Untersuchungsausschuss

Unschuldig inhaftierter Syrer: Fehler bei Siegener Polizei

Die Zelle des unschuldig inhaftierten und verstorbenen Syrers in der JVA Kleve.

Die Zelle des unschuldig inhaftierten und verstorbenen Syrers in der JVA Kleve.

Foto: MARKUS VAN OFFERN / dpa

Kleve.  Der Fehler einer Sachbearbeiterin der Siegener Polizei sorgte für die Verwechslung, die Ahmad A. unschuldig ins Gefängnis brachte.

Unschuldig saß der 26-jährige Syrer Ahmad A. nach einer Verwechslung zweieinhalb Monate in der Justizvollzugsanstalt Kleve. Er starb schließlich im September 2018 an den Folgen eines Brandes in seiner Gefängniszelle. Die Polizei Siegen begünstigte die folgenschwere Verwechslung durch einen Fehler in ihrer Datenbearbeitung. Das sagte nun eine Sachbearbeiterin der Behörde vor dem Untersuchungssausschuss aus, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete.

So habe die Mitarbeiterin ihrer Aussage nach Personendateien auf Anweisung zusammengeführt, obwohl dies inzwischen verboten sei. Die Zeugin berichtete zudem, dass sie sich nur unzureichend für ihren Job als Eingeberin in die neue Datenbank Viva geschult fühlte. „Du bist eine reine Eingabekraft. Das hast du nicht zu hinterfragen“, soll ihr Vorgesetzter ihr gesagt haben.

Daten von Afrikaner und Syrer zusammengeführt

Die Untersuchung ihres Computers hatte ergeben, dass sie die Datensätze eines mit Haftbefehl gesuchten Afrikaners und des Syrers zusammengeführt hatte. An den Fall von Amad A. könne sie sich nicht erinnern, weil sie 40 bis 50 Fälle täglich eingegeben habe, sagte die Sachbearbeiterin.

„Der Innenminister hat bisher immer gesagt, die Daten seien nicht in NRW verändert worden. Heute haben wir das genaue Gegenteil gehört. Alles begann mit einer unerklärlichen Datenpanne in NRW“, reagierte SPD-Politiker Sven Wolf auf die neuen Erkenntnisse.

Der hellhäutige Syrer war im Juli 2018 mit einem dunkelhäutigen Mann aus Mali verwechselt worden, der wegen einem Raub gesucht wurde.

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