Leben steht weitgehend still. Aber es gibt weiter Blutspendetermine in der Region. Warum dies weiter möglich und nötig ist.

Alle sieben Sekunden braucht in Deutschland ein Patient eine lebensrettende Blutkonserve. Diese Zeit verändert sich auch in der Corona-Krise nicht. Die Kliniken sind unvermindert auf Blutspenden angewiesen.

Die Bereitschaft dazu scheint – trotz allgemeiner Sorge um die eigene Gesundheit in diesen Tagen – in der Region ungebrochen, wie Stephan Jorewitz vom Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mit Sitz in Hagen berichtet: „Das Blutspendeaufkommen ist derzeit stabil. Normalerweise haben wir zwischen Karnevalsende und Ostern wegen der üblichen Grippewelle einen Spendenrückgang um 15 bis 20 Prozent. In der vergangenen Woche waren die Besucherzahlen demgegenüber ausgesprochen gut.“

Vielleicht wächst Hilfsbereitschaft in schwierigen Zeiten

Sieht er einen Grund? „Es ist ein Bauchgefühl: Vielleicht wollten einige treue Blutspender angesichts einer drohenden Ausgangssperre das noch erledigen. Vielleicht liegt es daran, dass die Hilfsbereitschaft in schwierigen Zeiten wächst.“ In Krisen rücken Menschen zusammen, wollen Zeichen der Solidarität setzen. Zum Beispiel, indem sie Blut spenden.

Der Blutspendedienst West versucht weiter wie üblich, 45 bis 50 Blutspendetermine pro Woche in Sauer- und Siegerland, im Kreis Soest, im Großraum Hagen und im Ruhrgebiet mit seinen derzeit neun Teams durchzuführen. Von Seiten der Bundespolitik steht dem nichts im Wege. Bei den am vergangenen Sonntag verkündeten Kontakt-Einschränkungen im Land sind Besuche von Blutspendeaktionen ausdrücklich ausgenommen. „Wir hatten zuletzt Probleme, öffentliche Räume zu bekommen“, sagt Stephan Jorewitz, „ich hoffe, dass sich das Ganze jetzt wieder entspannt.“ Probleme bereiteten auch Schulschließungen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in das Homeoffice - die üblichen Sammelspendenaktionen fielen dadurch aus.

Erhöhte Hygienemaßnahmen

Wer in diesen Corona-Tagen zu einem Blutspendetermin kommt, das versichert der Sprecher des DRK-Blutspendedienstes West, kann von erhöhten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen ausgehen. Eintreten dürfe nur, wer keine Grippesymptome zeige, sich die letzten vier Wochen nicht in einem Risikogebiet aufgehalten habe und keinen Kontakt zu einem Infizierten hatte. „Am Eingang wird die Körpertemperatur jedes Spenders gemessen, in den Räumen stehen Desinfektionsmittel bereit, die Abstände in den Wartebereichen sind vergrößert worden, die Liegen stehen weiter auseinander als üblich, und Ärzte und Mitarbeiter, die Kontakt zu Spendern haben, tragen einen Gesichtsschutz aus Plexiglas“, zählt Jorewitz auf.

Was ihm noch wichtig ist: Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass das Coronavirus über eine Blutspende übertragen werden kann.

Blutspendetermine in der Nähe sind zu erfahren unter www.drk-blutspende.de/blutspendetermine

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