Politik

Von Wahl als CDU-Chef abgeraten: Laschet soll in NRW bleiben

Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW, bewirbt sich um den CDU-Vorsitz. Hier im Hintergrund: sein Mitbewerber Friedrich Merz.

Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW, bewirbt sich um den CDU-Vorsitz. Hier im Hintergrund: sein Mitbewerber Friedrich Merz.

Foto: Michael Kappeler / AFP

Meschede.  Armin Laschet soll nicht CDU-Chef werden, sondern Ministerpräsident in NRW bleiben, findet der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion.

Matthias Kerkhoff, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion im NRW-Landtag, hat sich gegen die Wahl von Armin Laschet als CDU-Bundesvorsitzender ausgesprochen. „Meine Priorität ist der Erfolg bei der nächsten Landtagswahl“, sagte der Landtagsabgeordnete. Kerkhoff ist Vorsitzender der CDU im Hochsauerlandkreis. Laschet bewirbt sich wie Friedrich Merz, der ebenfalls im Hochsauerland lebt, und Norbert Röttgen um den Bundesvorsitz seiner Partei. Im Falle seiner Wahl würde Laschet nach Berlin wechseln.

Kerkhoff rief die nordrhein-westfälischen Delegierten beim CDU-Parteitag dazu auf, den Blick auch auf die anstehenden Landtagswahlen im Jahr 2022 zu richten und sich die Frage zu stellen, wie es in NRW weitergehe. „Wir brauchen eine optimale Ausgangsposition“, sagte Kerkhoff.

Laschet sei ein erfolgreicher und beliebter Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. „Ich möchte, dass er es über 2022 hinaus bleibt. Er führt eine bürgerliche Koalition, und dieses Bündnis wollen wir fortsetzen. Damit es gelingt, braucht es eine optimale Aufstellung“, sagte Kerkhoff. Dazu gehöre, dass ein amtierender Ministerpräsident mit Amtsbonus in den Wahlkampf ziehe.

Einem Nachfolger bliebe kein halbes Jahr im Amt, sollte Laschet neuer Bundesvorsitzender werden. Kerkhoff unterstützt Friedrich Merz bei seiner Kandidatur. Im Namen der HSK-CDU erklärte er: „Wir sind der Überzeugung, dass die CDU Deutschlands eine Persönlichkeit benötigt, die mit klarer Sprache das Profil erkennbar werden lässt und dessen wirtschafts- und finanzpolitische Expertise gefragt ist denn je.“

Verfechter für Laschet und für Merz

„Es gibt in Südwestfalen glühende Verfechter für Laschet, und es gibt glühende Verfechter für Merz“, sagte Klaus Kaiser, Vorsitzender des CDU-Bezirks Südwestfalen und Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Der Bezirk strebe für die Wahl des CDU-Vorsitzenden daher kein einstimmiges Votum an. Dass Kerkhoff sich als HSK-Kreisvorsitzender für Merz ausspreche, sei nachvollziehbar. „Armin Laschet ist souverän genug, das zu verstehen.“

Südwestfalen stellt beim CDU-Parteitag rund 30 Delegierte. Dass der wie geplant am 4. Dezember in Stuttgart stattfinden kann, wird angesichts der steigenden Infektionszahlen allerdings immer unwahrscheinlicher. Die Menschen im Land würden kaum verstehen, dass sich 1001 Delegierte versammelten, während wegen Corona die Beschränkungen für die Bürger verstärkt würden, heißt in der Parteiführung. Am Montag will die CDU-Spitze deswegen in Sitzungen von Präsidium und Vorstand über Alternativen entscheiden. Eine Verschiebung ins kommende Jahr sei nicht ausgeschlossen.

Ein paar Nummern kleiner wird der Bezirksparteitag der CDU-Südwestfalen in Olpe am 10. November – wenn er denn stattfindet. Als Hauptredner ist Friedrich Merz eingeplant. Nicht Armin Laschet.

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